
Dateline Silke Liebisch
kaukaseliebisch@web.de
Wie und wieso ich zur Date- Line kam,
Der Anfang, oder wie alles begann
Der erste Live-Kontakt,
Der Erste Telefon-Kandidat
Das Erste Treffen und der große Schock
Die zweite Runde konnte beginnen,
Es wurden immer mehr Interessanten,
Es ging nicht mehr ohne Terminplaner
Der Live Treff,
Das Billardspiel,
Ich glaubte nicht mehr daran, dort Jemanden zu finden,
Der 101.Mann
Ich lernte wirklich Jemanden kennen,
Es folgte daraus die kürzeste Beziehung meines Lebens,
Ich war froh wieder Single zu sein,
Ich sah die Date-line nur noch als Spaßige Abwechslung,
Ein penetranter, nervender Typ,
Er sollte der Horrortrip meines Lebens werden,
Das passende Geschenk zum Valentinstag,
Ich wollte niemanden mehr Kennen lernen.
Ich wurde neugierig auf diese sanfte Stimme,
Unser erstes Treffen und ich konnte es nicht fassen,
Auf einmal war es Liebe…
Wie und wieso ich zur Date - Line kam
Mein Name ist „Silke“ und meine Erfahrungen mit einer Single-Börse
und die Ereignisse welche dieser Lebensabschnitt für mich mit sich brachte,
gaben den Anstoß für dieses Buch. Ich möchte damit Anderen Singles
einen kleinen Einblick des üblichen Ablaufs solcher Börsen vermitteln,
aber auch meine gesammelten Erlebnisse aus meinem bisherigen Beziehungsleben,
als Erfahrungswerte an Andere weitergeben. Dies vor allem für Jene, die
es noch nicht aufgegeben haben, und die Hoffnung auch nie aufgeben sollten,
nach dem einen Richtigen Menschen in ihrem Leben zu suchen. Ich möchte
Ihnen hiermit den nötigen Mut und vor allem aber die noch viel dringender
benötigte Portion Humor zur Unterstützung mit auf dem Weg geben. Jener
Weg der sich leider für einige von uns, manchmal sehr lang und mühsam
gestalten kann.
Nach achteinhalb Jahren überaus destruktivem Beziehungsleben machte ich endlich einmal das Richtige und beendete diese unzutreffend “Beziehung“ genannte Situation in der ich mich befand. Seit meinem sehr frühen Auszug aus dem Elternhaus, ich war damals 14 Jahre alt, ich weiß einige werden jetzt geschockt fragen was, wie alt??? Aber wie und weshalb es zu diesem frühen Auszug kam und was es genauer damit auf sich hatte, ist noch eine ganz andere Geschichte und auch ein anderes Buch.
Ich befand mich also seit dem Auszug aus dem Elternhaus, kontinuierlich in festen Händen. Erst zog ich von den Eltern, zu meinem ersten Freund, er war 22 und ich stark kurzsichtig, was nicht heißt das ich nicht bemerkt hätte dass uns ein größerer Altersunterschied trennte. Nein mehr so in die Richtung das ich eigentlich eine Brille hätte tragen müssen, es aber aus Gründen der Eitelkeit nie tat. Wenn wir zusammen unterwegs waren achtete ich immer sehr genau darauf an welcher stelle er sich befand wenn ich ihn zurück lies und predigte ihm im ernsten Ton ein, dort auch ja stehen zu bleiben damit ich ihn nachher auch an jener Stelle wieder fand. Einmal kam es wie es kommen musste und wir waren in einem Riesen großen Supermarkt zum einkaufen unterwegs. So einer mit Kilometer langen Gängen und mächtig hohen Regalen. Ich holte mal eben noch schnell etwas, drehte mich wieder um und da war es geschehen, er war weg, samt Einkaufswagen einfach wie vom Erdboden verschwunden.
Ich lief erst ganz langsam und suchte in der engeren Umgebung
nach ihm, und dann immer weiter und weiter.
Ich empfand den Supermarkt mit jeder Minute die ich da so überaus kurzsichtig
umher irrte, immer größer und weiter. Irgendwann gab ich es dann
auf, in dieser feindlichen Umgebung überhaupt jemals wieder auf ein mir
bekanntes Gesicht zu stoßen bzw. in meiner Verzweiflung auch nur den Ausgang
wieder zu finden. Es muss so ungefähr eine Stunde vergangen sein die ich
vergebens nach ihm gesucht hatte in diesen Furchterregenden Gängen. Also
gab ich’s auf und setzte mich in die Nähe der gerade entdeckten riesigen
Rolltreppe die nach oben führte.
Ich wartete und vertraute darauf dass mein Lebensabschnittsgefährte
mit seinen Argusaugen mich erspähen würde, was er dann auch tat. Unter
einem so lauten gezäter das ich ihn hören konnte bevor ich ihn überhaupt
sah, stürmte er auf mich zu, mit den Worten “Setz bloß endlich
deine Brille auf“! Wie sich heraus stellte lief ich nicht wie vermutet
die ganze Stunde Mutterseelen alleine und verloren durch die Gänge, nein
fast die ganze zeit lang lief er brav schreiend und meckernd hinter mir her
und versuchte verzweifelt mich einzuholen. Ach ich vergas bisher wohl zu erwähnen
das ich zu meiner starken Kurzsichtigkeit auch noch ein klein wenig schwerhörig
bin, dadurch drang seine Stimme in den weiten dieser unfreundlichen Gänge
wohl auch nicht an meine Ohren. Ich stürmte also suchend durch die Gänge
und er rannte schreiend und Fluchend hinter mir her.
War sicher ein Bild für Götter gewesen, was wir da an jenem Tage dem
Wachpersonal an den Monitoren des Supermarktes geboten hatten.
Aber das war nicht die einzige Peinlichkeit in meinem noch so jungen und schon schwergeprüften Dasein, als Teenager dessen makellose Männerbetörende äußere Erscheinung einfach nicht mit einer Brille mit super dicken Kompottschüssel Gläsern zu vereinen gewesen wäre. Nein es gab da, durch jene Umstände bedingt, noch eine Episode die an jeglicher Steigerungsfähigkeit seines Gleichen sucht. Dieses Erlebnis liegt weiter zurück und fand noch vor meiner ersten Liebes Beziehung statt, genauer gesagt, ungefähr ein Jahr vorher.
Ich war als Teeny unterwegs mit einem Typen aus unserer Klicke, der nicht der Hellste war, halt geistig etwas langsam, aber sonst ganz nett. Wir waren auf dem Weg zum Klicken Treffen, und er hatte meist die Aufgabe mich von zu Hause abzuholen und dort hin zu fahren.
Unterwegs bemerkte ich dass meine Zigaretten alle waren und ich
meinte. „Halt doch bitte mal kurz bei einem Zigarettenautomaten an“,
und beim nächsten der da kam, hielt er in zweiter Spur an.
Wie immer legte ich erstmal los mit meiner üblichen Predigt, “also
du bleibst ganz genau hier stehen und wenn ich dich hier nicht wieder vor finden
sollte, gehe ich ohne Dich alleine weiter klar.“ Er nickte brav, ich stieg
aus dem Auto aus und ging zum Automaten. Als ich meine Zigaretten einsteckte
und mich wieder umdrehte, war da aber kein oranger Passat mehr in zweiter Spur
zu sehen. Es durchzuckte mich wie ein Stromschlag, oh je der hat sicher irgendwo
eingeparkt und ich kann ihn jetzt nicht mehr sehen. Ich sah nach links und rechts
die Parkenden Autos absuchend nach allem was orange war. Irgendwann sah ich
dann auch ca. drei geparkte Autos weiter endlich sein Auto stehen.
Ich sah auf dieser Entfernung auch gerade noch, das es ein oranger Passat war wo Jemand auf der Fahrerseite saß. Total sauer stürmte ich darauf zu, mir schon genau überlegend was ich ihm alles an Beschimpfungen an den Kopf werfen werde weil er nicht am selben Fleck stehen geblieben war und mich dermaßen erschreckt hatte. Als ich da so auf den drei Autos weiter geparkten orangenen Passat zustürmte, und am Türgriff zog, war dieser verriegelt. Ich beugte mich vor um ins Fenster sehen zu können und meinte dabei noch:“na was ist denn mit dir los? Mach mal auf die Tür „
Als ich ins Fenster blickte und da in ein ganz und gar fremdes Gesicht blickte. Ich überlegte „oh mein Gott, ein fremder Typ, also der falsche Wagen, somit steht der richtige hier irgendwo und wundert sich gerade weshalb ich zu einem anderem Auto das auch noch die gleiche Farbe und das selbe Fabrikat ist gehe, und kommt womöglich darauf das ich ihn verwechselt habe und somit das ich kurzsichtig bin und dann erzählt er es dem Rest der Klicke,, usw. Ich dachte: „nein das werde ich schon wieder hinbiegen und diese missliche Situation auf meine eigene, ganz persönliche weise lösen“.
Diese ganze Bestandsanalyse der Situation und die Festsetzung
meines persönlichen Bewältigungsplans, fanden also in jener Nanosekunde
statt, als ich mich zu ihm runter beugte und ins Fenster sah, und ich in das
verstörte Gesicht eines kleinen unscheinbaren sehr ängstlichen Mannes
sah. Der auf meine Forderung die Tür zu Entriegeln nur sehr zögernd
reagierte und mir schließlich dann sehr ängstlich zitternd öffnete.
Ich setzte mich ins Auto und er empfing mich mit den Worten “Bitte steigen
sie schnell wieder aus, meine Frau wird gleich kommen und sie kann so furchtbar
wütend werden, ich bekomme großen Ärger„
Ich meinte zu ihm: „Hey kennst du mich denn nicht mehr?“ Und er
erwiderte fast Hyperventilierend „ Nein ich kenne sie nicht, oh bitte
gehen sie bevor meine Frau sie hier sieht“ Dann fragte ich noch: „hast
du mal Feuer?“ Und er meinte nun schon fast einem Herzinfarkt nahe: „Nein
bitte steigen sie schnell aus, meine Frau wird ausflippen“. Er wirkte
in seiner ängstlichen flehenden art so verzweifelt das ich sagte:“
na gut wenn du mich nicht erkennst dann kann ich ja auch wieder gehen“.
Ich öffnete die Beifahrer Tür stieg aus, mittlerweile war auch mein
verloren gegangener oranger Passat neben diesen hier vorgefahren und eh noch
mein Bekannter aus dem Auto steigen konnte um zu fragen was ich da mache sprang
ich in sein Auto und schimpfte fahr los.
Ich weiß nicht genau wie schnell der Menschliche Körper rein biologisch gesehen in der Lage ist, über die Sinnesorgane aufgenommene Reize aufzunehmen, zu verarbeiten und dann darauf zu reagieren. Ich weiß nur das, jene Situationsbewältigung und mein Handeln darauf, bei mir alles in Millisekunden ablief. Geradezu in Schallgeschwindigkeit durch zogen mich (situations- Analyse und bewältigungs- Pläne dieses mehr als nur peinlichen Augenblicks. Dieser Vorfall war mir damals dermaßen peinlich gewesen, das ich erst nach drei Jahren meiner Besten Freundin davon erzählte.
Beim losfahren bekam ich noch mit wie eine Frau auf den anderen
Wagen keifend zu stürmte und davor stehen blieb und geradezu cholerisch
wild gestikulierte. Der arme Kerl meinte immer wieder total verzweifelt: “Nein
ehrlich schatz ich kannte diese Person wirklich nicht.“ Ich musste oft
an diesen armen Mann denken dem seine Frau sicherlich bis heute noch nicht glaubt
was er ihr von diesem Vorfall erzählt hatte. Aber wie gesagt dieser Vorfall
hatte sich in der Zeit vor meiner Ersten Beziehung zugetragen. Und auch in der
Zeit danach wurde meine Tendenz zu solch ungewollten Erlebnisse in dieser Art,
bedingt durch meine Eitelkeit nicht viel besser.
Viereinhalb Jahre lebte ich dann also mit meinem Ersten Freund, davon die meiste
Zeit sehr unharmonisch, in seiner Wohnung zusammen. Mal abgesehen von einigen
wenigen ungewollt komischen Situationen wie diese im Supermarkt. Oder aber,
was auch meist sehr interessant war, und dann auch noch viel abenteuerlicher
wurde, war wenn er mal wieder den Möchtegern Heimwerker raus kehrte,
was zwar nur selten aber doch hin und wieder mal vorkam. Dann wurde es nicht
nur äußerst interessant ihn dabei zu beobachten, wie er gerade zum
ersten Mal gesehenes, in seiner Meinung nach völlig einfacher weise, nach
zu ahmen und nach zu vollziehen versuchte. Dies konnte manchmal dann sogar mächtig
gefährlich werden. Einmal hatte er ein Buch erworben in welchem das Innenleben
eines Fernsehers dargestellt wurde und die Funktionen der, damals noch üblichen,
einzelnen Röhren, Dioden, Transistoren und die vielen bunten Farben der
Stromkabel darin erklärt wurden. Und da wir glücklicherweise über
ein perfektes Übungsstück verfügten, nämlich über einen
kaputten Fernseher, stand seiner Prämiere als Fernsehtechniker also auch
nichts mehr im Wege. Ich erinnerte ihn noch besorgt daran, dass mit Elektrizität
nicht zu spaßen sei und ging dann in die Küche.
Kaum in der Küche angekommen hörte ich einen Lauten
Knall, ein lang gezogenes „ahhhhh“ und dann ein mächtig lautes
Plumpsen. Total erschrocken rannte ich ins Wohnzimmer wo sich mir dann ein nicht
leicht zu erklärendes, aber doch unvergessliches Bild bot. Auf der Schwelle
zum Wohnzimmer, hockte mein selbst ernannter Fernsehmechaniker mit einer Haarfrisur
wie in dem Kinder Comic „Der Struffelpeter “!
Er saß dort fast wie versteinert und blickte mit einen leicht irren Blick
und mit immer noch leicht dampfenden Haaren vor sich hin
Ich blickte zum Tisch und sah das der Stromstecker des Fernsehapparates nicht gezogen war. Folglich hatte er wohl mit dem Schraubenzieher, den er übrigens, so am Boden hockend und vor sich hin starrend, noch immer fest umklammert in seiner Hand hielt, etwas Stromführendes berührt und einen so mächtigen Schlag erhalten, das er mal eben von der einen Zimmerecke zur anderen geflogen war. Denn der Tisch mit dem Fernseher befand sich gut 5 Meter von seinem jetzigen Sitzplatz, unserer Wohnzimmerschwelle, entfernt. Ich fragte ihn noch „ Wau bist du echt so weit geflogen, klasse!“ Aber er war wohl noch nicht so ganz aufnahmefähig um solche Anerkennenden Äußerungen meinerseits schon schätzen zu können. Er war an jenem Tag noch für eine ganze weile lang sehr sprachlos, und fand das alles letztendlich wohl auch nicht annähernd so amüsant wie ich.
Damit war dann auch seine Karriere als Fernsehmechaniker wieder erloschen, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Wir lebten zwar in derselben Wohnung, aber dennoch lebte eigentlich jeder für sich sein eigenes Leben. Ich ging zu dieser Zeit regelmäßig zu meiner Schwester, die nicht weit von uns wohnte. Ich habe zwei Schwestern, eine ist sieben Jahre älter und verheiratet, und die andere ist zehn Jahre älter als ich. Zu ihr ging ich fast täglich vorbei. Eines Abends, als ich mich von meiner Schwester auf den Weg nach haus machen wollte, regnete und Stürmte es draußen. Also borgte sie mir einen Regnschirm für den Heimweg.
Ich zündete mir noch in ihrer Wohnung eine Zigarette an, verlies ihre Wohnung und ging die Treppen nach unten. Im Eingang ihrer Haustür blieb ich stehen um mir die Jacke zu schließen, darum nahm ich die Zigarette in den Mund und klemmte den Schirm zwischen Schulter und Kopf kurz fest. Als da plötzlich eine Windböe meinen eingeklemmten Schirm ergriff und ihn mir über den Kopf hinweg nach oben riss. Ich hob ihn auf und stellte fest dass auch meine Zigarette die ich eben noch im Mund hatte, nun verschwunden war. Ich suchte den Boden ab aber nirgends gab es die geringste Spur von ihr. Also da es zwecklos erschien, im Regen noch heraus zu finden wo die Zigarette abgeblieben war, machte ich mich nun also ohne Zigarette auf den Weg nach Haus.
Nach einer Weile stellte ich einen brenzligen Geruch fest und
bemerkte dass ich unter meinem Regenschirm von einer Rauchwolke umgeben war.
Da ich annahm das sich die Zigarette anscheinend nicht wie vermutet auf der
Strasse sondern irgendwo in meinen Sachen befand, kehrte ich sofort um und stürmte
zur Wohnung meiner Schwester zurück. Sie öffnete und sah mir verwundert
zu wie ich meine Jacke auszog und auf ihren Küchenboden warf. Während
ich die Jacke durchsuchte, erzählte ich ihr, von der verloren gegangenen
Zigarette. Und auch meine Schwester bemerkte den Rauch, der mich bei jeder meiner
Bewegungen, umgab.
Also zog ich das nächste Kleidungsstück aus und durchsuchte und schüttelte
es, aber wieder qualmte ich bei der geringsten Bewegung weiter. Ich wurde schon
besorgter und bad meine Schwester mich doch mal eindringlich ab zu suchen, irgendwo
musste diese Zigarette ja an mir brennen.
Und ich zog also das nächste Kleidungsstück aus und klopfte und schüttelte, und wieder das nächste und so weiter. Plötzlich schrie meine Schwester „Ich weiß wo sie ist“ Und während sie das sagte hielt sie sich den Bauch vor lachen und grölte und zuckte und brach unter einem fürchterlichen Lachanfall in der Küche zusammen. Ich fand das alles ganz und gar nicht komisch, ich stand ja mittlerweile schon fast nackt in der Küche und wusste nicht mehr was ich noch tun sollte um diesem Qualm auf den Grund zu gehen.
Ich meinte sie solle mir sagen wo die Zigarette ist. Und meine liebe, sonst so hilfsbereite Schwester meinte nur:“ Tut mir leid ich kann nicht ich muss so lachen „ Und während sie das rausstammelte, wurde ihr Körper vom Lachen geschüttelt und durchzuckt. Ihr rannen Tränen von den Wangen und sie befand sich mittlerweile auf dem Weg zum Küchenboden. Sie sackte vor lauter Lachen an der Küchenwand entlang nach unten rutschend, und fand sich nun am Küchenboden wieder. Ich rief ihr zu: „Sag mir wo ist sie denn nur, wo?“ Und mein Schwesterchen wieder: „Nein ich kann nicht, tut mir so leid, ha, ha, ha“ Ich fragte wieder: „Nun sag mir doch endlich wo sie ist “ Und meine Schwester schaffte es endlich mir wenigstens in ihrem Lachkrampf ein Wort entgegen zu stammeln: “Haare“
Als weibliches Wesen schrie ich jetzt wie am Spieß: „Was in meinen Haaren?, oh Gott nein, meine Haare!“ Meine liebe Schwester schüttelte sich jetzt noch mehr im Höhepunkt ihres Lachkrampfes. Und ich, hüpfte also halb nackt ständig vor ihr hin und her und rief sie solle die Kippe aus meinem Haar holen. Also hätte uns jemand durchs Fenster beobachtet, hätte er wohl die Leute in weiß alarmiert. Wir sahen beide sicher aus als wollten wir das Märchen vom Rumpelstilzchen nachspielen. Ja ich glaube zu jener zeit währen wir wohl mit einer unser Leben dokumentierenden Live Cam reich geworden, aber damals war die Technik eben noch nicht so weit wie heute.
Jedenfalls erholte sich meine Schwester endlich vom Lachanfall und raffte sich wieder auf. Sie fischte mir die Kippe, die mittlerweile auch schon von alleine erloschen war, aus meinen Haaren. Glücklicherweise hatte mein haar nicht gelitten, nicht eineinziges Haar war versenkt worden, so gut war die Zigarette in meinem toupierten Haaren platziert gewesen. Also kleidete ich mich wieder an und ging nun endlich nach hause.
Irgendwann zog ich dann bei meinem ersten Freund aus, und vorübergehend bei meiner ältesten Schwester ein. Sie befand sich derzeit gerade im Scheidungsstress. Allerdings war der Scheidungsgrund nicht, wie jetzt vielleicht von Einigen Lesern vermutet, der das meine Schwester mal wieder einen fürchterlichen Lachkrampf hatte während ihr Mann Hilfe benötigt hätte, etwa wegen einer Zigarette im Haar oder ähnliches, und sie sich vor Lachen am Boden kugelte anstatt ihm zu Helfen. Nein das war es wirklich nicht gewesen. Jedenfalls war ihre Scheidung auch einer meiner Gründe um bei ihr zu wohnen, so konnten wir beide gemeinsam unsere beendeten Beziehungen bewältigen. Es wurde dann auch eine sehr nette Zeit, wir halfen uns gegenseitig mit viel Humor über unsere anfangs noch täglichen später dann aber immer selteneren tiefen Depressionsphasen hinweg.
Wir unternahmen viel, gingen zusammen einkaufen und an Wochenenden
regelmäßig tanzen. Es war eine wirklich schöne und entspannte
zeit, in der wir natürlich auch, einige ziemlich Lustige und manchmal,
wie sollte es auch anders sein, mächtig peinliche Momente erlebten. Wie
einmal zum Beispiel, als wir in einem Kaufhaus unterwegs waren und meine Schwester
auf einen Sonderaktionstisch mit chicer Unterwäsche zu
stürmte. Sie rief mir zu „ Oh schau mal so schöne Büstenhalter,
und so hübsch mit Spitze verarbeitet, aber ich finde einfach keine Größenangabe“.
Mittlerweile hatte auch ich den Tisch erreicht und suchte ebenfalls in den
Mit Spitze verarbeiteten Utensilien nach Schildchen wo die BH Größe
zu erkennen sein sollte. Aber da war merkwürdiger weise wirklich nichts
über Größenangaben zu finden. Meine Schwester meinte dann, während
sie den vermeintlichen Büstenhalter anhielt: „Kuck mal müsste
doch ungefähr passen oder“. „Endlich finde ich mal in meiner
kleinen BH-Größe schöne Oberteile und dann ist da keine Größenangabe
drin“.
Als sie ihren vermeintlichen, hübsch mit Spitze verzierten Büstenhalter
so anhielt und ich sie so dabei betrachtete, vielen mir die merkwürdigen
Verschlüsse daran auf. Wodurch ich nun den wahrscheinlichen Grund bemerkt
hatte weshalb wir an dieser Wäsche noch keine Körbchengrößen
gefunden hatten. Wie mir jetzt auffiel entpuppte sich vor meinen Augen der vermeidliche
Büstenhalter zu einem ominösen, aber recht hübschen Strumpfhalter.
Da während unseres ganzen Gespräches ein Mann in direkter Nähe stand, der auf seine, sich in der Umkleidekabine befindliche Frau wartete, sprach ich nun leise zu meiner Schwester; „Das sind Strumpfhalter und keine BHs“. Meine Schwester meinte darauf nur: „Ach nein, ist ja auch wieder typisch, da finde ich mal in meiner Größe was Schönes und dann ist es gar kein BH, sag mal meinst du das fällt doll auf wenn ich den trotzdem einfach als Büstenhalter trage“. Wir sahen uns beide an und brachen in schallendes Gelächter aus, und ich hatte noch viel Mühe damit, meine Schwester von dieser Unterwäsche weg zu bekommen bevor sie sich doch noch so einen schönen mit Spitze besetzten BH kaufen konnte.
Mindestens genau so Lustig wurde es wenn wir zwei in unserer neuen
Stammdiskothek zum Tanzen waren.
Wenn ich mit meiner Schwester, die gut und gerne noch mal doppelt so Kontaktfreudig
ist wie ich, in eine Diskothek kam brauchte es nie lange bis wir den halben
Laden kannten.
Wir brauchten uns auch nie um Tanzpartner für die Langsame Runde zu bemühen, es waren immer zu diesem Zeitpunkt dann auch Männer da, die für uns zur Auswahl standen. Nun sollte ich vielleicht noch erwähnen dass es sich ja um die 80er Jahre und deren Haarmode handelte. Wir, also mein Schwesterchen und ich hatten langes gelocktes und auftoupiertes Haar, was natürlich nur durch mindestens eine halbe Dose echtem Friseur Haarlack so schön die Form behielt.
Unser Haar war also so eine Art Kunstwerk mit einem eigenständigem Biotop könnte man so sagen. Und unsere so mit Haarlack getränkten Haare waren für manche Situationen auch nicht immer ganz ungefährlich. Zum Beispiel wenn es eben ans zusammentanzen ging, dann gab es manchmal kleinere missliche Momente für unsere Tanzpartner, in denen sich die Gefährlichkeit unserer Haare zeigte. Als wir also mal wieder in der Diskothek waren und uns die langsame Musikrunde zwei nette Unbekannte zu unserem Tisch beförderte, die uns zum Tanzen aufforderten, nahm die Erkenntnis hierzu ihren lauf.
Wir tanzten also zu einem schönen ruhigen Song und ich hatte wie immer alle Hände voll zu tun, darauf zu achten das die Tentakeln meines Gegenübers, nicht den Zonen meiner Hoheitsgebiete zu nahe kam oder diese gar verletzte. Darauf achtete ich immer sehr streng, was meine Tanzpartner meist nicht ganz verstanden und wenn ich dann irgendwann genervt erklärte ich will nur tanzen und nicht fummeln, waren die Herren meist sehr verunsichert. Aus diesem Grund gab es bei mir immer eine Art Sicherheitsabstand beim zusammen tanzen, und wurde dieser verletzt, konnte ich sehr ungemütlich werden.
Aber meistens regelte sich dieser Eklat dann im Laufe des Tanzens
von ganz alleine, wenn nämlich mein Tanzpartner doch dichter kam als er
sollte, und ich dann auch noch versehendlich eine plötzliche Bewegung machte.
Dann war spätestens jetzt der Moment erreicht wo mein Gegenüber schmerzlich
aufschreiend zurück sprang, Dann nämlich wenn meine durch Haarlack
durchtränkten Haare gut stahlhart, in einem seiner Augen stachen, war der
Tanz und somit auch der Tentakelkampf beendet.. Oder was auch bedingt durch
unsere absolut sturmfesten Frisuren vorkam, das Männer beim Tanzen an unseren
Haaren festkleben blieben.
Ach ja die Mode der 80er Jahre, das war noch was ganz anderes als heute, wo
niemand mehr genügend Haare zum frisieren hat, jedenfalls auf dem Kopf
meine ich.
Nach ein paar lustigen Monaten mit meiner Schwester, zog ich dann bei Ihr aus
und bei meinem zweiten Freund ein. Mittlerweile gab es für mich auch Kontaktlinsen
welche mir, durch die stärke meiner Sehschwäche, sogar von der Krankenkasse
bezahlt wurden. Somit war ich nicht mehr ganz so eingeschränkt durch meine
Kurzsichtigkeit. Aber dennoch reichte der neue Durchblick anscheinend nicht
um mir einen Weitblick des neuen zukünftigen Lebensabschnittspartners zu
verleihen. Denn mit ihm tat ich in meiner unendlichen Naivität sogar noch
eines drauf und blieb sage und schreibe ganze achteinhalb Jahre in dieser sehr
einseitig verlagerten, fälschlicherweise so genannten, aber ganz und gar
nicht wirklichen Partnerschaft.
Schon nach sechs Monaten entblößte er sein wahres Gesicht und hatte sich vom Traumprinzen der mich anfangs auf Händen trug, zu einem Gefühlskalten Monster und Choleriker entpuppt. Der mich von morgens bis Abends tyrannisierte und wie besessen war mich jede Sekunde zu kontrollieren. Er kontrollierte meine Telefonate, schloss mich in der Wohnung ein und schrieb mir vor was ich zu tun, zu lassen und selbst was ich zu essen hatte und was nicht. Hin und wieder mal verarbeitete er die Wohnung zu Kleinholz, oder beendete sogar meine Telefonate durch auflegen. Es war die Hölle aber auch in der schlimmsten Hölle gibt es kleine aufmunternde Lichtblicke zu finden wenn man sie nur richtig lenkt.
Da ich ihm ja nun einmal Körperlich unterlegen war, arbeitete ich mit meiner ganz eigenen Waffe und nutzte es wann immer ich konnte aus, dass er mir hingegen, Geistig unterlegen war. Hier liegt mir die Vermutung nahe das selbst mein Hund in einer Vergleichsanalyse ihm noch Mental überlegen gewesen wäre. Einer dieser Lichtblicke jedenfalls waren für mich immer die Momente in denen er Krank, und auf mich angewiesen war.
Mal ganz davon abgesehen dass dieser Typ sowieso total krank im Kopf war, aber
ich meine diese Situationen wenn er wegen irgendeiner Körperlichen Erkrankung
mir total Hilflos ausgeliefert war. Dann kostete ich immer überaus ungnädig
und voller Genuss meine ganz persönliche Rache aus für alle Gemeinheiten
die er mir sonst so großzügig Tag für Tag zukommen lies.
Wie zum Beispiel wenn er sich beim schweißen mal wieder die Augen verblitzt hatte, was regelmäßig vorkam, da er in seiner grenzenlosen Unintelligenz. nie seine Schutzbrille aufsetzte. Ach das waren tolle Momente in denen ich so richtig meiner Boshaftigkeit freien lauf lassen konnte. Überhaupt waren das diese ganz besonderen Augenblicke die mir wohl ewig in Erinnerung bleiben werden wenn ich an jene Beziehung zurück denke. Er weckte mich dann meist mitten in der Nacht, in gewohnt unsanfter weise in dem er mich anschrie ich solle machen dass ich in meine Klamotten komme, weil wir ins Krankenhaus zur Augenambulanz müssten. Da er sich ja wie schon erwähnt, öfters die Augen Verblitzte kannte er diese Symptome mittlerweile ganz genau und wusste dass nur eine Behandlung in der Augenklinik dann noch helfen konnte.
Ich zog mich also an, rief uns ein Taxi und ignorierte seine maßlos übertrieben
gespielte Hilflosigkeit so gut ich konnte. Unter gewohnt bekannten Tiernamenhaften
Kosewörtern, mit denen er mich täglich aufs Neue reich beschenkte,
verließen wir die Wohnung und traten vor die Tür des Hauses. Das
Taxi war schon eingetroffen und wartete bereits vor unserer Tür. Mein Riesen
Grämlin klebte mir wie ein Furunkel am Arm und meinte ich kann nichts sehen
los bring mich ins Taxi. Da ich wie immer seiner so besonderen Art zu bitten
und zu befehlen nicht umhin konnte, schritt ich also gemeinsam mit ihm aus unseren
Hauseingang zum Taxi. Natürlich vergas ich doch ganz aus versehen ihn darauf
hinzuweisen das unser Hauseingang ja eine hohe Stufe besaß und er diese
ja nicht sehen konnte, zumal er ja auch genau so lange wie ich da wohnte und
es ja auch ohne hin zu sehen wissen sollte.
Oh …upalla….als er endlich zu fluchen aufhörte
gingen wir also weiter zum Taxi. Ich öffnete die Tür und er, wie gewohnt
in seiner typisch Egoistischen weise, versuchte sich als Königlich erster
und ungeduldig wie immer, ins Taxi zu setzen. Er fragte mich noch mal ob hier
die Rückbank ist und ich antwortete „aber ja doch“, und er
setzte sich also neben dem Kofferraum auf die Strasse.
Ich sah stillschweigend zu und genoss, mit einem Lächeln auf den Lippen,
die Schönheit dieses Augenblickes,
die wie ich fand leider viel zu selten waren.
Der Taxifahrer der das alles mit angesehen hatte, sprang aus dem Auto und bot ihm, dem armen Mann seine Hilfe an. Ich winkte ab und meinte nein danke es geht schon. Ich half also diesem fluchenden, cholerigen Sack, der da wie ein geisteskrankes, hässliches Riesenbaby rumtrampelte wieder auf, und zeigte ihm nun etwas genauer wo sich denn die Sitzbank des Taxis befand. Er packte meinen Arm, nun noch fester an und sagte in seinem gewohnt bösartigem Ton zu mir: „Du kannst was erleben!“. Beim einsteigen plongte nun auch noch sein Kopf, laut hörbar gegen die obere Karosserie. Was für ein toller Klang in meinen Ohren, die leider viel zu selten diese entspannenden Töne bewundern dürften. Als wir im Taxi saßen musste ich mir immer wieder das Geschrei anhören das ich das alles absichtlich tun würde. Also nein, ich wusste wirklich nicht wie ausgerechnet er wohl darauf kam, wo er mich doch von früh bis Späth mit seinen Nettigkeiten gerade zu überschüttete wie konnte er dann so etwas nur von mir denken.
Als wir im Taxi saßen, und ich meinen Arm betrachtete der mittlerweile grün und blau wurde, so stark hatte er Widermahl zugepackt, bemerkte ich den ständigen Blick des Fahrers in den Rückspiegel. Er dachte sicherlich gerade darüber nach, das er es nicht fassen konnte was ich für eine furchtbare Person war, aber das war mir ehrlich gesagt völlig egal er kannte ja auch nicht meinen täglichen Horror mit diesem bösartigen Monster.
Ich träumte in dieser viel zu langen und deprimierenden zeit, ständig davon endlich alleine Leben zu können. Aber wie es so schön heißt „ besser spät als niemals. So tat ich dann doch noch das Richtige und trennte mich endlich von meinem 1,75 großen, 100 kg schweren, viel zu hässlichen meist aggressiven, überaus bösartigen Abszess. Zwar erst nach einer langen Ewigkeit von achteinhalb Jahren und drei missglückten Trennungsversuchen, die daran scheiterten das er mich immer wieder mit Gewalt zurück zwang, aber nach so langer Zeit der ständigen Unterdrückung fing nun endlich, mein so lang ersehntes eigenes ruhiges Leben an.
Endlich selber Entscheidungen fällen, Niemand der mich nervt,
mit mir streiten will, mich einengt, Rechenschaft fordert, ständig bekocht
werden will, dem ich nach räumen, oder für den ich mehr putzen musste...
Hurra...!!!
Plötzlich frei zu sein und ohne tägliche Machtkämpfe Leben zu
können war zwar erst ungewohnt aber einfach super Klasse. Ich räumte
die Wohnung um, Renovierte und Gestaltete nach meinen ganz persönlichen
Wunsch Vorstellungen, böse Zungen würden jetzt wohl behaupten das
ich meiner kitschigen Ader so richtig freien Lauf lassen konnte, aber das ist
nun mal ein gewisser Teil von mir und ich gebe zu auch nicht gerade der kleinste.
Ich entsorgte von meinem Ex-Psychopaten, geliebte Möbelstücke, entsorgte
seine noch vorhandene Kleidung, entsorgte jegliche Erinnerungsstücke, entsorgte
alle gemeinsamen Bilder, entsorgte und entsorgte, und entsorgte, ach wie befreiend
das war, einfach schön !
Ich genoss es geradezu auf Beziehungsfragen den Satz „ Ich bin Single „ mir ganz bewusst auf der Zunge zergehen zu lassen. Ich freute mich über jeden neuen Tag meines Singledaseins, fühlte mich zwar geschmeichelt wenn Flirtattacken männlicher Bewerber mich trafen, lehnte dann aber mit gekräuselten Nackenhaaren und auf dem Rücken gekreuzten Fingern, höflich dankend ab. Ich hatte das dringende Bedürfnis die letzten Jahre der Unterdrückung und der Auseinandersetzungen aufzuarbeiten, allerdings nicht im Bereich Männer zu testen, sondern viel mehr im Bereich Selbstfindung.
Das Wort Partnerschaft rief noch eine Zeitlang allergische Reaktionen, in Form
von Magen, Darm Probleme bei mir hervor. Also es wundert mich das diese Form
der Erkrankung nach einer gestressten Beziehung und die daraus resultierenden
Reiz Erscheinungen noch keine Namenhafte Anerkennung in der unendlichen Krankheitsliste
unserer heutigen Medizin gefunden hat. Also mir würden da schon Namen für
einfallen wie z.B. Allergische Reizzustände nach pathologischer Inkubation
durch inkompatiblen männlichen Humanoiden,
oder: Chronische Diarohe durch pathologischen männlichen Humanoidenkontakt
hervorgerufene Reizzustände usw. Nein, von so genannten „Partnern„
hatte ich fürs erste wirklich vollkommen und mehr als nur einmal gestrichen
die Nase voll. Und desto mehr ich darüber nachdachte den Grund zu finden
weshalb ich so lange in den vergangenen Beziehungen ausgehalten hatte, desto
bewusster wurde mir das ich keinen triftigen dafür finden konnte.
Welchen Grund haben Frauen und Männer eigentlich wirklich
zusammen zu ziehen und sich dann als eine Partnerschaft zu bezeichnen. Bei den
meisten sind es wohl Zweckgemeinschaften so aus Kostenersparnis oder vielleicht
auch aus sexuellen Gründen. Es viel mir damals zu jener Zeit und dem Erfahrungsstand
meines bisherigen Lebens, äußerst schwer mir vorzustellen dass es
so etwas wie bedingungslose Liebe, bei Paaren wirklich gab. Nun jedenfalls alle
diese Gründe konnte ich bei mir nicht nachvollziehen weil meine Lebensunterhalts
Kosten seit der Trennung deutlich gesunken waren und der Sex – Aspekt,
nun im Gegensatz zu den hohen Unterhalts-Kosten während meiner sogenannten
Beziehung gab es doch im Gegenzug dessen einen absoluten Tiefstand der sexuellen
Situation für mich. Während sich mein Ex immer damit brüstete
über 20 Frauen vor mir gehabt zu haben, waren ihm diese Erfahrungen wohl
unterwegs zu unserem Ersten Treffen, irgendwie verloren gegangen. Oder aber
diese Frauen vor mir waren alle samt mit seinen fünf minütigen Karnickelnummern
zufrieden gewesen, was ich mir aber nicht wirklich vorstellen konnte.
Es war jedenfalls so, das die mangelnden sexuellen Fähigkeiten meines Ex,
kombiniert mit meinem Mangel an Erfahrung, also keines Falls den Bindungsgrund
für unsere Beziehung darlegen konnte.
Mit diesen persönlichen Ansammlungen der Analyse meiner bisherigen Beziehungserfahrungen, hatte ich absolut kein Verlangen mehr nach Sexuellen Beziehungen bzw. männlichen Beziehungspartnern. Und da one-night-stands auch noch nie so recht mein Ding waren, hatte ich also keinen Bedarf mehr nach männlicher Nähe, und wenn wir mal ehrlich sind, welche selbstbewusste, eigenständige Frau brauch heut zu tage im Zeitalter der Industrieellen unbegrenzten Phantastischen Möglichkeiten schon noch für Sex einen Mann?
Ich unternahm viel, ging zu Vorlesungen, besuchte Kurse der VHS, traf mich mit Freunden und Bekannten, bestellte mir mein persönliches Spielzeug bei Beate Use, kurzum ich holte also wirklich alle Defizite der letzten 10-12 Jahre ausführlich nach. Mit jedem weiteren Tag der Defizitbewältigung erwachte auch meine Lebensfreude wieder.
Ich ging weg so oft ich Lust hatte, wenn ich nach Haus kam musste
ich nicht mehr im Dunkeln durch die Wohnung schleichen und es lauerte niemand
auf meine Heimkehr um schreiend über mich her zu fallen, wo ich denn überhaupt
war bzw. jetzt her komme. Falsch, es wartete schon Jemand auf mich, aber von
dem wurde ich immer freudig und sogar überschwänglich wedelnd begrüßt,
meinem treuen, mich bedingungslos liebenden, nie Streit provozierenden, und
sich vor allem nie beklagenden Hund.
Für meinen Hund hatte sich die Trennung ja auch positiv bewährt, er
war nun meist mit mir gemeinsam unterwegs und wenn er nicht mit konnte, hatte
er sogar mehrere eigene Babysitter.
Wie es beim Gassi gehen halt so ist, lernte ich unterwegs meist viele neue Leute, zumeist aber Männer kennen. Häufig waren es ebenfalls Singles die daran interessiert waren sich uns (meinem Hund und mir)beim spazieren gehen an zuschließen um zusammen weiter zu gehen und irgendwann dann nicht mehr von ab zu bringen waren, mir unbedingt ihre Telefonnummer auf zu drängen. Bald schon war es so, das ich so viele Telefonnummern der wie erwähnt, meist männlichen Gassi - Partner besaß, das ich ein separates Gassi- Telefonbuch anlegen konnte. Wenn einer nicht konnte nahm ich den nächsten aus der Liste, oder wir trafen uns in Gruppen mit bis zu 10 Personen und einer Meute fröhlich tobender, glücklicher Hunde. Was für mich ja auch der Hauptgrund dieser Treffen war, die Befriedigung des Spieltriebes, die soziale Prägung und die Zufriedenheit meines über alles geliebten Hundes.
Jedoch kam es auch nicht selten vor, das der eine oder andere, den Sinn der notierten Telefonnummer etwas missverstand und mich lieber zum Essen oder zum Tanzen einladen wollte, anstatt wie abgemacht mit den Hunden zu laufen. Um dann zukünftig Missverständnisse diesbezüglich ausschließen zu können, ich war ja ein glücklicher und zufriedener Single und ganz und gar nicht beabsichtigt meine gerade erst erworbene Situation wieder zu ändern, bekamen diese Nummern dann einen Pfeil nach unten und wurden aus sortiert. So vergingen also drei Männerlose, für mich bisher ungewohnt idyllische, aber sehr schöne, zufriedene Jahre der Freude und des Glückes.
Irgendwann allerdings schienen dann wohl meine weiblichen Urinstinkte durch zu kommen, oder vielleicht hatte ich auch nur eine romantische TV-Schnulze zu viel gesehen, vielleicht kam mein Gehirn auch nicht mehr mit diesem ungewohnt ruhigen Endorphinreichen, Beziehungslosen und dadurch Stressfreiem Leben klar und verlangte nach seinen Jahrelang gewohnten Adrenalin, jedenfalls fing ich doch tatsächlich an, mich trotz meiner vielen Verabredungen einsam zu fühlen. Ich konnte es selber kaum glauben, aber nach dem es noch vor drei Jahren mein einziges Bestreben war, meinen Beziehungspartner aus meiner Nähe zu entsorgen, stellte sich mir nun, doch tatsächlich das Bedürfnis nach männlicher Zuneigung ein.
Ich ertappte mich immer öfter dabei, wie ich die Videotext
Seiten mit den Partnerschaftsanzeigen durchstöberte und mehr belustigend
als neugierig die Anzeigen durchkämmte, und diese armen
Leute in meinem tiefsten Herzen bedauerte, was mussten die wohl verzweifelt
sein, so weit zu gehen und sich hier feil zu bieten.
Nach einigen Tagen, war ich schon nur noch auf die Neuesten Anzeigen
spezialisiert und meine Belustigung war zunehmend der Neugierde gewichen, neugierig
sich vor zu stellen was das wohl so für Typen waren die solche Anzeigen
aufgaben und ob sie wirklich damit Erfolg hatten und ob sie schon Partner gefunden
hatten
Und wie überhaupt die Erfolgsquote hierbei war und, und, und.
jedenfalls gab es da eine Anzeige die mir sehr ins Auge stach
und mich nach Tagelangem wiederholten lesen dieses sehr netten Textes, dann
doch zur aktiven Handlung drängte. Ich griff zum Telefon, wählte die
angegebene Telefonnummer und wollte auf diese Chiffre Anzeige antworten, doch
dann, ja dann ertönte im Hörer diese Computerstimme die mir erzählte
dass ich auch selber eine eigene Anzeige aufgeben könnte.
Eine eigene Anzeige mit meinen persönlichen Bedingungen und Vorstellungen
eines Traum Partners, und das sogar völlig kostenfrei. Ich legte wieder
auf und lies mir das für und wider dieser Möglichkeit genauestens
durch den Kopf gehen. Ich wusste ja, dass meine Telefon-Stimme auf männliche
Teilnehmer sehr erotische Auswirkungen hatte, das hatten mir die letzten Jahre
die ich einen Anrufbeantworter besaß gezeigt.
Es war schon öfters mal vorgekommen das auf meinem A.B. sich Texte wie
„ oh Verzeihung ich habe mich verwählt aber ihre stimme ist faszinierend,
darf ich sie wieder anrufen“ oder „ Hallo ich würde gerne die
Besitzerin dieser süßen Stimme persönlich kennen lernen, darf
ich sie zum Kaffee einladen, hier meine Telefonnummer es würde mich freuen
wenn sie zurückrufen“ dann auf dem Band befanden.
Aber war ich denn wirklich jemand der eine solche Anzeige benötigte? Gehörte ich wirklich zu diesen vielen armen verzweifelten Seelen die heut zu Tage einfach nicht mehr in der Lage waren alleine einen Partner zu finden bzw. einen passenden Partner zu finden was den Schwierigkeitsgrad gleich um ein vielfaches erhöhte?
Egal wo ich hin kam, ob in die Diskothek oder im Schwimmbad, oder
beim Essen gehen mit meinen Freundinnen, oder im Stammladen der Band dessen
Fan ich war, überall kam man sofort auf mich zu oder
sprach man mich zumindest an um mich kennen zu lernen. Ach ja, ich glaube ich
habe noch nichts davon erwähnt das es da für mich so einige, zum Selbstschutz
aufgestellte Prinzipien gab, nach denen ich in meinem neuen Singledasein handelte
wenn ich Leute kennerlernte. – schließlich war ich ja zum ersten
Mal Single. Meine Regeln beinhalteten unter anderem dass ich mich niemals mit
Diskothekenbekanntschaften privat traf.
Ebenso wollte ich keine: Bademeister, Türsteher, Kellner, DJ, Musiker oder ähnliche Berufsgruppen näher kennen lernen. Ich war mir absolut sicher, das bei diesen Berufsgruppen eine deutlich höhere Gefahr bestand, auf untreue Partner zu treffen, als bei den vielen anderen
Also zurück zu meinen Selbstgesprächen: War ich denn
nun wirklich schon so verzweifelt eine Anzeige aufgeben zu müssen, wo ich
doch täglich so viele Menschen um mich hatte und auch keinerlei Probleme
hatte neue kennen zu lernen?
Die Analyse meiner letzten 12 Beziehungsjahre und das vor Augen halten der Charakterlichen
Qualifikation meiner zwei Ex-Partner, schmetterten mir ein Gedankliches, eindeutiges
„ JA! „entgegen und zwar so laut, das ich mir einbildete meine Trommelfelle
hätten darunter Schaden genommen.
Also gut ich musste es also akzeptieren, ich war eines dieser
vielen Lämmer in Gottes großer Herde, die also anscheinend nicht
mehr fähig waren alleine auf der Weide, beim Grasfressen so ganz nebenbei
und unauffällig ihren passenden Schafsbock zu treffen, und das im 21 Jahrhundert,
was für eine Erkenntnis. Oh, was war ich doch für ein armes, kleines,
verzweifeltes Lämmchen. Ich sammelte mich, und nahm mir vor, anstelle von
Selbstmitleid meine Energien lieber in positive Bahnen zu lenken, in dem ich
mein Leben ab jetzt also selbstständig gestaltete. Indem ich mich alleine
und vor allem gezielt auf die Suche nach einem, nämlich meinen eigenen,
ganz persönlichen Schafsbock zu machen. Also griff ich erst mal zum Stift,
um mir meine Vorstellungen und Bedingungen an den für mich in frage kommenden
Mann zu notieren. Diese Liste sollte dann auch, auf Grund meiner bisherigen
Erfahrungswerte der übergroßen Palette der bisher erlebten männlichen
Unarten Symptomatik, sehr, sehr lang werden.
Ich fing an nach Worten zu suchen die auch nur annähernd erklären
könnten wie im Schlaraffenland meiner sehnlichsten Fantasien dieser Mann
“ mein Traummann“ auszusehen hatte. Nachdem ich es endlich geschafft
hatte, sein sportliches und überaus ansprechendes, erotisches Aussehen
in Worte zu kleiden, das es einem California Dreameboy die Tränen in die
Augen fließen, und vor Neid hätte erblassen lassen, nieder zu schreiben.
So widmete ich mich nun, als nächstes ausführlich den Leidenschaften
und Hobbys meines fiktiven Partners. Er war ein gutaussehender, sehr gepflegter,
Langhaariger, über alle maßen treuer, absolut ehrlicher, unglaublich
zärtlicher, männlich und doch sensibler, sportlicher aber Fußballdesinteressierter,
Bierverabscheuender, nicht rauchender, unverheirateter, Kinderloser, tierliebender,
Adonis der einzig und alleine mein Lebenspartner sein wollte und der nun hier
auf meinem Zettel stand und nur noch darauf wartete sich endlich auf meine Anzeige
melden zu können, um dann nur mit mir , ja mit mir ganz alleine, den Rest
seines Lebens teilen zu wollen.
Es dauerte einige Zeit und einen halben Din A 4 Block bis ich
mit meiner Liste halbwegs zufrieden war, ich hatte ja auch keinerlei Ahnung
wie so eine Dateline funktioniert oder was da so im Entferntesten auf mich zu
kommen würde, denn schließlich war ich ja zum ersten mal in meinem
Leben, ein Single der sich auf der ganz bewussten Suche nach seinem passenden
Traumpartner befand und glücklicherweise auch noch über eine ausführliche
Liste mit Erwünschten und Unerwünschten Eigenschaften des eventuellen
Kandidaten verfügte.
Welche überaus ernsthaft und erwartungsvoll ja geradezu mit vollster Hingabe
geschrieben worden war.
Damals war ich eben noch sehr unerfahren in Sachen Partnersuche und umnebelt
von Unmengen positiven Fantasievorstellungen, oder anders ausgedrückt,
wohl immer noch etwas naiver als alle Anderen.
Aber was ich damals noch nicht wissen konnte, das Leben wartete schon geradezu
gierig darauf, mir die Unerfahrenheit und meinen so hohen Grad an Naivität
zu nehmen.
Nun also, mit der fertigen Liste in meinen Händen, war ich bereit mich
dem zu stellen was da nun kommen wollte, der gezielten, ernsthaften Suche meines
zukünftigen Lebenspartners. Ich war bereit mich dem Kampf zu stellen um
ihn zu suchen und noch viel entschlossener ihn auch zu finden. Also griff ich
erneut zum Telefon und wählte die für Frauen kostenlose, aber für
Männer sehr teure Telefonnummer der Date-Line, um meine erste eigene Anzeige
auf zu geben,
und meinem gewiss schon ungeduldig wartenden Adonis nun endlich die Möglichkeit
zu geben mir über eine Mailbox antworten zu können bzw. aufs Band
der Dateline zu sprechen.
Der Anfang, oder wie alles begann
Erneut ertönte eine freundliche Stimme die mir weiterhalf, und mir die
folgenden Schritte sehr einfach erklärte“: Hallo und Willkommen bei
der Date-Line. Wenn sie eine Anzeige aufsprechen möchten dann wählen
sie die “7“ wenn sie sich Anzeigen anhören wollen drücken
sie die „8“ So ähnlich hörte sich das also an und ich
wurde weiter durchs Menü geführt bis meine persönliche Chiffre
Mailbox eingerichtet war und nur noch auf den von mir zu sprechenden Anzeigentext
wartete. Also drückte ich die Aufnahmetaste und säuselte mit meiner
erotischsten Stimmlage meinen Text:
“Hi, ich bin 29 Jahre, und suche Dich...wenn du zwischen
27 und 35 Jahren alt bist, eine sportliche Figur besitzt und du Sport nicht
nur mit den Fingern auf der Fernbedienung betreibst, unverheiratet und Kinderlos
bist, du die Hieroglyphen Treue und Ehrlichkeit noch entziffern kannst,
wenn für dich Bier und Fußball Fremdwörter sind, du keine Angst
vor großen Hunden hast du sogar sehr Tierlieb bist, dann würde es
mich sehr freuen von dir eine Nachricht zu erhalten, ich bin 1,69 groß,
bin brünett, passe bequem in die Konfektionsgröße 38 und fühle
mich im Abendkleid genauso wohl wie in Jeans also dann, vielleicht ja bis bald.
Nachdem mein Text fertig aufgenommen und für die Mailbox gespeichert war, legte ich nun den Hörer wieder auf und es begann nun die Zeit des Wartens. Mir gingen viele Gedanken durch den Kopf, war das wirklich so gut so etwas zu machen, wird mir überhaupt jemand antworten, werde ich hier wirklich einen Mann fürs Leben finden?
Fragen über Fragen stiegen in mir hoch und es wuchs auch meine Unsicherheit, meine Zweifel daran ob ich das wirklich alles so wollte, mich feil zu bieten wie eine Ware, genauso ein Schaf in der Liste der Partnerschaftsanzeigen wie alle anderen zu sein. Ich nahm mir fest vor, vorerst niemanden davon zu erzählen, ich fühlte mich ein Bisschen wie damals als Teenager bei meiner ersten heimlichen Zigarette. Und bei all den vielen Zweifeln, nahm ich mir vor, meinen ganzen Text wieder zu löschen, und griff erneut zum Telefon. Ich wählte also die Nummer der Date-Line, und war nicht schlecht überrascht als da sofort die elektronische Stimme erklang und mir mitteilte, dass ich fünf Sprachmitteilungen in meiner Mailbox habe.
Ich war platt, da hatte ich meine Anzeige vor noch nicht ganz einer Stunde aufgesprochen und schon gab es eine so große Resonanz. Nun musste ich natürlich erst einmal meiner starkausgeprägten, weiblichen Neugier nachgeben und diese Nachrichten zumindest abhören.
Der erste Interessent meinte er würde mich gerne so schnell wie möglich kennen lernen und hinterließ mir seine Mailbox Nummer. Ich hörte mir also seine aufgesprochene Anzeige an, und hörte dass er zwar nicht gegen eine feste Beziehung wäre, aber auch nicht unbedingt nach einer suche. Also sagte ich ihm freundlich ab und löschte ihn dann gleich aus meinem Verzeichnis.
Der zweite erzählte mir etwas mehr von sich selber, was er
so für Hobbys hatte und das er es schön fände wenn er auch mehr
über mich erfahren könnte und hinterließ ebenfalls seine Mailbox
Nummer.
Auf die ich freundlich mit etwas mehr Info über mich antwortete.
Der dritte hinterließ sogar gleich seine private Telefonnummer, und bat mich ihn an zu rufen, damit wir uns verabreden konnten. Das obwohl hier extra darauf hingewiesen wird, auf der Date - Line nicht seine privat Nummer anzugeben, das fand ich, damals als Date- Line - Neuling, schon sehr aufdringlich also sagte ich ihm ebenfalls freundlich per Mailbox ab und löschte ihn auch.
Der vierte erzählte mir das er in einer Telefonzelle stand, weil er zur zeit Anschlussprobleme hätte und bat mich deshalb um meine private Telefonnummer. Nun ich brauche wohl nicht weiter darauf einzugehen das auch dieser Interessent umgehend gelöscht wurde, vielleicht nur noch etwas schneller als die Anderen.
Tja und der fünfte, der hörte sich zumindest nach dem
Inhalt seiner Nachricht zwar sehr nett und auch ehrlich an, aber er hatte so
einen extrem antierotischen Dialekt, dass mir fast der Telefonhörer aus
der Hand gefallen wäre. Also ich weiß, das es da ja wohl sicherlich
recht verschiedene Geschmäcker gibt was Sprachen und Dialekte betrifft,
aber für mich persönlich ist so ziemlich der allerfurchtbarste Dialekt
der sächsische.
Wie kann bei dieser Aussprache überhaupt eine romantische Stimmung aufkommen,
Könnte mir gut vorstellen das solch erotische Flüsterein auf sächsisch,
sicherlich besser wirken als jede andere herkömmliche Schwangerschaftsverhütung.
ich meine jetzt mal ehrlich wie machen diese Leute das wenn sie sich so richtig
vollkommen ernstgemeinte Liebesschwüre ins Ohr säuseln wollen?
Fragen die dann den Nachbarn, der dann auch noch glücklicherweise, rein
zufällig nicht aus dieser Gegend stammt, ob er mal Zeit hätte seine
Stimme verleihen zu können und den Inhalt des aufgeschriebenen Liebesschwurs
der Geliebten mal aushilfsweise verbal vermitteln könnte?
Oder schreiben die solche Sachen generell nur auf und lesen es dann auch auf gar keinen Fall laut vor, um die Romantik nicht zerplatzen zu lassen? Stelle ich mir klasse witzig vor, der romantische Sexakt, immer wieder nur unterbrochen vom ständigen Zettelschreiben und lesen jener Schriftstücke, oder durch ständiges Vorlesen des neben dem Bett stehenden freundlichen Nachbarn... Oder gibt es in Sachsenanhalt vielleicht ja stille Gesetze die nur den Einheimischen bekannt sind, so was wie z.B. niemals beim Sex sprechen oder so?
Ich mein das wirklich ernst, wie machen die das, wie gehen die mit diesem Dialekt in solchen Situationen um? Na ja, jedenfalls sagte ich noch nicht sofort ab, mir viel ehrlich gesagt nichts Spontanes ein was ich als höfliche Ausrede für mein Problem mit dieser Stimme hätte benennen können und legte erst mal den Hörer wieder auf, in der Hoffnung später noch einen Einfall zum Thema Ausrede zu erhalten.
Beim nächsten einwählen machte ich mich dann erst mal
mit dem Punktesystem dieser Line vertraut.
Frauen können nämlich nur kostenfrei anrufen, wenn sie Punkte besaßen
und diese Punkte gab es für erhaltene Nachrichten in der Mailbox oder,
und dafür gab es die meisten Punkte, wenn man bzw. Frau sich mit den männlichen
Kandidaten direkt also live, auf der Line unterhielten.
Der erste Live-Kontakt
Es war mir noch gar nicht klar wie das da so mit dem Live Kontakt funktionieren
würde, bis jetzt kannte ich ja nur den Nachrichten Austausch per Mailbox,
was etwa so wie ein gewöhnlicher Anrufbeantworter funktionierte. Außerdem
hatte ich ja auch noch gar nicht vor mich mit irgendjemanden persönlich
zu unterhalten bevor ich nicht mehr über die Person wusste. Als ich gerade
so den Erklärungen der Elektronischenstimme über dieses Punktesystem
lauschte, gab es ein merkwürdiges Klingelgeräusch im Hörer.
Ich dachte mir nichts weiter bei, vielleicht ja ein Leitungsproblem, und plötzlich
so aus heiterem Himmel, war da Auf einmal eine Männerstimme in meinem Hörer
die mich doch Tatsache fragte ob ich mich gern über Sex unterhalten würde.
Ich sprach völlig entrüstet vor mich hin, was meint dieser Typ, unglaublich,
der ist wohl nicht ganz dicht? Und dieser Typ wiederholte seine Frage und meinte
dass wir jetzt live verbunden sind und er mich sehr deutlich hören kann.
Ich erschrak der maßen, dass mir der Hörer aus der Hand viel und
auf das Telefon prallte und dadurch das Gespräch dann abrupt beendet wurde.
Nach dem ich mich von meinem ersten Schrecken erholt hatte, wählte ich
mich also wieder ein und hörte erneut meine Mailbox ab. Es waren wieder
einige neue Nachrichten in meinem Briefkasten dazu gekommen und ich sortierte
also wieder nach denselben strengen Kriterien, die ich mir auferlegt hatte,
Mitteilungen aus.
Unter den Nachrichten war auch wieder mit einer erneuten freundlichen Botschaft,
der Besitzer des unerotischen Dialektes zu finden. Diesmal allerdings gleich
mit einer Zeitangabe, wann er für ein eventuelles Live Gespräch online
sein wollte um sich persönlich mit mir zu unterhalten.
Um Gottes willen bloß nicht diese Stimme auch noch Live
dachte ich und machte mich schleunigst daran ihm endlich zu antworten. ich drückte
auf Antwort und teilte ihm mit das ich sein Interesse ja sehr nett, aber unangebracht
finde weil ich nicht interessiert wäre und ich ihn weiterhin viel erfolg
auf der Line bei seiner Partnersuche wünschte.
Ich fühlte mich erleichtert, und widmete mich der Bearbeitung meiner anderen,
wieder sehr reichhaltig, angesammelten Nachrichten in meinem Briefkasten der
Dateline.
Als da wieder dieser Klingelton im Hörer erklang, und die elektronische Stimme mich diesmal aber wenigstens vorher fragte ob ich denn das Live Gespräch annehmen möchte. Da ich nun schon soweit über das Punktesystem der Dateline informiert war, und ich wusste das so ein Live Gespräch mir sehr viele Punkte einbringt, ich muss gestehen das ich also in erster Linie aus diesem Grund das Gespräch an nahm. Es gab noch mal ein merkwürdiges Geräusch und dann war ich auch schon, mit diesem netten Menschen mit dem leider immer noch sehr unerotischen Dialekt verbunden. Er stellte sich freundlich mit seinem Namen vor und fragte mich gleich was ich denn alles gerne über ihn wissen möchte und das es ihm eine Freude wäre mir Rede und Antwort zu stehen. Und das alles auf sächsisch, oh mein Gott!
Der Erste Telefon-Kandidat
Wie schon mal erwähnt bin ich eine überaus ehrliche Person und deshalb
hielt mich gerade noch meine Höflichkeit davon ab, ihm in diesem Moment
zu sagen, das ich ja eigentlich gar nichts weiter über ihn wissen wollte,
Jedenfalls nicht verbal, aber wenn es denn schon unbedingt sein muss,
wie wär’s denn mit einem Brief? Aber in anbetracht der zu erhaltenden
Punkte, fragte ich ihn nach seiner persönlichen Beschreibung. Also seine
Größe, seine Augen und Haarfarbe und was er so für Hobbys hat,
was man da halt alles so fragt, um sich ein Bild machen zu können und um
Zeit zu schinden welche ja bekanntlich Punkte bringt. Er erzählte mir dass
er aus Oschersleben stammt und dort lebte.
Was zum Teufel ist Oschersleben, eine U-Bahnstation oder eher
eine S-Bahnstation?
Nein, es war mir beim zweiten Nachdenken natürlich schon klar das es irgend
so ein Nest in den Neuen Bundesländern sein müsste, und die Wahrscheinlichkeit
lag hoch, dass sich dieses Oschersleben vielleicht sogar in Sachsenanhalt befand.
Er beantwortete brav alle meine Fragen: er war 39 Jahre alt, 1,85
m groß, dunkele Augen und Haare, frisch geschieden und hatte eine 12 jährige
Tochter, ach ja und von Beruf war er Polizist.
Im Gegensatz zum Bevölkerungsdurchschnitt, habe ich nichts gegen diese
Berufsgruppe einzuwenden.
Merkwürdiger weise befand sich diese Berufsgruppe auch nicht auf meiner
roten Liste, trotzdem dies ja auch ein mit viel Kontakt verbundener Beruf ist,
vor allem der sogenannte Kontaktbeamte im Außendienst.
Jedenfalls schien er, wenn man vom Dialekt jetzt mal absieht, ein recht netter Kerl zu sein und das Gespräch mit ihm war sogar recht interessant. Nach einer weile hatte ich mich auch bedingt an seine Aussprache gewönnt, so das mein ständiges …was meinst du? Wie heißt das? Was hast du gesagt? Und ihm zu zuhören tat mit der Zeit auch nicht mehr ganz so stark in den Ohren weh.
Wir unterhielten uns ab diesen Tag regelmäßig über
die Line, meist war ich gerade beim Briefkasten abhören wenn er mich dann
anklingelte für eine Live Unterhaltung. Es viel mir damals, auch als Dateline
Neuling, schon auf das die meisten der Interessenten sich nicht so gerne mit
mir über die Line unterhalten wollten, sondern immer möglichst schnell
private Nummern austauschen bzw. sich schnell persönlich treffen wollten.
Heute verstehe ich das natürlich völlig, denn es ist zum einen mal
sehr teuer und zum zweiten möchte man doch schnellstens wissen mit wen
man da spricht und ob sich weitere Bemühungen überhaupt lohnen, bzw.
sinnvoll für beide Seiten sind. Immerhin hatten die Männer da ja auch
die schlechteren Karten mit ca.1, 25 € die Minute
Aber damals als blutiger Anfänger auf der Date - Line schien mir dieses Verhalten unangebracht und überaus aufdringlich zu sein. Und somit löschte ich also täglich zweidrittel, der diesbezüglich auf Privattelefonate drängenden Kandidaten und das eine drittel der Nachrichten das übrig blieb beantwortete ich.
Es geschah, das mein Hund sehr krank wurde und operiert werden
musste. Also, lag ich den Abend und die ganze Nacht, neben ihm im Wohnzimmer
auf dem Boden um ihn unter Beobachtung zu behalten.
Geschlechtsspezifisch bedingt nutzte ich zum Zeitvertreib natürlich das
Telefon, und telefonierte also mit dem netten Polizisten über die Date
- Line. In dieser langen Nacht, bot ich ihm dann sogar von mir aus, meine Privatnummer
an er war wohl wirklich viel zu höflich um mich danach zu fragen.
Von diesem Tage an rief er mich dann täglich an und wir telefonierten dann
auch lange und ausgiebig. Inzwischen hatten wir auch schon Adressen ausgetauscht
um uns Fotos zu schicken.
Irgendwann zu dieser Zeit bekam ich eine schlimme Grippe und eines Tages Bimmelte
es an der Tür und ein Bote brachte mir einen riesigen Blumenstrauß
mit einer Genesungskarte natürlich von dem netten Polizisten.
Ich war schon ganz schön beeindruckt muss ich gestehen und da er ja auch
sehr beharrlich war und große Ausdauer bewiesen hatte, wir telefonierten
mittlerweile seit über vier Wochen täglich miteinander, lies ich mir
seine Frage wegen eines Treffens nun auch langsam durch den Kopf gehen. Auf
dem Foto, das ich von ihm erhalten hatte, hatte er ja auch wirklich sehr nett
ausgesehen und ich hatte mich von seinen Angaben das er ein muskulöser,
sportlicher, jugendlicher Typ war selber überzeugen können. Also überlegte
ich nicht weiter und stimmte einem Treffen zu. Durch die große Entfernung,
musste unser Treffen also an einem Wochenende stattfinden, weil er ja die weite
Strecke nicht am selben Tag hin und zurück fahren konnte, sondern auf meinem
Sofa übernachten musste. Wir einigten uns also auf ein Wochenende an dem
er Dienstfrei nahm und planten eine Stadtbesichtigung, er war ja vorher noch
nie in Berlin gewesen.
Das Erste Treffen und der große Schock
Der Samstag kam und ich machte mich gemeinsam mit meinem Hund, auf zum Treffpunkt.
Es war eine große, vielbelebte Kreuzung an der wir uns Verabredet hatten,
weil es dort Parkmöglichkeiten gab, was in Berlin ja zur Mangelware zählt.
Und ich stand also auf einer Ecke und starrte in die Richtung aus der dieser
nette, freundliche, gutaussehende, ehrliche Polizist nun kommen sollte.
Als ich da also so in diese Richtung schaute, konnte ich nicht
glauben was sich da auf mich zu bewegte.
Ich dachte total geschockt, nein das ist er nicht, das kann nicht sein, der
sieht dem nur ein bisschen ähnlich. Das kann nicht mein Date sein, nein
bitte nicht der sieht ja ganz anders aus als auf dem Foto aber der läuft
Tatsache in meine Richtung und ich spürte wie der Zorn langsam aber stetig
in mir aufstieg. Dieser Mann, der sich da freudestrahlend auf mich zu bewegte,
hatte vielleicht außer noch annähernd das Gesicht, nun wirklich nichts
mehr mit diesem Foto das ich erhalten hatte gemeinsam. Dieses auf mich zu kommende
Etwas, hatte nicht nur graue sondern schon weiße Haare, und ungefähr
die Statur einer Sprotte und sein jugendliches Aussehen hatte er wohl auch in
Oschersleben vergessen oder vielleicht ja auch unterwegs verloren.
Aber vielleicht hatte ich ja auch noch eine Chance und der Polist konnte nicht
kommen und hatte mir seinen Vater oder vielleicht ja den älteren Bruder
als Vertretung gesandt.
Während dieser Zeit die diese vielen Gedanken der puren Verzweiflung meinen Kopf schmerzlich durchzuckten, hatte er mich mittlerweile erreicht und kam mit strahlendem Gesichtsausdruck vor mir zum Stillstand und schmetterte mir superfreudig entgegen: “Toll, du siehst ja wirklich so aus wie auf dem Bild“? Ich war entsetzt über diese so selbstverständlich wirkenden Worte dieses Mannes Und ich erwiderte sofort, und ich gestehe auch nicht gerade mit freundlicher Miene. Das ich es schöner gefunden hätte, wenn ich das jetzt auch von ihm hätte sagen können! Während ich das aussprach, musste ich ziemlich stark gegen das dringende Bedürfnis ankämpfen ihm eine runter zu Hauen oder doch wenigstens meine Hände in würgender Stellung, um seinen Hals zu legen. Ich wusste sofort, dass es also ein sehr anstrengendes Wochenende, mit viel Körperbeherrschung werden würde wenn auch für mich aus anderer Sicht betrachtet, als für ihn.
Er sah mich nicht mehr ganz so strahlend an und meinte, ja ich gebe es zu es ist schon ein etwas älteres Foto und er hätte halt auch durch den ganzen Scheidungsstress etwas abgenommen. Abgenommen? Das sah mir eher stark nach Bulimie aus. Ich musste mich wirklich bemühen, bei der weiteren Unterhaltung mit diesem Menschen ruhig zu bleiben, denn das nächste das er sagte war, das er sich schon am Telefon in mich verliebt hätte und nun wo er vor mir stand, sich völlig sicher war das ich die Frau seiner Träume sei. Ich bekam jetzt zu den verdammt starken Kopfschmerzen auch noch ein Übelkeitssyndrom, und in meinem Kopf schmetterte ich ihm bereits entgegen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass du der Mann meiner Alpträume bist! Jedenfalls sagte ich ihm, das ich sehr enttäuscht bin und außer an einer Freundschaft mit ihm, nicht weiter interessiert. Irgendwie nahm er das wohl alles nicht so ganz ernst, jedenfalls bekam er wieder diesen grässlich freudigen Gesichtsausdruck und wir gingen zu mir, um seine Sachen ins Wohnzimmer zu stellen.
Ich beneidete meinen Hund darum dass er zu Hause bleiben dürfte, und machte mich mit meinem Logiergast auf den Weg zur U-Bahn. Da er keine Kannte, wollte er unbedingt mal U-Bahn fahren, also fuhren wir mit der U-Bahn zum Kurfürstendamm. Unsere Fahrt zur Berliner-City, glich geradezu einem Comic, wir setzten uns auf eine der langen Bänke, und er begann mir auf die Pelle zu rücken. Also rückte ich ein Stück weiter weg und er rückte wieder auf. Das tat er also wieder und wieder, bis wir die eine Bank durch hatten und auf der nächsten ankamen, wo ich ihm dann in meiner deutlichsten, unscharmantesten Art, der Sitzplatzrückerei nun einhallt gebot.
Endlich am Ku - Damm angekommen stürmte ich geradezu mit ihm die Strassen entlang und wir gingen in den Zoo. Er wollte dann, dass wir uns dort in ein Gartenlokal setzten, ich war wohl wirklich etwas zu schnell mit ihm gelaufen, ihm taten die Füße weh. Irgendwie hatte ich wohl ins geheim die sehnsüchtige Hoffnung gehabt, das umso schneller ich laufe die Zeit und somit der Tag und dieses furchtbare Wochenende auch schneller vergehen würden
Aber dem war leider nicht so, der Tag kam mir so lang wie noch
nie vor. So saßen wir also in diesem Lokal des Zoologischen Gartens, und
wieder erzählte er von seinen Gefühlen für mich und das es mit
mir eben nur etwas Zeit brauchen würde. Erneut erklärte ich ihm das
uns in Zukunft, wenn überhaupt etwas, dann nur eine Freundschaft verbinden
könnte,
und das ich mir noch nie so sicher war, das es auf gar keinen Fall mehr werden
könne, niemals todsicher. Also machten wir uns wieder auf den Weg zurück.
Um mit ihm so wenig zeit wie möglich in meiner Wohnung zu verbringen, machte ich den Vorschlag in einem Laden in der Nähe meiner Wohnung, essen zu gehen. Dort redete er, wie auch schon den ganzen Tag lang, fast ununterbrochen weiter, voller Begeisterung sprach er über sich und seine Vorzüge, das erlebte heute hier in dieser Stadt, und dann kam er wieder zum Thema Dateline und uns. Als auch noch ein Rosenverkäufer in den Laden kam und er ihn zu uns winkte, da knallte mir förmlich gesagt die Hutschnur.
Ich baute mich vor ihm auf, während ich den Rosenverkäufer wieder weg schickte, und fing in einen sehr ernsten Tonfall, mit aller Deutlichkeit die nun wohl auch so ein Ignorant wie er verstehen müsste. “Nun hör mir mal gut zu, ich habe nicht das geringste Interesse an einer Beziehung mit dir, und an dieser Einstellung wird sich auch in hundert Jahren nichts, wirklich überhaupt nicht das geringste ändern. Ich finde es eine absolute Unverschämtheit was du mit diesem Foto abgezogen hast. Wenn du ehrlicher gewesen wärst, hättest du dir den ganzen langen unnötigen Weg hierher auch sparen können, aber wenn du nun schon mal hier bist, kannst du, wie abgemacht, auf meinem Sofa übernachten und dann eben erst morgen Früh zurück fahren. Ich hoffe damit ist jetzt endlich dieses Thema erledigt“
In diesem Moment war er still und nicht nur er sondern der ganze
Laden war um uns totenstill geworden.
Wenn ich ehrlich bin war es mir egal und auch nicht peinlich, anscheinend verstehen
mansche Menschen nur diese ausführlich, deutliche, direkte Art der Verständigungsform.
Jetzt ging es mir besser, da ich an seinem geschockten Gesichtsausdruck, deutlich
sehen konnte dass er es endlich verstanden hatte. Jetzt löste sich merklich
das Band um meinen Magen und ich bekam endlich Appetit auf das Essen, das da
schon eine Weile vor mir stand und ich noch nicht angerührt hatte. Hingegen
sein Appetit wohl nun gänzlich verloren war.
Nach dem ich gegessen hatte, er starrte ja nur noch wortlos auf seinen Teller,
gingen wir zurück zu mir wo ich ihn wie versprochen auf dem Sofa übernachten
lies, natürlich unter den strengen Augen meines treuen Boddygards, der
jegliche Bewegungen seinerseits mit einem lauten knurren registrierte.
Am nächsten morgen brachte ich ihn zu seinem Auto, nicht das ich mich von seiner Abfahrt auch wirklich überzeugen wollte, na ja vielleicht ja auch das. Nein ich musste ja eh mit meinem Hund Gassi gehen und wünschte ihn also viel Glück bei seiner weiteren Partnersuche. Er machte immer noch einen sehr traurigen Eindruck und sagte das er an einer anderen nicht interessiert wäre und ob ich es mir nicht doch vielleicht noch mal überlegen könnte. Am Tag zuvor wäre ich wohl spätestens an dieser Stelle wieder recht zornig geworden, aber an diesem Tag, in Anbetracht dessen das er gleich abfahren würde, fand ich es nicht mehr so belastend und würgte ihn nur mit einem strengen Tonfall wieder ab. Dann wünschte ich ihm eine gute Fahrt und tappelte, überglücklich wieder mit meinem Hund alleine zu sein, davon.
Die zweite Runde konnte beginnen
Ich nahm mir fest vor, so etwas passiert mir nie wieder, ich würde mich
nicht noch einmal dermaßen lange mit einem Interessenten befassen, den
ich nicht persönlich gesehen und dadurch einschätzen könnte.
Ich war regelrecht zornig die viele Zeit an einem so unmöglichen Typen
vergeudet zu haben. Und somit würde die ganze Sache mit der Dateline ab
jetzt ganz anders laufen. Da ja der Oscherslebener Polizist auf meine Anzeige
geantwortet hatte obwohl ich in dieser ausdrücklich auf unverheiratete
und Kinderlose Kandidaten hingewiesen hatte, ging ich das ganze jetzt viel rationaler
an. Ich notierte ab jetzt jeden einzelnen Kandidaten Namentlich, und antwortete
erst mal auf fast jede Nachricht mit einer Liste von Fragen. Ich fragte sofort
nach Alter, Größe, Verheiratet, geschieden wenn ja wie lange schon,
Kinder und wenn ja wie viele usw.
Da ich ja nur an Männer ohne Vorgeschichte interessiert war,
sollte diese direkte Fragestellung eine Art Fallenstellung sein. Nachdem sie
mir darauf antworteten, sortierte ich die nicht in Frage kommenden aus und machte
diesmal den übriggebliebenen sofort den Vorschlag eines schnellstmöglichen
persönlichen Treffens. Einige Neulinge fanden das dann auch, genau wie
ich anfangs, zu aufdringlich und ich sortierte wieder aus. Mit den Restlichen,
die ja nie wirklich der Rest waren denn es gab ja täglich genügend
Nachschub für mich, traf ich mich dann in meiner Umgebung. Ich achtete
ab jetzt aber sehr darauf, diese Treffs niemals wieder zu dicht in meiner Wohnnähe
durch zu führen.
Denn, mein letztes Date war mir eine bleibende, noch immer sehr gegenwärtige
Erinnerung. Ich hatte ja auch noch immer mit ständigen Nachrichten von
diesem Oscherslebener- Sprotten- Ignoranten zu kämpfen.
Beinahe Täglich rief er mich an, hinterlies mir Nachrichten auf meinem Anruf - Beantworter oder sprach mir sogar noch in die Mail Box der Date - Line. Und die Krönung zu alle dem war, das er jede Möglichkeit nutzte, als Überraschungsgast vor meiner Tür zu stehen. Glücklicherweise hatte ich ja einen vollen Terminplan und war somit nie zu Hause wenn er da gewesen war. Nur seine Benachrichtigungen, die ich bei meiner Heimkehr im Briefkasten vorfand, verursachten dann immer noch ein leichtes Übelkeitssyndrom bei mir.
Abgesehen davon, war diese Zeit eigentlich recht nett, denn ich
war sehr viel unterwegs, ich ging mit meinen unzähligen Interessenten Pizzaessen,
Kaffeetrinken, Eisessen, und sonstiges was man zum unterhalten und kennen lernen
so für Orte wählt, und wo dann natürlich auch überall immer
mein Hund dabei sein konnte. Übrigens für alle Hundeversierten, die
Männer welche von meinem Hund schon gleich zum Anfang mit knurren begrüßt
wurden, unterlagen natürlich ebenfalls meiner sofortigen Zensur und wurden
aussortiert.
Wie sollte das auch anders sein, denn es ist ja ein stilles Gesetz der Hundehalter,
wenn der Hund Jemanden nicht mag, es auch garantiert einen triftigen Grund dafür
gibt, wenn der auch für uns als Halter nicht gleich erkennbar ist, ich
persönlich verspüre auch keinerlei Bedarf diesbezüglich auf weitere
Entdeckungsreise zu gehen um den Grund zu finden. Der Hund hat in dieser Instinktiven
Hinsicht eben nun mal Recht, und das allein reicht mir vollkommen.
Es wurden immer mehr Interessanten
Irgendwann hatte ich dann endlich den richtigen Überblick bekommen und
stellte fest das ca.70% der Leute von dieser Line, nicht unbedingt einen Lebenspartner,
als viel mehr ein Sexuelles Abenteuer suchten und das ungefähr genauso
viele also ca. 60% - 70% auch eine stark gestörte Beziehung zur Wahrheit
hatten
Und für mich persönlich erkannte ich, dass ich keine Lust mehr hatte,
weiterhin meine Zeit mit diesen Prozentualen Anteil der Leute zu vergeuden.
Also änderte ich erneut mein Auswahlverfahren
Ich verabredete mich jetzt auch nicht mehr zum Essen, ehrlich
gesagt war mir selbst diese Zeit mit Jemanden der mir nicht ganz die Wahrheit
über sich erzählt hatte, oder mir gleich zu Anfang unsympathisch war
einfach zu wertvoll um sie, wegen unangebrachter Höflichkeit, zu vergeuden.
Ich mag mir nun mal die Leute mit denen ich meine Zeit verbringe selber aussuchen
und bei den vergangenen Treffen fand ich es immer furchtbar, wegen meiner dummen
Höflichkeit nicht sofort gehen zu können. Schließlich war es
ja häufig so das diese Männer einen gewissen Weg zurück gelegt
hatten nur um mich zu treffen.
Also änderte ich den Ablauf des Geschehenes und sah mir die Leute erst
mal an und entschied dann am Treffpunkt ganz spontan was wir machen könnten
und ob wir überhaupt etwas unternahmen. Die Leute die mir nicht gefielen,
mit denen begab ich mich auf einen nicht all zu langen Spaziergang, jedenfalls
noch die erste Zeitlang und Jene die mich ganz besonders belogen hatten, ließ
ich sogar gleich an Ort und Stelle wieder stehen. Und das sogar ohne schlechtes
Gewissen, denn ich hatte nun mal kein Interesse daran, unehrliche Leute näher
kennen zu lernen.
Wenn ein Date Partner sich darüber beklagte, das ich nicht bereit war mich
weiter mit ihm zu befassen sagte ich auch klipp und klar warum ich keine Lust
mehr auf weitere Konversation hatte. Den ganz hartnäckigen musste ich dann
auch tatsächlich noch ausführlich erklären wieso. Es kam von
diesen Leuten oft das Argument, wenn sie erzählt hätten wie sie aussehen,
dann hätte ich mich nicht mit ihnen treffen wollen, was ja hundertprozentig
stimmte. Und das ich ihnen jetzt, da sie schon mal hier sind, ja die Möglichkeit
geben sollte, sie besser kennen zu lernen um mich nicht von ihrem Äußeren
sondern von Ihrem Charakter überzeugen zu lassen. Darauf hatte ich dann
auch sofort eine passende Antwort, nämlich das wenn mich jemand schon zu
Anfang belogen hat, ich gar kein Interesse verspüre ihn überhaupt
noch weiter kennen zu lernen. Und den Charakter von Leuten mit einem gestörten
Verhältnis zur Wahrheit kennen zu lernen, sehe ich für mich persönlich,
als absolute Zeitverschwendung an.
Ich hatte ja auch schließlich einen recht engen Terminplan und es gab wöchentlich ungefähr 10 Leute abzuarbeiten, bzw. zu besichtigen und es wurden Täglich mehr. Wenn mir dann einer sympathisch war, bekam er eventuell, allerdings erst nach dem dritten Treffen, meine Telefonnummer, aber eben nur vielleicht. Ich war und bin eben ein vorsichtiges Wesen. Also mal so zum nachvollziehen, ich habe mir ungefähr 103 Männer angesehen und davon haben gerade mal zehn meine private Telefonnummer erhalten, also eben wirklich sehr vorsichtig.
Es ging nicht mehr ohne Terminplaner
Wie schon erwähnt, wurden es jeden Tag mehr die sich da in meiner Mailbox ansammelten unter ihnen auch regelmäßig Typen die sich wohl nur in meinen Briefkasten verirrt hatten oder aus Neugier auf meine Anzeige reagierten. Also ich meine diese Typen, die keine wirkliche Beziehung suchten und mich trotzdem unbedingt mal sehen wollten. Und ihren Angaben nach auch genau meinem Bild eines sehr sportlichen, mit vollem kräftigen Haar gesegneten jugendlich, muskulösem Adonis entsprachen.
Nun, ich weiß ja nicht wo diese Leute mal eine Beschreibung eines Adonis
gesehen hatten, es war vielleicht ja eine asiatische Ausgabe gewesen, denn anscheinend
sah Adonis in dieser Beschreibung etwas anders aus, als der Europäische
den ich suchte. Dieser schien 1,50 -1,70 m Körpergröße mit 90-150
kg Körpergewicht als Definition Sportlich zu vereinen. Sein überflüssiges
Fettgewebe schien als Muskelmasse bezeichnet und eine, mit noch einem cm breiten
Haarkranz umrankte Glatze, als kräftiger Haarwuchs empfunden zu sein. Nun
in China mögen diese Exemplare ja einer wahren Vergötterung unterliegen,
aber bei mir persönlich riefen diese Schönlinge, alles andere als
eine freudige Erregung hervor.
Nein, ich bemerkte in jenen Momenten, wenn ich vor solch besonders
exklusiven Ausführungen der Männlichen Gattung stand viel eher meine
Evolutionsbedingten Abstammungsinstinkte. Nämlich das der Mensch zu den
„Herden Tieren“ gehört und diesbezüglich, über einen
starken Fluchtinstinkt verfügt. Das war in diesen Augenblicken immer das
Einzige was mir in den Sinn kam, schnell weglaufen und um Himmelswillen bloß
nicht mehr umsehen! Und ich gebe zu, manchmal in diesen Paniksituationen auch
der Gedanke niemals wieder zu einem Blaing Date zu gehen sondern schnellstens
meine Anzeige auf der Dateline zu Löschen.
Eine der vielen Dateline Lektionen mit einprägsamer Wirkung, hatte ich
mit einem ganz besonders gestörtem Exemplar jener Parallelweltenlebender
Wundermänner. Dieser war fest davon überzeugt, dass ich wenn ich es
selbst auch anscheinend noch nicht wusste, in ihm den Mann fürs Leben bereits
gefunden habe. Und ich müsse einfach nur offener auf diese Erkenntnis eingehen
und mich nicht ständig dagegen währen sondern es eben akzeptieren.
Schon beim live Gespräch über die Line, sagte ich ihm das wir uns
nicht zu Treffen brauchten denn ich wüsste schon von vornherein das er
gewiss nicht mein Typ wäre, aber er überredete mich mit einer solchen,
vor lauter Selbstbewusstsein strotzenden Selbstsicherheit, das dadurch mein
soziales Wesen zur Oberfläche drängte, und mich nichts mehr davon
abhalten konnte, ihm zur Hilfe zu eilen. Jenem armen demensen Mann, diesbezüglich
Unterstützung zu leisten, auf den Weg in die Realität zurück
zu finden.
Dank der Kenntnisse welche die Dateline mir bisher in ihrer schonungslosen Weise
angedeihen lies, über das nicht ganz Wahrheits- entsprechende Selbstbildnis
der meisten Männer, war ich also aufs Schlimmste vorbereitet. Und so griff
ich des späten Abends meinen geliebten Hund, und tappelte mit ihm, zum
ausgemachten nächtlichen Treffpunkt um mich dort tapfer und gefasst, dem
Erwarteten Anblick zu stellen.
Erwartungsgemäß, traf meine Augen dann schmerzend,
das Bildnis eines voluminösen, asiatischen Adonis der gestandensten Art.
Auch die lässig auf der Glatze getragene Sonnenbrille konnte die Tatsache
des starken Haarmangels nicht mehr verschleiern. Und die Lederjacke übernahm
wohl, voll und ganz das erwähnte Attribut der Sportlichkeit seines Körpers.
Na ja bei den Chinesischen Sumoringern wäre dieses Exemplar wohl der Supertyp
schlechthin gewesen, aber wie gesagt, ich suchte mehr den europäischen
Typus. Als ich so vor ihm stand, sagte er doch auch noch Tatsache mit cooler,
selbstbewusster Stimme "Na habe ich dir nun zu viel versprochen?"
Zu meinen jüngsten Date-ing Zeiten, währe ich wohl geschockt und Fassungslos
über soviel Realitätsferne, sofort ohnmächtig geworden.
Vielleicht war es ja auch nur zu dunkel gewesen und er hatte deshalb meinen schockierten Gesichtsausdruck nicht richtig erkennen können, oder er dachte in seiner tiefen inbrünstigen Selbstsicherheit mein Gesicht wäre vor lauter Überwältigung so Angst verzerrt. Wie auch immer, ich nahm mir fest vor mich nicht mehr weiter damit zu belasten, und mit dieser sowieso unlösbaren Aufgabe auseinander zu setzen, wie Jemand mit solch einem schier Unglaublichen Aussehen, mit einem so großen Selbstbewusstsein beschenkt werden konnte.
Aber zu diesem Zeitpunkt fand ich soviel Selbstverliebtheit nur
noch bedauernswert und ja eigentlich schon beinahe amüsant. Ich bemühte
mich also, ihm in meiner behutsamen, sozialen Art und Weise, vor Augen zu führen
das er, wie bereits von mir vermutet, nicht ganz das Exemplar war das ich suchte.
Auf seine Bemerkung hin, dass er bisher noch jeder Frau gefallen hatte, erwiderte
ich mit meinem immer noch recht Entsetzen Gesichtsausdruck:
"Wie und dir hat wirklich bis heute noch keine Frau gesagt das du nicht
so gut aussiehst wie es dir selber vorkommt? Also dann freue ich mich dir mitteilen
zu können, das ich hiermit die erste sein werde" Nun, da ich meinen
entsetzten Gesichtsausdruck, anscheinend an ihn weitergereicht hatte, fühlte
ich mich wieder richtig gut und fing an das alles sogar recht amüsant zu
finden. Drehte mich ziemlich laut lachend um und tappelte mit meinem freudig
wedelnden Hund davon.
Nun leider war es nicht immer ganz so einfach wie es sich anhört, die aussortierten
Date - Partner wieder los zu werden. Meist fingen sie nach dem Treffen erst
mal richtig an mich zu nerven und drängten auf eine neue Verabredung und
eine zweite Chance. Manche von diesen Aussortierten Kandidaten hinterließen
mir ständig Nachrichten in meiner Mailbox und ganz besonders schlimme Exemplare
sogar Täglich so viele, das meine Mailbox wegen Überfüllung keine
weiteren, neuen Nachrichten mehr aufnehmen konnte. Ich betrachtete dieses, ständig
wiederkehrende Problem, um eine Lösung zu finden, sehr genau und kam zu
dem folgenden Ergebnis.
Meine Date - Partner waren ja alles Männer die nicht aus meiner Umgebung
stammten, die ich auch vermutlich nie Mals im Leben mehr wieder sehen würde
und die ja nicht mal Jemanden kennen der mich kennt. Ich entwickelte folgende
neue Taktik. Das einfachste wäre also, diese Männer dazu zu bringen,
das Sie, mich nicht mehr wieder sehen wollten und zwar insofern,
das sie möglichst so geschockt wären das sie selbst sofort nach dem
Treffen, schleunigst das Weite suchen würden. Der Gedanke schoss mir in
den Sinn, dass ich mich dann ja mal so benehmen könnte wie ich es sonst
nie tat, aber schon immer gerne mal wollte. Ohne Charme und Rücksicht,
einfach mal so benehmen wie in meinen kühnsten Vorstellungen, so richtig
schön daneben. Und ich dachte hierbei nicht nur, an das bekannte Torettsyndrom,
welches seine Besitzer zu unkontrollierten Geräuschen und Zuckungen verhalf.
Nein die Möglichkeiten diesbezüglich in Frage kommender provozierter
Situationen, lies einfach alles zu was das Herz begehrte.
Somit bekamen nun auch diese Dates ihren ganz besonderen, positiven Anreiz für mich und ich schaffte es bei solchen Treffen trotz allem anderen sogar noch etwas Freude zu empfinden. Ja ich gebe zu, mit diesem neuen Gesichtspunkt, entwickelte ich sogar eine größere Tendenz, mich zukünftig mehr auf solche Treffen zu freuen als auf die anderen, "normalen" Dates. Eines dieser ganz besonderen Dates hatte ich, wieder mal mit einem dieser Realitätsfernen Geschöpfe, die in ihrem eigenen Spiegelbild das Abbild eines Supertypen sahen, welches uns normal sterblichen anscheinend ein, auf ewig verborgenes Geheimnis bleibt. Er hatte mir eine Nachricht in der Mail - Box hinterlassen, in der er ausführlich betonte, das er nicht nur gut aussieht, sondern meist auch sehr geschmackvoll gekleidet sei und auch sonst über viel Stiel verfüge und Probleme mit Hunden hätte er auch keine weil er ja selber einen Deutschen Schäferhund hätte.
Erwartungslos und auf alles vorbereitet, wie es mir die Date - Line ja bestens
geleert hatte, tappelte ich also zum verabredeten Treffpunkt. Meine, mittlerweile
ziemlich gut abgehärteten Augen, sahen einen ca. 1,70 großen und
ungefähr 95 Kg schweren asiatischen Adonis auf mich zu schreiten.
Als nächstes lernte ich, das auch die Bezeichnung Geschmackvoll gekleidet
auf der Date - Line, sehr relativ sein konnte. Sein Oberkörper wurde von
einem Ärmellosen Baumwollunterhemd, der Marke Laubenbenpiper, umhüllt.
Aber vielleicht war es ja auch gar kein gewöhnliches "Baumwollunterhemd",
sondern ich war nur nicht in der Lage zu erkennen dass es von Calvin Klein war.
Ich gebe zu das mir diesbezüglich sämtliche Informationen fehlen,
ob Calvin Klein solche glanzvollen Ausstattungsstücke in seiner Kollektion
verbirgt. Auf diesem hochexklusiven Designerteil zeichneten sich jedenfalls,
deutlich sichtbar die Konturen seiner Zwei Bauchwülste ab. Und sein knielanges
weit schlabberndes Beinkleid umschmeichelte, in unerotischster weise, seine
bei jedem Schritt nach bebenden Beine. Und an seinen sonst ja wohl sehr modisch
gekleideten Füßen befanden sich Jesus- Latschen in der perversesten,
mittelalterlichsten Ausführung. Na ja vielleicht waren es ja aber auch
edle und sehr wertvolle Familien Erbstücke gewesen was ich nur nicht wusste.
Und zum Thema Hund, nun also bei jeder Bewegung meines treuen Bodyguards zuckte
er sichtlich zusammen. Was mich dann ganz spontan, auf mein speziell auf Ihn
zugeschnittenes, Vertreibungsthema brachte. Übrigens waren die Themen die
ich mir zur Vertreibung einfallen ließ immer spontan gewählt und
bedürften keiner großen Planung, irgendwie entwickelte sich dieser
Inhalt immer Situationsbedingt total spontan. Ich fing also an das Gespräch
auf meinen Hund zu lenken und darauf das ich mich ein wenig über das Verhalten
meines Date-Partners wunderte, wo er doch selber einen Hund hatte. Er wiegelte
ab, er habe zwar noch nie so einen großen Hund gesehen aber gar keine
Angst er meinte ihn hätte die Größe meines Hundes nur beunruhigt
wenn er nicht gewusst hätte, das er freundlich sei. Nun, ich hatte bis
jetzt eigentlich noch nichts von einer Freundlichkeit meines Hundes erwähnt.
Und somit ignorierte ich seine letzte Bemerkung und fing als dann fröhlich
an von meinem Hund zu plaudern.
Das er ja trotz seiner Größe, eigentlich ein ganz normales
Hündchen wäre der halt ab und zu auch mal Launenhaft sei und wirklich
nur in diesen Momenten zu ein klein wenig Aggressivität neige. Dann erzählte
ich weiter, wie unverschämt ich es finde, das mein Hund bereits aus der
zweiten Haftpflichtversicherung gekündigt wurde und das alles nur weil
er doch erst zwei Männern den Oberarm abgetrennt habe. Und das wo die doch
schließlich selber schuld gewesen waren , dass er zu gebissen hatte weil
die mir eben einfach, dummerweise etwas zu nah kamen. Ich tat so als würde
ich nicht bemerken dass sein Abstand zu meinem Hund während unseres Spaziergangs
beträchtlich zugenommen hatte. Und sein zucken, auf die kleinste Bewegung
meines Hundes, glich immer mehr einem Epileptischenanfall. Ich brachte meinen
Hund nun noch durch ein geheimes Zeichen, zum Bellen und dann war es endlich
geschafft. Nun hatte sein Gesicht die Farbe die es wohl brauchte um dieses Date
abhaken und ihn endlich loswerden zu können. Ich meinte dann noch zu ihm,
das ich glaube dass es wohl besser wäre wenn ich jetzt gehe, weil mein
Hund mit dem bellen meist den Wechsel seiner guten zur schlechten Laune ankündigte.
Er sprach mir begeistert zu, wobei ihn die Schweißperlen bereits von der
Stirn tröpfelten.
Wir verabschiedeten uns und ich fühlte das aller erste Mal, seit ich auf
der Date - Line war, wie amüsant diese Dates doch sein könnten und
zukünftig wohl auch noch werden würden.
So in dieser gewissen Art und weise verliefen also nun die meisten meiner folgenden Dates, es machte mir einen Heiden Spaß das blaue vom Himmel zu erzählen und die Reaktion in den verschiedenfarbig ausfallenden, geschockten Gesichtern zu sehen, das ich schon beinahe enttäuscht war, wenn ich auf ehrliche Männer und normale Dates traf. Aber es gab da noch ein ganz bestimmtes Treffen, das sich ganz besonders in meine Erinnerung brannte. Mein Lieblings Date so zu sagen, war noch etwas steigerungsfähiger als all die bisher erwähnten.
Wieder war es jemand von Außerhalb, der noch über ein jugendlich sportliches und sogar Muskulöses Aussehen verfügen wollte. Auf meine Bemerkung hin dass ich eher zu Jüngeren tendiere, meinte er sehr nachdrücklich, dass er mit seinen 42 Jahren absolut jugendlich wirke und ich überrascht sein würde wenn wir uns denn endlich sehen. Nun vom überrascht werden hatte ich seit meinem Ersten Treffen auf der Date - Line, wahrlich genug und keinen Bedarf mehr. Und es störte mich zwar nicht mir einen weiteren potenziellen Kandidaten zum Aussortieren zu Gemüte zu führen, aber es kam erschwerend hinzu das er sich ausgerechnet auf einen Sonntagvormittag mit mir treffen wollte.
Sonntag ist nämlich eigentlich immer mein "Spät
aufstehen dann lange frühstücken und danach entspannt Baden Tag"
gewesen. Und ausgerechnet auf einen, meiner geliebten Sonntag -Vormittage bestand
dieser Heini nun. Ja ich weiß, ich hätte ja auch nein sagen können,
aber was mir da entgangen wäre...
Ich Frühstückte also an diesem gewissen Sonntag eben nicht so lange
wie gewöhnlich und mein Bad mit dem geplanten Buch das ich dabei lesen
wollte, wurde auch auf später verschoben. Gemeinsam mit meinem Hund tappelte
ich nun also zum verabredeten Treffpunkt. Mein Date- Partner hatte eine lange,
drei Stündige Anfahrt, darum hatte ich mir, egal was da auch komme, eigentlich
vorgenommen, wenigstens 30 min. mit ihm auszuhalten. Aber dann sah ich ihn,
den jugendlichen, sportlichen, muskulösen Date - Partner auf mich zu kommen.
Und, welches Bildnis bot sich mir da wohl? Na aber klar doch, natürlich
wie erwartet alles andere als jugendlich, sportlich und muskulös.
Er kam auf mich zu, sagte "Hallo" und setzte sich, neben mir auf die
Park - Bank. Er war ca. 1,85 m groß, sehr dünn und sein Haupt war
bedeckt von soviel grauen Haaren, das man nicht mal mehr erraten konnte welche
Farbe es wohl mal hatte. Da er kein Wort hervor brachte, ergriff ich dann die
Initiative.
Ich meinte, dafür dass er sich ja unbedingt mit mir treffen wollte, währe
er nun aber außergewöhnlich ruhig. Er sagte darauf hin zu mir, dass
er mit meinem Aussehen nicht gerechnet hatte und noch immer Sprachlos vor Begeisterung
wäre. Ich dachte - Oh das hört sich aber gar nicht gut, sondern stark
nach einem schwer los zu werdenden Fall an - Und ich überlegte blitzschnell,
welche Taktik für ihn wohl in Frage käme. Und überhaupt, diesmal
traf es mich ja auch zu triefst, denn ich hatte ja schließlich meinen
geliebten Sonntag für Ihn geopfert. Und meine Rache sollte grausam werden.
Ich fragte Ihn nach seinem Beruf und er antwortete, wie geplant,
mit einer Gegenfrage, was ich denn Beruflich mache. Dann kam mein Einsatz: "Ich
arbeite auf einer Krebsstation, wo ich Schwerstkranke versorge und den sterbenden
Patienten auch Sterbebegleitung leiste. Er sah mich sehr mit fühlend an
und meinte das dass gewiss sehr schlimm sei. Ich meinte: "ja schon, aber
ich sehe es mehr von der Interessanten, medizinischen Seite".
Er sah mich nun schon etwas verwirrter an, und fragte ob ich dann ja auch mit
Toten zu tun hätte und das wäre doch furchtbar. Meine Antwort lautete:
"Ja klar, ich muss die Leichen für die Pathologie, waschen und auch
sonst vorbereiten". Nun sah er bereits leicht geschockt aus. Als er mich
dann fragte ob das nicht furchtbar schlimm sei, meinte ich weiter: "Nein,
ich finde das so interessant das ich beabsichtige, weiter zu lernen und in die
Pathologie zu wechseln, damit ich dann Täglich diese faszinierenden toten
Körper in meiner Nähe haben kann". Jetzt hatte ich es geschafft,
er war gelblich im Gesicht geworden. Ich tat noch eine kleine Bemerkung hinzu,
dass ich es kaum noch abwarten könnte, diese toten Körper bald auch
von innen berühren zu dürfen. Und während ich dies aussprach,
versuchte ich einen extra starren und leuchtenden Gesichtsausdruck auf zu legen.
Er hatte jetzt eine tiefgrüne Gesichtsfarbe erlangt und seine
Augen wiesen deutliche Anzeichen von Panik auf. Ich sprang auf als hätte
ich etwas vergessen, und fragte ihn ob er mir nicht böse währe, wenn
ich jetzt schon
unser Date beenden und gehen würde. Er sah immer noch total schockiert
aus und meinte sofort , "Nein wirklich nicht, ist völlig o.k. ".
Ich legte einen Gesichtsausdruck des Bedauerns auf und sagte: "Na ja ,
ich mein ja nur weil du doch extra so weit gefahren bist um mich zu treffen
und ich jetzt echt ein schlechtes Gewissen habe dich nach noch nicht mal 10
min. wieder weg zu schicken". Er redete mir förmlich zu das es wirklich,
ganz bestimmt nicht schlimm wäre und er ja auch noch was ganz dringendes
erledigen müsse, was er fast vergessen hätte.
Es gefiel mir so gut ihn winden zu sehen, das ich extra noch anmerkte: "Wir
können doch auch das Date ein anderes Mal wiederholen wenn du magst".
Worauf er antwortete: "Ja, aber ich werde dir das lieber auf die Mail -
Box sprechen wann ich das nächste mal Zeit habe, aber im Moment sieht es
eng aus, ich habe so viel zu tun". Ich freute mich über seine so hervorragende
und erwartungsgemäße Reaktion, war zufrieden das alles so gut funktioniert
hatte und Verabschiedete mich höflich.
Also ging ich mit meinem Hündchen und ohne schlechtes Gewissen, wieder zu meiner Badewanne und meinem Buch nach Hause. Dort angekommen stellte ich dann beim erneuten abhören meiner Mail-Box fest, das sich mein heutiger jugendlich- sportlicher- Date- Partner sogar schon mit seinem gesamten Briefkasten von der Date – Line gelöscht hatte. Also das war wohl wirklich die absolute Rekordzeit gewesen, er hatte nicht einmal bis zu Hause warten können und sich sicherheitshalber gleich nach unserer Verabschiedung gelöscht...echt cool.
Der Live Treff
Auf der Dante-Line gibt es auch so etwas wie einen Chatroom, im
telefonischen Sinne. Und dort halten sich überwiegend diese Typen auf die
Telefonsex, einen one-night-stand, oder sonstige Merkwürdigkeiten, aus
meiner Sichtweise gesprochen, suchen. Jedenfalls um an diesem Live Chat teilnehmen
zu können, muss man sich mit einem Namen anmelden und wenn der Computer
einen dann dort im Chat mit Jemanden verbinden möchte, ist zu erst diese
eingesprochene und aufgezeichnete, Vorstellung des wartenden Gesprächspartners
zu hören. Also zum Beispiel „ Hallo ich heiße Silke und komme
aus Berlin“, oder „ ich bin Hans- Jürgen und suche heißen
sex „. Sollte, weswegen auch immer, einem der Typ unsympathisch klingen,
drückt man den eben weg und es wird der nächst mögliche Live
Partner vom Computer ausgewählt. Ganz am Anfang, als ich mich mit den Tasten
und dem Ablauf auf der Date-Line noch nicht so gut auskannte, hatte ich mich
sehr oft über solch ähnliche, und noch obszönere Äußerungen
der Männer in diesem Live Treff erschrocken.
In jenen Nächten, in denen ich unter Schlafstörungen litt, was leider
in einer gewissen Regelmäßigkeit vor kam, sprühte ich dann gerade
zu vor Kreativität, es diesen etlichen Vulgären Typen heim zu zahlen
und ich ließ dann wieder meinem Einfallsreichtum in endlose Weiten der
Rachegestaltungsmöglichkeiten versinken.
Da ich ja über sehr viel Humor verfüge habe ich es immer sehr amüsant
empfunden, dort dann ab und zu mal
Im Live Treff die Männer zu schockieren. Ach ja „Männer„
die unsagbar interessantesten Forschungsobjekte für moderne Frauen, einfach
klasse.
Also wählte ich die Taste zum Live Treff und musste auch gar nicht lange
warten bis ein Opfer gefunden war. Es meldete sich eine stöhnende Männerstimme,
die in sehr ausfallender Weise nach Telefonsex verlangte.
Ich bemühte mich recht kindlich zu klingen und stellte mich als Datline
unerfahrene „Silvia“ vor. Ich sprach den Text ein „ Hi ich
bin Silvia, 16 Jahre und neu hier“ Darauf sprang dieser obszöne Typ
gerade zu gierig an und fragte mich gleich ob ich’s ihn nicht machen möchte.
Ich antwortete wieder total kindlich “hallo was soll ich dir denn machen,
vielleicht was vorsingen das kann ich sehr gut?“ Er darauf „ Nein
du sollst es mir mit dem Mund machen „. Ich wieder, so als hätte
ich ihn wegen Leitungsproblemen und Akustik nicht verstehen können: Hallo
habe dich nicht verstehen können, könntest du das bitte noch mal wiederholen?“
Und er wiederholte tatsächlich noch einmal, nur diesmal langsam
deutlich und konzentrierter als vorher: Das ich’s ihm mit dem Mund machen
soll. Ich antwortete wieder sehr kindlich und unbeeindruckt :“Ja, klasse,
jetzt habe ich dich verstanden, aber würde es dir was ausmachen mir zu
erklären was du damit meinst, weil ich doch keine Ahnung habe wie das hier
alles so funktioniert, bin doch das erste mal hier im Live Treff“.
Und wieder antwortete er brav um mir in verständlicheren Worten zu erklären
dass er gerne von mir per Telefon Befriedigt werden würde und so weiter.
Ich darauf wieder ohne eine Reaktion zu zeigen.
“Ja aber klar doch soll ich dir was Nettes sagen, also ich
finde du bist echt nett und hast ne nette Stimme weist de“. Und er erklärte
mir wieder fein langsam , deutlich und Glasklar verbal formuliert, ganz entgegen
seiner ersten Sätze die ja eineinziges Gestöhne waren, das er das
auf die Genitalgegend bezogen meine. Und ich also wieder mit total normaler
Stimmlage, das ich das ja mal versuchen könnte wenn er mir erklären
könnte wie das so gemacht würde.
Also erklärte er mir jede Einzelheit die er vorher in obszönen Ausdrücken
geäußert hatte, nun noch einmal langsam und in ganz deutlicher und
anschaulicher weise, in einer für die unerfahrene sechzehn jährige
Silvia absolut verständlicher Form. Es war einfach göttlich, mit anzusehen
bzw. anzuhören wie seine anfänglichen noch sehr schweinischen Äußerungen
nun voll konzentriert, schon richtige Unterrichtformen angenommen hatten.
Und er erklärte und erklärte so ging das Tatsache in
einem ca. fünfzehn minütigem Gespräch hin und her bis er durch
die ganzen Erklärungen seine Stimulans gänzlich verloren und ich vor
Lachen mittlerweile kurz vorm Platzen war und deshalb meine Stimme auch nicht
mehr so gut verstellen konnte. Als ich dann irgendwann vor lauter grölen
nicht mehr ernst bleiben konnte, fragte ich ihn mit unverstellter Stimme, wie
lange er das jetzt eigentlich noch weiterführen möchte oder wir ja
vielleicht noch das Thema mit den Bienchen und den Blümchen durchsprechen
könnten, denn das hatten wir ja bis her noch nicht gehabt.
Als er nun also nach einer halben Ewigkeit endlich bemerkt hatte dass er ganz
furchtbar verarscht worden war, drückte er mich ohne eine weitere Bemerkung
einfach weg, ach wie schade.
Nach solch überaus belustigende Gesprächsentspannungsübungen,
konnte ich aber auch dann vor lauter Lachen erst recht nicht mehr einschlafen.
Das Billardspiel,
Da es ja so viele Nachrichten waren die ich Täglich beantworten
musste, gewöhnte ich mir an sofort nach dem abhören der Jeweiligen
Nachricht, dem Jenigen auch sofort zu antworten, weil ich sonst vielleicht den
Überblick verloren hätten wen ich schon eine Antwort gesandt hatte
und wem noch nicht.
Also tat ich’s lieber gleich, dabei kam es dann auch einmal mal vor das
mir ein klitzekleines, aber sehr unangenehmes Fehlerchen unterlief. Unter den
etlichen Kandidaten in meiner Mailbox, gab es natürlich öfters auch
mal denselben Vornamen, aber ich war eigentlich immer sehr gut im Stimmen erkennen.
so also auch an jenem besagten Tag an dem ich wieder meine Mailbox abhörte.
Unter den ca. acht Nachrichten an jenem Tag, waren zwei Männer mit dem
Namen „Andreas“ wovon der eine unbedingt ein Treffen wollte, trotzdem
ich ihm schon gesagt hatte das ich nicht interessiert bin weil er, seinen eigenen
Angaben nach, noch nicht ein mal geschieden war. Und der zweite hörte sich
für mich sehr interessant an, schon alleine deshalb weil er auf der Dat
- Line unerfahren war, also keiner dieser Typen die das hier nur als Sport betrieben,
und das allein war schon selten genug.
Ich antwortete also dem sympathischen Andreas auf seine Nachricht, in dem ich
meinen üblichen Text herunter rasselte: „Hallo Andreas, ich danke
dir für dein Interesse und für die netten Komplimente wegen meiner
Stimme. Ich hätte da allerdings noch einige Fragen an dich und es wäre
lieb wenn du mir diese beantworten könntest. Ich würde gerne wissen
ob du verheiratet bist, ob und wie viele Kinder du hast, dann würde mich
noch interessieren wie alt, wie groß und wie schwer du bist und zu guter
letzt was für Hobbys du hast, und welche Haustiere“,
Wobei die letzten Fragen eigentlich belanglos waren um von den eigentlich für
mich wichtigen Fragen etwas abzulenken. Dann entschuldigte ich mich nachdrücklich
wegen meiner vielen Fragen und bat um Verständnis und bedankte mich schon
im Voraus für ihre Beantwortung. Dann fügte ich noch hinzu dass ich
heute am Abend noch einmal die Mailbox abhören und mich über eine
Antwort von ihm sehr freuen würde.
Beim nächsten Abhören meiner Mailbox, waren es wieder sechs neue Nachrichten
die ich abhören musste, darunter auch die erste Nachricht von ihm. Beim
anhören seiner Nachricht vernahm ich wohlwollend das er weder verheiratet
war noch Kinder hatte.
Also machte ich ihm gleich den Vorschlag eines Treffens, um seine Telefonkosten
nicht unnötig weiter in die Höhe zu treiben, da ja die Dateline sehr
teuer war und schlug als Tag den kommenden Samstag vor und als Treffpunkt mein
Lieblingslokal um dort dann gemeinsam eine Runde Billard zu spielen.
Er antwortete das er sich sehr gerne mit mir treffen würde
aber er sich doch ein wenig unsicher wegen des Billardlokals wäre und er
nicht so ganz wisse ob das denn wirklich das Richtige für ihn wäre.
Ich war fest entschlossen ihm seine Hemmungen diesbezüglich zu nehmen und
legte mit einer sehr ausführlichen und langen Nachricht los um ihn zu erklären
das ich’s ihm schon zeigen könnte und er überrascht sein wird
wie einfach es sein wird dieses Spiel zu erlernen und das es eh nur aus Übung
und beobachten und Treffsicherheit besteht und das würden wir schon hinkriegen
und außerdem macht ja gerade das üben und erlernen am meisten Spaß
und ist ziemlich witzig.
Ich fügte noch ausführlich hinzu dass er keine Angst haben müsse
falls er es nun gar nicht spielen könnte, denn das könnte ich ihm
ja dann schon zeigen und bisher habe ich es noch jedem beibringen können.
Ich hörte meine weiteren Nachrichten ab und stellte fest dass da noch eine
Nachricht von ihm drauf war
Andreas meldete sich noch einmal und sagte : Ach ich glaube es ist nicht gut
das ich bis jetzt noch etwas sehr gravierendes verschwiegen habe ( aha jetzt
kommt die Wahrheit und er hat doch noch eine Ehefrau ) ich sollte unbedingt
ehrlich zu dir sein ( und auch noch Kinder oder was ) und dir noch etwas ganz
wichtiges sagen bevor wir uns treffen, es ist nämlich so, ich bin Blind.
Nun war ich echt platt und versuchte ihm eine Nachricht auf zu sprechen in der
ich mich erst mal dafür entschuldigte das ich ihn unbedingt Billardspielen
bei bringen wollte, und das ich das ja nicht wissen konnte und das er es wirklich
gleich hätte sagen sollen, dann hätte ich doch nie diesen Vorschlag
gemacht und das es vielleicht besser wäre, wenn er nun besser vorschlagen
würde wo wir uns treffen könnten. Also ich verzettelte mich total
beim draufsprechen dieser Nachricht und bekam daraufhin dann auch keine weiteren
Antworten mehr von ihm, dem Blinden Andreas den ich unbedingt das Billardspielen
beibringen wollte.
Dieses dumme Missverständnis hinterlies noch Tagelang ein ganz flaues Gefühl
in meiner Magengegend und als ich einem guten Bekannten davon erzählte,
sagte der in seiner sehr mitfühlenden aber auch gewohnt humorvollen Weise
„Kein Wunder das er sich nicht mehr bei dir gemeldet hat, wieso hast du
denn auch das Treffen mit ihm gleich wieder abgesagt, hast du noch nie davon
gehört das sich Behinderte Menschen zu helfen wissen?
Blinde sind heut zu Tage zu sehr viel im Stande, vielleicht hätte er ja auch die Farben der Kugeln am klang erkennen können oder aber die Lage der Kugeln ertastet“. Nun ich muss zugeben dass ich darauf nun wirklich nicht gekommen wäre.
Ich glaubte nicht mehr daran, dort Jemanden zu finden,
Ich nahm meine Zettel zusammen auf denen ich alle bisherigen Treffen verzeichnet
hatte und zählte die vielen nicht enden wollenden Namen zusammen. Es waren
merkwürdigerweise, ganz genau einhundert Treffen. Einhundert Männer
die ich mir in den vergangenen letzten Monaten angesehen und für uninteressant
befunden hatte. Es ist ja nicht so das ich mit keinem weiter Kotakt hatte, nein
ich hatte aus diesen vielen Treffen auch einige nette, platonische Bekanntschaften
gewonnen. Ich hatte einen Mann mit dem ich mich regelmäßig zum Billard
traf, einen mit dem ich einmal die Woche schwimmen ging und einen mit dem ich
ab und zu, zu Bällen und anderen Tanzveranstaltungen ging. Man könnte
also sagen für fast jede Situation einen speziellen Mann.
Aber eben nur für fast jede, denn für diese eine ganz bestimmte Herzenssituation,
hatte ich noch immer keinen gefunden.
Mit einem dieser drei Bekannten, war ich sogar, samt meiner zwei Hunde, 4 Tage
in Bayern gewesen. Es waren sehr schöne vier Tage, wir waren in seinem
großen Haus auf seinem Grundstück das so groß war, das es keine
Umzäunung gab, weil selbst der angrenzende Wald noch zu seinem Familienbesitz
gehörte. Bis auf die hin und Rückfahrt, waren es wirklich schöne
Urlaubstage gewesen.
Die Fahrt war etwas anstrengend gewesen, weil ich meinen Neuzuwachs, eine kleine alte und sehr ängstliche Mischlings Hündin dabei hatte. Ich hatte sie aus sehr schlechten Verhältnissen übernommen und sie in unser kleines Rudel aufgenommen. Sie war so verängstigt das sie sich die ersten zwei Wochen, nur im Dunkeln durch die Wohnung wagte und sich Tagsüber wie eine Katze unter der Küchenbank verkroch. Nach ihrer großen Angst im Auto zu urteilen, kannte sie Autofahren überhaupt noch nicht. Aber es beruhigte sie doch sehr, dass mein großer ständig an ihrer Seite war. So stark ihre Angst Menschen gegenüber auch war, so groß war ihr Vertrauen zu Artgenossen und diese Tatsache half mir sehr gut dabei, ihre Ängste langsam abbauen zu können.
Als mir überhaupt erst mal bewusst wurde wie lange ich nun schon meine Anzeige auf der Dateline zu stehen hatte und außer diese drei platonischen Bekanntschaften, es bei den ganzen einhundert Männern, in der langen Zeit noch immer keinen einzigen gegeben hatte, der auch nur annähernd in die nähere Auswahl hätte kommen können, war ich gerade zu frustriert. Und so nahm ich mir vor, mich nun noch ein allerletztes Mal in die Mailbox ein zu wählen um dann meinen Briefkasten endgültig und unwiderruflich zu löschen.
Ich wählte mich also, fest entschlossen das es das letzte
mal sein würde, in die Dateline ein.
Als ich dann hörte, das es wieder neue Nachrichten für mich gab, wurde
mein anfängliches Zögern aber dann doch, wie schon so viele Male vorher,
von meiner Neugierde besiegt.
So hörte ich also die Nachrichten ab und meine Ohren vernahmen die Stimme
eines jungen Mannes der mit netter, sehr ruhiger Stimme, erzählte das er
auch einen Hund habe und gerne mehr von mir erfahren würde. Ich überlegte
einen Augenblicklang hin und her und kam dann zu dem Entschluss dass ich ja
meinen Briefkasten immer noch löschen könne, nachdem ich mir diesen
Typen angesehen habe. Zufrieden mit mir selbst zu einer Kompromissfähigen
Übereinkunft gekommen zu sein, sendete ich ihm meine Antwort mit dem üblichen
Text und wartete seine Nachricht ab.
Ich musste gar nicht lange warten, noch am selben Tag erhielt ich seine Antwort
und als ich diese abhörte, war er sogar für einen live Kontakt im
System zu erreichen. Wir begrüßten uns also live am Telefon und in
Anbetracht das wir beide Hundebesitzer waren, schlug ich ihm vor uns zum Gassi
gehen zu treffen.
Er war darüber so begeistert dass er sogar noch eines drauf tat und gleich als Termin, denselben Abend vorschlug. So griff ich also noch an jenen Abend meinen vierpfötigen Boddygard und eilte mit ihm zum ausgemachten Treffpunkt.
Der 101. Mann
Schon von weitem sah ich einen sehr großen und sehr breiten Mann mit einem
kleinen weißen Hund am besprochenen Treffpunkt stehen. Ein wenig hatte
dieses Bild des immensen Größenunterschiedes der Beiden, etwas von
den Comic Figuren Asterix und Idefix Beim näher kommen viel mein Blick
sofort auf den nahezu unübersehbaren Partnerlok der Beiden, ich konnte
deutlich erkennen, das Herrchen sowie Hündchen ganz genau denselben Vollbart
trugen. Nun, auch wenn es in diesem Augenblick wohl einigen Leserinnen sehr
wahrscheinlich die Zehenägel Hochrollen wird,
ich habe nix gegen bärtige Männer, solange der Bart sowie der dazu
gehörende Mann auch gepflegt sind. Ebenfalls konnte ich erkennen, das es
sich beim Hund um einen „West Highland White Terrier„ handelte,
um was es sich genau beim Herrchen handelte sollte ich jedoch erst vier Monate
später feststellen.
Wir stellten uns also gegenseitig vor, denn erkannt hatten wir uns ja bereits an den richtig beschriebenen Hunden und der dazu passenden Beschreibung des Herrchens, bzw. Frauchens. Und zum Glück kam es nur sehr selten vor das jemand anderes mit dem gleichen beschriebenen Äußeren am abgemachten Treffpunkt stand, aber wie sollte es auch anders sein, passiert war es mir natürlich doch schon einmal.
An diesem besagten Treffen, wobei es fast zu einer Verwechslung kam, war ich mit einem Date-Partner verabredet, der sich mit groß, sportlich und vollem dunklen Haar beschrieben hatte. Als Erkennung wollte er einen langen braunen Mantel tragen. Unser Treffpunkt sollte ein Blumenladen sein, der sich an einer Ecke der Hauptstrasse befand und die Uhrzeit mit 22:30 Uhr, war auch eigentlich relativ spät um dann auch noch einer Verwechslung zu unterliegen. Aber wie bereits bekannt, scheint ja in meinem Leben einfach nichts unmöglich zu sein.
Als ich mit meinem Bodyguard im Schlepptau an jenem Abend Kurs auf diesen Eckladen nahm, stand dort, direkt vorm Schaufenster des Blumenladens, ein großer gutaussehender Mann im langen braunen Mantel der mich schon von weitem sehr freundlich anlächelte. Angenehm überrascht, über die Erscheinung meines Dates, lief ich ebenfalls freudig lächelnd auf ihn zu. Als ich, noch ca. drei Meter von ihm entfernt war, schon meine Hand zur Begrüßung hoch riß, sprang von der Seite ein Mann auf mich zu, der ebenfalls einen braunen Mantel, nur leider aber deutlich weniger Haare trug.
Er sprang regelrecht zwischen mir und diesem Traum von einem Mann und holte
mich damit dann schlagartig wieder in die furchtbar, grausame Welt der Date-
Line- Realität zurück.
Der andere Mann lächelte noch immer und verabschiedete sich mit einem kurzen
Kopfnicken und mit einer Geste des Mitgefühls von weitem, drehte sich dann
um und ging davon. Mit einem sehr Leidvollen Gesichtsausdruck sah ich dem anderen
Mann traurig hinterher.
Seit jenem dunklen Tage, lies ich mich nun immer von meinen Date-Partnern
ansprechen,
um diesbezüglichen Missverständnissen vor zu beugen, denn mit meinem
ganz speziellen Hündchen war ja die Tendenz der Verwechslung nahezu unwahrscheinlich,
oder wie viele zierliche Frauen von 1,69 Körpergröße und 55
Kg haben Sie schon mit einem Hund der Schulterhöhe 82 cm und 85 kg Körpergewicht
an der Leine rumlaufen sehen ?
Mein 101. Date- Partner besaß zwar nicht gerade eine Neigung zur erhöhten Mitteilungsbereitschaft, aber es machte trotzdem Spaß mit ihm und seinem Hund Spazieren zu gehen und so trafen wir uns regelmäßig zum Gassi gehen. Wir unterhielten uns, ganz entgegen meiner eigentlich typisch weiblichen Natur, nur sehr wenig. Um genauer zu sein, zu wenig aber irgendwie strahlte dieser Typ so eine Ruhe aus, das es mir zu diesem Zeitpunkt noch als unwichtig erschien, das wir so ungewöhnlich wenig sprachen.
Es sollte mir erst viel später bewusst werden, weshalb es ihm an Mitteilungsbedarf mangelte. Wir kamen uns dann auch irgendwann, wie es eben so ist wenn man kaum spricht und sich ansonsten aber sympathisch ist, auch nach dem fünften Gassigang so langsam näher.
Ich lernte wirklich Jemanden kennen,
Obwohl wir wenig sprachen, so hatte ich aber wenigstens doch so einige Grundlegende
Dinge von ihm erfahren können. Mittlerweile wußte ich, das er aus
Straußberg stammte, ein ruhiges kleines, wunderschönes grünes
Fleckchen in mitten der sogenannten Neuen Bundesländer. Für jene Leserinnen
deren Zehennägel auch nun wieder versucht sind, sich hoch zu rollen sei
gesagt, ich habe auch wegen der alten Ost- West- Verhältnisse bisher keine
Vorurteile gehegt, jedenfalls bis zu jener Bekanntschaft noch nicht. Aber man
wird ja täglich älter und lernt auch genauso viel dazu.
Wir verbrachten abwechselnd ein gemeinsames Wochenende bei mir, im lauten, hektischen Berlin und mal eines bei ihm, im schönen grünen, idyllischen Straußberg. Wir spazierten gemeinsam mit unseren Hunden durch die Straußberger Wälder, besuchten den wunderschönen Straußbergersee und gingen dort regelmäßig mit den Hunden zusammen schwimmen. Die Erste zeit war einfach herrlich aber dann fingen die innerpolitischen Konflikte der alteingesessenen Ost / West-Verhältnis geprägten Missverständnisse an, ihren Lauf zu nehmen.
Noch mitten in unserer anfänglichen sehr idyllischen Kennlernphase fingen
die rosa Wolken schon langsam an ihre Farbe zu verändern. Als erstes gab
es in seiner Wohnung in Straußberg einen Wasserrohrbruch, und das an einem
Wochenende in dem wir uns in Berlin befanden, und das wasser also bis Montagnachmittag,
genügend zeit hatte die Wohnung gebührend einzunehmen und in eine
kunstvoll gestaltete Sumpflandschaft zu verwandeln. Seine Hausverwaltung bot
allen Schadensbetroffenen Mietparteien eine Hotelunterkunft an.
Nun war es eine ziemlich unangenehme Situation in der ich mich
da befand. Einerseits kannte ich diesen Mann ja inzwischen als einen Vertrauten
mit dem ich die Wochenenden und ab und zu sogar schon das Bett teilte, aber
andererseits kannte ich ihn aber doch noch nicht so lange um mit ihn zusammen
wohnen zu wollen. Wobei ich sowieso keinen Mann mehr lange genug hätte
kennen können um überhaupt je wieder mit einem Wesen dieser Gattung
zusammen ziehen zu wollen.
Nun ja jedenfalls tat ich das unvermeidliche das ich doch lieber hätte
vermeiden sollen und bot ihm an so lange bis seine Wohnung wieder beziehbar
sein würde, bei mir ein zu ziehen.
Es folgte daraus die kürzeste Beziehung meines Lebens,
Der Auftakt unserer Missverständnisse beruhte zwar nicht allein auf Umgangssprachliche
Kleinigkeiten der alten Ost / West Verhältnisse, dennoch hielten damit,
langsam und schleichend unsere destruktiven Partnerschaftsphasen ihren Einzug
in unsere, noch so junge aber anscheinend nicht mehr viel älter werden
wollende Beziehung.
Nicht nur das es mich nach kürzester zeit des Zusammenlebens an den Rand der Verzweiflung trieb, das er mir schlimmer als mein Hund auf schritt und Tritt hinterher stiefelte, nein sein weiteres alltägliches Benehmen drohte mich eines dunklen Tages, der in Überschallgeschwindigkeit näher rückte, zur Straftäterin werden zu lassen. Eines dieser stark Zeitverkürzenden Ereignisse war z.B. als wir mal wieder mit dem Auto unterwegs waren und vor uns, einen in Schlangenlinie fahrenden Wagen bemerkten.
Als wir dann anfingen uns darüber zu unterhalten, machte mein Straußberger Genius dazu die Bemerkung: „ Da ist gleich die Fluppe weg“ Ich fragte daraufhin total entgeistert über seine, meiner Meinung ja nicht ganz zum Thema passenden Bemerkung , was denn den sein Fahrstiel jetzt bitte mit einer Zigarette zu tun hätte, denn im West- Berliner Slang hieß "Fluppe" Zigarette. Er erklärte mir das er damit die Fahrerlaubnis meine und ich erwiderte: „ach du meinst seine Pappe“ Er erwiderte:“ was für eine Pappe? “ Ich: „na sein Führerschein“ So ungefähr liefen also unsere täglichen Konversationen ab, welche meine Haare geradezu elektrisiert in die Höhe steigen und meinen Geduldsfaden täglich in rasanter werdender Schnelligkeit dahinschmelzen ließ.
Zum alltäglichen verbalen Austauschproblem kam dann noch
mächtig erschwerend hinzu, das meine Straußberger Errungenschaft
ständig in dritter Form sprach. Also wenn er gehen musste sagte er
„Dann wird; man; mal gehen“ wenn er durst hatte, hatte „man“
Durst. Eine seiner häufigsten und ganz speziellen Äußerungen
war die Bezeichnung „hin machen“ was in seiner ganz eigenen Sprache
„weg Fahren bzw. irgendwo hin fahren „ hieß. Auf diese Äußerung
reagierte ich am allergischsten, denn ich sagte ihm darauf dann immer: „Hin
macht ein Hund also bitte artikuliere dich wie ein zivilisierter Mensch“
Sehr wahrscheinlich hatte ich, entgegen meiner Annahme, auch nicht mit Ihm sondern
mit „Man“ Sex gehabt.
Letzteres wurde, auf Grund der sich rasant ansammelnden schwierigen Umstände, immer seltener und ich ertappte mich dabei wie ich bereits überlegte wie ich ihn aus meinen vier Wänden exportieren könnte um diese ständige inkompertiblität zu unterbinden um endlich wieder Ruhe und Frieden in meine Privatsphere zurück zu bekommen. Dann kam mir der Zufall zur Hilfe. Ich hatte einen sehr guten Freund von ihm, zu uns zum Essen eingeladen. Als wir so am Tisch saßen und ich mal wieder das Thema seiner Wohnung in Straußberg ansprach. Es wunderte mich schon einige zeit, das seine Wohnung einfach nicht fertig wurde und ich nicht nachvollziehen konnte, das diese Verwaltung sich soviel zeit mit der Schadensbeseitigung und dem Renovieren lies.
Dies war nämlich Bestandteil unserer täglichen Unterhaltung,
das ich ihn drängte sich mehr um die Fertigstellung seiner Wohnung zu bemühen
und er mir jedes Mal erklärte dass es eben noch dauerte.
Als sein Freund dann zu diesem Thema bemerkte:" Aber sie ist doch längst
fertig und, habt ihr denn nun schon einen Nachmieter dafür gefunden?
Es kostete mich viel Körperbeherrschung, den gerade geschluckten Bissen weder im Halse stecken zu lassen, noch zurück auf den Teller oder sogar ins Antlitz meines Gegenübers zu befördern. Ich warf meinem unfreiwillig, geduldeten Mitbewohner einen Blick zu, welcher wohl nicht gerade von Liebe, und Zärtlichkeit gezeichnet war. Unser Gast der meinen, alles andere als Freude ausstrahlenden Gesichtsausdruck erspähte und ebenfalls die leuchtend rote Gesichtsfarbe seines, zumindest bisherigen, guten Freundes bemerkte wurde verlegen.
Sichtlich unangenehm fragte er, ob er jetzt etwa irgendwas Falsches Gesagt hätte? Und ob ich es etwa nicht gewußt habe dass die Wohnung zur Vermietung stand und dass er hier bei mir in Berlin wohnen bleiben will. Mittlerweile hatte ich mich soweit gefangen das, mich nichts weiter überraschen konnte und auch keine größere Verletzungsgefahr mehr für Anwesende bestand. Unser Gast verspürte nun das dringende Bedürfnis sich aus unserer Nähe, schnellstmöglich zu entfernen und ich bedankte mich für seinen so aufschlussreichen Besuch. Kaum war die Tür hinter unserem Gast geschlossen, holte ich tief, bis in die Zehenspitzen hinein, Luft und legte mit meiner meist sehr sanften, zärtlichen und von Männern sonst so gern gehörten Stimme los, die nun allerdings alles andere als warmherzig klang. In meiner dynamischsten und drohendsten Tonlage donnerte ich all meinen aufgestauten Frust hinaus und meinem noch Mitbewohner, in tiefster, inbrünstiger Mordlust entgegen.
Als ich fertig war mit meiner Sturmwelle an Entrüstung und nach der Erklärung seines dermaßen dreisten Verhaltens fragte, erwiderte er mir doch tatsächlich das er es deshalb heimlich getan hatte weil er bereits vermutet hatte, das ich von seinem Vorhaben wohl nicht so begeistert gewesen wäre und dem nicht zugestimmt hätte, womit er wohl das erstemal in seinem Leben, mehr als richtig lag.
Abends dann bevor ich mich hinlegte bat ich ihn darum, mich doch am nächsten Morgen, wenn er aufstehen würde, zu wecken. Also weckte er mich am nächsten Morgen und meinte noch“ Das ist aber lieb von dir das du extra aufstehst um mit mir zu Frühstücken. Ich ging wortlos in die Küche machte mir einen Kaffee, drehte mich dann zu ihm und meinte: „ So dann gib mir mal meinen Wohnungsschlüssel zurück nimm deine ganzen Sachen und nach der Arbeit fährst du dann in deine eigene Wohnung, wo du ab heute auch bleiben wirst!“
Er sah mich ganz normal an sagte ok griff zu seinem Schlüsselbund und entfernte meinen Schlüssel, übergab ihn mir dann mit den Worten: „Na dann bis nachher“. Ich konnte es kaum fassen und glaubte nicht richtig gehört zu haben. Ich wiederholte meine Worte noch einmal, allerdings diesmal in einem weitaus ernsteren Tonfall „NEIN, nicht bis nachher, du wirst heute nicht mehr hierher zurück kommen, heute nicht und auch sonst nicht mehr du wohnst ab heute wieder bei DIR hast du das nun verstanden ?!“ Nun sah er mich an wie ein verstörtes Kaninchen, was mir die Bestätigung gab das er es wohl verstanden hatte. Er sah mich traurig an und fragte im hinausgehen tatsächlich noch: „Wann darf ich denn wieder her kommen?“
Ich muss zugeben das ich in den vergangenen 14 Wochen schon irgendwie bemerkt hatte, das er den Lauf der Dinge etwas langsamer zu verarbeiten schien als der normale Durchschnitt der Bevölkerung., jedoch zu meiner Schande muss ich gestehen, das es so schlimm war wurde mir wirklich erst in jenem Augenblick so richtig Bewusst. Ich weiß es ist kaum nachvollziehbar aber es war mir in den vergangenen Dreieinhalbmonaten nicht klar gewesen das er für sein merkwürdiges Verhalten anscheinend nicht einmal etwas konnte, erst in diesem Moment verstand ich es und entwickelte sogar etwas Verständnis für ihn. Wie er da nun so hilflos in seinem Unverständnis der Situation vor mir stand, empfand ich sogar fast schon Mitgefühl, ja wirklich er tat mir fast schon leid. Aber eben nur fast und so kam es mir auch nicht mal annähernd in den Sinn meine Entscheidung deshalb noch einmal zu überdenken.
Mit verstörtem Gesichtsausdruck und gesenktem Kopf verließ er dann schließlich doch, endlich die Wohnung. Als ich die Tür hinter ihm geschlossen hatte spürte ich auch sofort eine Welle der Erleichterung und der Befreiung in mir aufsteigen und ich wusste ich hatte das Richtige getan.
Ich war so froh endlich wieder Single zu sein
Ich genoss es so sehr endlich wieder die alleinige Bewohnerin meiner vier Wände
zu sein.
Alleine mit meinen zwei treuen Vierbeinern die auch sichtlich erleichtert über
unsere alte Wohnsituation und die widerhergestellte Rudelfolge waren.
Da ich ja meine Partnersuchanzeige auf der Date-Line, durch die
entstandene Beziehung logischerweise gelöscht hatte, waren die folgenden
Wochen auch außergewöhnlich ruhig.
Keine dieser Verabredungen die sich im Terminplan so eng an Einahnderreihen,
das ich im Laufschritt von einem zum Nächsten Treffen eilen musste. Keine
nervenden Begegnungen mit irgendwelchen realitätsfremden Traummännern
und auch keine Stundenlangen Telefonate mit eventuellen Beziehungsanwärtern
mehr.
Es war eine entspannte und angenehm ruhige Zeit der Regeneration für mich, in der ich das alleine sein Mal wieder aus tiefstem Herzen und in vollen Zügen genoss. Diese Idylle die nur ab und zu durch Anrufe meines Ex-Mitbewohners unterbrochen wurde. Seine anfangs noch täglichen Telefonate, welche immer vom selben Inhalt gezeichnet waren, nämlich der Frage: wann er denn wieder zu mir kommen darf...?
Durch diese nervenden täglichen Anrufe seinerseits, bot sich
für mich wiederum die Möglichkeit
meine undiplomatischsten und unsozialsten Umgangsweisen durch tägliches
Training, beim entgegennehmen seiner Anrufe wieder auf einen aktuellen stand
zu bringen.
Irgendwann schien er es dann auch endlich kapiert zu haben, jedenfalls
wurden seine Anrufe seltener und somit kehrten auch wieder Ruhe und Frieden
in mein Leben ein.
Aber wie ja schon in der Vergangenheit immer wieder bemerkt, scheint mir zu
viel Ruhe anscheinend, irgendwie, einfach nicht zu bekommen und somit war mein
Nächstes, einschneidendes Erlebnis mit der Date-Line auch schon längst
wieder vorprogrammiert.
Eines schönen Tages, allerdings; in anbetracht dessen was dann daraus resultieren sollte; währe wohl die Bezeichnung „eines finsteren Tages“ viel treffender gewählt, verselbstständigten sich die Dinge also erneut und das Schicksal nahm seinen lauf.
Es war einer dieser schrecklich einsamen Abende und ich verspürte
die Lust mich mit Jemand nett zu Unterhalten.
Ich wusste zwar mittlerweile schon das für rein platonische Unterhaltungen
die Date- Line nicht gerade der perfekt gewählteste Ort war, dennoch überwogen
in mir mal wieder, die beständigen Charaktereigenschaften meines grundsoliden
Sternzeichens und damit dann auch die Macht der alten Gewohnheiten. Und so wählte
ich also, nach monatelanger Abstinenz, wieder einmal die Telefonnummer der Date-
Line.
Diesmal nahm ich mir allerdings fest vor, keine Anzeige mehr auf zu geben und mich auch mit niemanden zu verabreden egal was bzw. wer da auch kommen mag, halt wirklich nur mal eben für eine hoffentlich nette Unterhaltung ins Live Treff zu gehen.
Während ich mir all’ die Namen der Männer anhörte, welche sich gerade im Live Treff befanden und so überlegte wer denn von all den Vorstellungs- Texten da wohl am normalsten bzw. am platonischsten klang, gab mir der Computer eine Meldung das es einen Gesprächsteilnehmer für mich gab, der sich jetzt mit mir live unterhalten möchte. Seine Vorstellung klang zwar nicht gerade weltbewegend ansprechend, aber im anbetracht dessen das ich ja keine Bekanntschaft mehr suchte , sondern auf der Suche nach einer Unterhaltung war, nahm ich ihn also an. Wir stellten uns gegenseitig vor und ich stellte zu meinem Grauen an seiner Aussprache fest, das er einen Dialekt besaß und den schauderhafter weise auch noch aus Thüringen...oh nein.
Also ich brauche es wohl sicherlich nicht erst zu erwähnen,
das ich mir diesen Gesprächspartner selber sicherlich nicht ausgesucht
hätte. Im Gespräch kam er dann darauf dass er mich sehr nett fand
und unbedingt zum Kaffee einladen möchte. Ich sagte freundlich dankend
ab und erklärte ihm dass ich mich einfach nur am Telefon unterhalten möchte
und nicht an einem Treffen interessiert bin. Weder mit ihm noch mit sonst Jemanden.
Eben generell nur reden. Aber er war einfach nicht davon von ab zu bringen mich
einmal an sehen zu können und weil er sich damit nicht abfinden konnte
fing er an auf mich ein zu reden.
Nach dem ich ihm mehrfach erklärt hatte das ich nicht mit ihm Kaffee trinken
gehen werde und auch heute Abend nicht mehr mit dem Hund raus muss, denn das
war einer seiner Vorschläge irgendwo zu stehen wenn ich mit dem Hund laufe
und dann könnten wir ja auch vielleicht doch noch nebenbei einen Kaffee
trinken gehen. Irgendwann war es dann echt zuviel und meine Geduld am Ende.
Ich tat so als würde es Verbindungsschwierigkeiten zwischen uns geben und drückte ihn dann schließlich ganz weg. Allerdings blieb ich im Live Treff und suchte mir dort einen neuen Gesprächspartner aus.
Ein penetranter, nervender Typ
Mit diesem neuen Gesprächspartner unterhielt ich mich dann auch eine ganze
Weile lang angenehm platonisch und außerordentlich nett. Wir unterhielten
uns also so lange bis, tja bis es in meiner Leitung bimmelte und der Computer
mir mitteilte das da ein Anrufer für mich ist.
Ich hörte den Namen des Interessenten und nach dem ich feststellte das
es der Thüringer von vorhin mit dem Migräne verursachenden Dialekt
ist, drückte ich ihn einfach weg und unterhielt mich , mit meinem bisherigen,
sehr netten und vor allem aber Dialektlosen Gesprächspartner weiter.
Wir redeten weiter über ihn und seine Familie und unterhielten
uns über Dies und Das ...bis es schon wieder in meiner Leitung bimmelte
und erneut ein Interessent für mich vom Computer gemeldet wurde. Kaum zu
glauben aber es war Tatsache schon wieder dieser Mensch aus Thüringen.
Er schien ein echt penetranter Typ zu sein, der es anscheinend nicht gewohnt
war seinen Willen halt einmal nicht zu bekommen.
Wie gehabt drückte ich ihn also noch mal weg, und wieder, und wieder. Ich
weiß nicht mehr wie oft aber es war wirklich nervig und dann irgendwann,
ich wollte gerade raus aus dem Live Treff und schlafen gehen, da bimmelte es
noch einmal in meiner Leitung aber der Jenige hatte nichts eingesprochen und
weil ich ja sonst sehr höflich bin, jedenfalls zu all jenen die keinen
von diesen Dialekten sprechen bei dem sich mir die Fußnägel hoch
rollen, nahm ich das Gespräch an und sagte dem Jenigen noch kurz hallo.
Kaum zu glauben aber es war doch Tatsache schon wieder dieser
nervende Thüringer von vorhin.
Ja ich weiß, eigentlich hätte es mich nicht wirklich überraschen
sollen, aber ich war’s doch. Überrascht und fast schon sprachlos
über soviel penetranter Frechheit die dieser Typ da an den Tag brachte.
Er meldete sich mit den Worten: “Wieso hast du mich denn ständig
weggedrückt? Und wieso willst du dich nicht mit mir treffen? Dafür
gibt es doch sicherlich nur einen Grund, weil du eine von diesen Frauen hier
auf der Line bist die eigentlich verheiratet und viel zu hässlich ist um
sich ans Tageslicht zu trauen. Nun, ich war mir selbstverständlich darüber
im Klaren, das er mich mit diesen Worten nur heraus zu fordern versuchte und
zu einem Treffen bewegen wollte. Aber wie schon unzählige male vor diesem
Kerl, war in mir das dringende Bedürfnis geweckt worden ihn eines besseren
über seine Selbstgefälligkeit zu kurieren. Und so antwortete ich und
ging also ganz bewusst auf seine Provokation ein.
“Wieso kannst du nicht einfach akzeptieren das ich nun mal nicht mit dir Kaffee trinken will, also mich nicht treffen möchte und eben auch nicht weiter daran interessiert bin mich mit dir zu unterhalten“. Aber da ich keine Probleme mit dem Tageslicht habe, werde ich morgen wie jeden Tag mit meinem Hund in Richtung des Parks spazieren gehen und wenn es dir so ein dringendes Bedürfnis ist mich an zu sehen dann kannst du ja irgendwo dort auf dem Weg stehen. Ich beschrieb ihn meinen Hund und mich allerdings, in einer etwas anderen Version als sonst. Ich erzählte dass ich 1,50 m groß bin und ca. 75 kg wog, meine Haare kurze grün und gelb gefärbte Stoppeln seien.
Er sagte dann trotz der klasse Beschreibung meinerseits doch tatsächlich noch“ Gut, dann werde ich also morgen da irgendwo in der Nähe des Parks sein und dich und deinen Hund auch hoffentlich erkennen. Ich verabschiedete mich, legte den Hörer auf und ging endlich schlafen.
Am nächsten Tag hatte ich ehrlichgesagt schon längst die Ereignisse des vorherigen Abends wieder aus meinem Gedächtnis verloren bis, tja also bis ich beim Gassi gehen mit meinem Hund auf Jemanden traf der sich uns plötzlich in den Weg stellte.
Es war ein großer, schlanker Typ von ca.1, 80m und 80kg. Er hatte langes
dunkles Haar das schon von ziemlich vielen grauen Strähnen durch zogen
war, aber dennoch sehr gepflegt erschien und er war gänzlich in hellbraunes
Leder gekleidet. Also anders ausgedrückt, sein äußeres Erscheinungsbild,
wirkte ansprechender als seine Aussprache könnte man so sagen. Er fragte
mich ob ich die Jenige bin welche eigentlich sonst grün, gelbes Haar hatte
und ich musste lachen. Er schloss sich uns an und wir gingen also gemeinsam
weiter Gassi.
Er erzählte das er geschieden sei und sich vor kurzem von einer vier Jährigen Beziehung getrennt hatte weil er von dieser Frau Betrogen wurde bzw. erfahren hatte das sie seit Jahren neben ihn noch einen anderen Mann hatte. Sie habe vor kurzem ein Baby bekommen und er bezweifle das er der Erzeuger des Kindes sei und somit habe er ja eigentlich nur einen achtjährigen Sohn aus seiner vorigen Ehe.
Also ich glaube ich hatte bis zu jenem Tag noch nie einen Mann erlebt, der auch nur annähernd dermaßen viel geredet hatte wie dieser Typ. Eigentlich hätte mir dies schon genug zu denken geben müssen da ja allgemein Bekannt ist das so ein erhöhter Mitteilungsbedarf , angeblich nur uns Frauen vorbehalten sein soll, und Männer eher den Verbal inaktiveren Paart in der Evolutionsgeschichte besitzen also sozusagen die Energiesparer unter den Gesprächsteilnehmern sind.
Wir kamen dann an einem Kaffee vorbei, und da es ein sehr warmer
Tag war und ich meinem Hund eine Pause gönnen wollte, kehrten wir nun also
doch auf einen Kaffee, dort ein. Wir unterhielten uns weiter und als ich auf
die Uhr sah glaubte ich meinen Augen kaum, es waren mehrere Stunden wie im Flug
vergangen. Ich war mir bewusst dass er nicht mein Typ sein würde, was ich
ihm auch bereits mitgeteilt hatte, aber seine komische Art machte ihn zu einem
netten und unterhaltsamen Gesprächspartner. Als ich meinte oh je was denn
schon so spät? Meinte er, er müsse ja auch noch etwas erledigen und
ob wir nicht morgen unser Gespräch fortsetzen wollen. Ich überlegte
kurz und stimmte dann zu. Es war ja auch alles in allem ein netter entspannter
Tag gewesen, und seinen furcht erregenden Thüringer Dialekt, hatte er auch
so gut er konnte im Zaum gehalten und diesen sich verkniffen. Also verabredeten
wir uns zum nächsten Kaffee und ich ging mit meinem Hund nach Hause.
Am nächsten Morgen bimmelte mein Telefon, und dran war der komische Thüringertyp
vom Abend zuvor. Ich hatte ihm meine Nummer gegeben weil er selber nur unter
einer Handynummer zu erreichen war, und das war mir dann doch zu teuer ihn darauf
an zu rufen, und nach kurzem zögern gab ich ihm also meine private Telefonnummer.
Er fragte mich ob ich nicht Lust hätte mit ihm Frühstücken zu
gehen und ich sagte, „nein vielen dank vielleicht ja ein anderes mal“.
Am Nachmittag bimmelte das Telefon wieder und er stellte dieselbe Frage, ob
wir uns nicht zum Essen treffen könnten, und ich gab die gleiche Antwort.
„Nein Danke“.
Er sollte der Horrortrip meines Lebens werden,
So ging das dann die nächsten Tage und irgendwann sagte ich:“ ja“,
und wir gingen essen.
Wir unterhielten uns genauso nett wie beim ersten Mal und es wurde auch wieder
ein ebenso langer Tag. Er erzählte mir dass er geschäftlich noch am
selben Abend in eine Disco müsse und ob ich nicht mitkommen möchte
und wir das Geschäft mit Vergnügen vereinen könnten und einen
netten Tanz -Abend daraus machen wollen In anbetracht dessen das ich schon eine
Ewigkeit nicht mehr tanzen gewesen war, überlegte ich nicht lange und sagte
zu.
Einige Stunden. später holte er mich ab, machte mir die üblichen Komplimente über mein Kleid, meine Haare und so weiter, und wir machten uns mit seinem BMW auf den Weg. Wir kamen nach einer längeren Autofahrt in Marzahn an, einem Bezirk auf der Ost-Berliner Seite, den ich als gebürtige West-Berlinerin nicht kannte.
Dort traten wir dann in eine wirklich große und sehr nett gestaltete Diskothek
ein. Er stellte mich an einem Tisch ab und meinte er komme gleich wieder und
müsse nur eben schnell das Geschäftliche klären. Ich setzte mich
hin und mir entgingen nicht die vielen aufmerksamen Blicke der Angestellten,
nur weiß ich sie heute durchaus besser zu deuten. Da es für mich
nichts Ungewöhnliches war das ich positive Blicke auf mich zog wenn ich
einen Raum betrat, dachte ich mir Damals nichts weiter dabei.
Nach einer weile kam er zurück und wir verbrachten einen sehr netten Abend,
in dessen weiteren Verlauf, ich sämtliche Leute des Personals kennen lernte
und dem Eigentümer vorgestellt wurde.
Am nächsten Morgen klingelte natürlich wieder mein Telefon und wieder wollte er mich zu irgendetwas einladen, was ich wieder ablehnte. Ich hatte den vergangenen Abend ja als sehr angenehm empfunden, dennoch wollte ich keine täglichen Treffen mit ihm, damit er sich keine falschen Hoffnungen machte. Wir hatten das zwar geklärt, das wir nur eine Freundschaftliche Beziehung wollten, aber die Erfahrungen mit Männer-Freundschaften hatten mir immer wieder gezeigt das sie zu häufiges Beisammensein leicht missverstehen können.
So rief er mich also täglich ein bis zweimal an um mich immer
wieder mit Einladungen zu überschütten und etwa jeder fünften
dieser Einladungen gab ich nach und wir gingen dann Essen, Tanzen, oder ins
Kino.
Damals hatte ich noch einen neben Job in einem großen Kosmetik - Friseurgeschäft
wo ich einen Tag in der Woche aushalf. Er hatte mich an jenem Tag schon mehrmals
per Handy angerufen und wollte mich unbedingt überzeugen mit ihm noch abends
was essen zu gehen Ich hatte ihn immer wieder abgewimmelt. Die Mädels aus
dem Laden waren unfreiwillige Zuhörer und fingen an, wie es Frauen eben
so an sich haben, neugierige Fragen zu stellen. Wer er denn sei und weshalb
ich denn nicht mit ihm essen gehen will usw.
Also erklärte ich ihnen dass er nur ein Bekannter und gar nicht mein Typ
sei. Worauf dann gleich einige Single Mädels danach fragten ob sie ihn
sich denn mal ansehen dürften und ich sagte aber klar.
Also wartete ich das nächste Handy bimmeln ab und wie erwartet, war er es. Anscheinend nicht im Geringsten überrascht dass ich nun doch auf seine Frage ob wir uns denn nicht doch sehen könnten einging, und vorschlug dass er vorbeikommen und mich hier abholen sollte. Völlig selbstverständlich parkte er protzend quer vor dem großen Schaufenster des Friseur Ladens. Was die Mädels nur noch mehr ins schwärmen geraten lies. Ich kann das echt nicht nachvollziehen das manche Frauen so auf Angebergetue reinfallen, ein bisschen erinnert mich das immer an die Tierwelt der mit dem Größten Rüssel und Buntesten Federn ist am interessantesten, oh ne.
Er stolzierte wie ein Hahn im Hühnerhaus, in den Laden rein,
mit seinem männlichen gehabe genoss er voll die Blicke der Weiblichen Welt
um ihn herum.
Er schien ganz und gar in seiner Materie zu sein und fing wieder an mich zu
fragen in welchem chicen und teuren Laden wir denn essen gehen wollen. Ich erklärte
ihm das ich keinen Hunger hätte wir aber mit den anderen Mädels in
einem Kaffee hier in der Nähe einkehren könnten. Das fand er dann
auch einen guten Vorschlag.
Wir saßen da so eine Stunde mit der Meute geballter weiblicher Hormone im Kaffee und ich sagte dann nun muss ich aber mal gehen. Er sprang auf und wollte mich unbedingt Heim fahren. Da er davon nicht ab zu bringen war, nahm ich es an, so war ich wenigstens schneller bei meinem Hund zu Hause. Es ging weiter wie gewohnt, er rief wieder öfters am Tag an und ich wimmelte seine Einladungen ständig ab. Nun musste ich mir allerdings auch noch die Telefonate der Mädels aus dem Laden anhören und ihre ständigen Fragen, wie z.B: “Warum willst du den denn nicht, er ist doch so eine gute Partie“, und „Auf was für einen Schönling wartest du denn bloß, deinen Traummann wird es nie geben, der es schafft deinen Vorstellungen zu entsprechen„ du musst lernen Abstriche zu machen und der Typ ist doch so nett“.
Das waren alles schon ganz schön harte Vorwürfe, die ich mir da anhören musste und ich fing dadurch an, mein Bauchgefühl in Frage zu stellen. Mein Bauchgefühl das mir die ganze zeit sagte „ nicht dieser Typ“. Mittlerweile kannten wir uns vier Wochen, in denen er mich täglich mindestens einmal anrief und mich mit Einladungen überhäufte.
Er war wirklich ausgesprochen hilfsbereit, meist sehr aufmerksam und machte
wirklich den Anschein als ob ich und nur ich alleine, genau die Jenige wäre
die er so lange gesucht hatte. Das wissen darüber dass er aus einer sehr
Gläubigen Familie kam, sein Vater war Pfarrer, tat noch ein Übriges
an Zweifelbeseitigung bei mir dazu. Er hatte mir erzählt das auch er einige
Semester Theologie studiert hatte, na mal ehrlich, wer denkt da denn bitte noch
an was Böses? Wer würde so Jemandem denn auch nur annähernd Lügen,
Intrigen, oder Betrug unterstellen?!
Jedenfalls kamen wir uns dann doch noch eines Tages näher,
es war ein Freitag und am Samstag hatte ich Geburtstag, den wir nett verbrachten.
Erst mit meiner Familie, und abends dann in der Diskothek. Dort bekam ich dann
auch meinen ersten Männerstrip geschenkt, so im Nachhinein sehe ich das
als positiven Höhepunkt aus jener Beziehungszeit.
Es war eine nette Woche, er schleppte mich von einem Geschäftstermin zum
nächsten und ich lernte alle möglichen und unmöglichen Leute
kennen. Schon am folgenden Samstag war der erste Tag an dem ich von ihm versetzt
wurde. Wir waren zur Diskothek verabredet und ich wartete geschniegelt und geschminkt
darauf von ihm abgeholt zu werden. Ich rief ihn auf dem Handy an und musste
feststellen dass es abgeschaltet war. Irgendwann gegen zwei Uhr nachts rief
er mich dann an, das er es nicht mehr schaffen würde weil ihm Geschäftliches
dazwischen gekommen sei und wir uns dann erst am Montag sehen werden.
In der zweiten Woche sahen wir uns dann einen BMW an den er mir unbedingt kaufen wollte, und in der dritten Woche sogar ein Haus in das er mit mir zusammen einziehen wollte. Nachdem ich dankend ablehnte, beschwerte er sich dann bei mir, dass ich an allem etwas zu meckern hatte.
Denn das Auto wollte ich nicht, mein Argument war ich hab ja nicht mal einen Führerschein. Das Haus ging mir zu schnell, ich war ja ziemlich zufrieden alleine zu leben und schlug ihm vor erstmal abzuwarten und dann könnten wir ja wenn überhaupt zusammen ziehend, das Haus in seine und meine Wohnung aufteilen. Nun ich hatte wohl seinem Gesichtsausdruck entnehmen können das es nicht ganz das war, was er hatte hören wollen, aber es war nun einmal meine ganz ehrliche Meinung.
Ich hatte inzwischen schon meinen festen Platz in seinem Unternehmen zugeteilt bekommen wo ich ihm bei Entwürfen seiner Werbearbeiten und Kundengesprächen half. Zu der Arbeit im Laden gehörte auch die Promotionsarbeit zu meinen festen Aufgaben, da ich an solchen Aktionstagen meist den ganzen Tag unterwegs war, bat ich ihn eines Tages mal darum, zwischendurch mit meinem Hund Gassi zu gehen. Ich rief ihn per Handy an, bat ihn darum meinen Hund kurz mal raus zu lassen und er sagte aber klar kein Problem mache ich. Nun ich wunderte mich dass er mich nicht zurückrief um mir zu sagen wie er mit meinem ja nicht so einfachen Hundchen denn so klar gekommen sei.
Und als ich nach zwei stunden immer noch nix hörte, fuhr ich selber nach Hause. Als ich dort ankam bot sich mir ein Bild der Götter, mein Hund stand sprungbereit zum Angriff im Flur meiner Wohnung und hielt mit einem Gewittermäßigen grollenden Knurren seit mehr als zwei Stunden also meinen damaligen Freund in Schach. Dieser stand mit hocherhobenen Armen und der mittlerweile leeren Kekstüte in der einen Hand zitternd an der Wand. Ich hatte es ja schon gesagt, Hunde wissen eben schon viel früher wer gut ist und wer böse, und lassen sich nicht blenden wie wir naiven Menschen.
In der vierten Woche musste er dann dringend zu seinen Eltern nach Thüringen
fahren, er erzählte mir das seine Mutter verunglückt war und er bat
mich, mich in dieser zeit um den Laden zu kümmern,
was ich auch tat. Von Montag bis Freitag half ich also im Laden, und gewöhnte
mich daran, wenn ich geschäftliche Fragen hatte diese auf die Mail-Box
zu sprechen, da sein Handy ja wie gewohnt meist abgeschaltet war. Während
seiner Abwesenheit, ging dann ein bereits Vorangekündigter Promotions-
Auftrag bei mir ein.
Die Diskothek welche einer seiner festen Geschäftskunden war, gab ein Neues Projekt in Auftrag. Es sollte so eine Art Herzblatt werden, also ein Abend für Singles mit der Möglichkeit über kleine lustige Briefchen Jemanden kennen zu lernen. Es war geplant an Wochenenden Single- Abende zu geben, wo jeder Besucher bereits am Eingang mit einem Schildchen versorgt wurde wo eine Nummer darauf stand. Und dann lagen überall Blätter mit Vordrucken im Laden rum. Da stand dann z.B.“ Hallo Nummer X, ich möchte dich gerne zu einem Dring einladen“, oder so was ähnliches. Und dann gab es da noch die liebes Botinnen (Mich und einige andere von mir anzuheuernde Mädchen) welche dann diese kleinen Liebes Briefchen den Jeweiligen Besitzern der Nummer übergeben sollten. Und am Freitagabend sollte ich also zur näheren Abklärung des weiteren Vorgehens in der Diskothek vorbeischauen.
Ich nahm mir für Freitagabend zur Verstärkung meine kleine Nichte mit. Sie ist etwas jünger als ich, um genau zu sein sieben Jahre jünger. Da sie einen Führerschein und ein Auto hat, war das auch eine gute Möglichkeit in das abgelegene Marzahn zu kommen. Wir stylten uns auf, und fuhren also in diese Diskothek. Dort angekommen, unterhielten wir uns kurz mit dem Eigentümer und als wir das geschäftliche geklärt hatten, beschlossen wir, den Abend zu genießen und noch etwas zu bleiben. Wir, meine kleine Nichte und ich, saßen an einer abseits liegenden kleineren Bar und besprachen also den bevorstehenden ersten Singleabend.
Wie wir so am Tresen saßen und uns unterhielten, hatte ich meine, vom Tage schmerzenden, müden Füße in dem Barhocker verschlungen. Ich hatte zu dem Minnikleidchen, enorm hohe Hackenschuhe an und hatte mich, ohne es zu bemerken, anscheinend wohl irgendwie mit diesen viel zu hohen Stöckeln in dem Hocker verklemmt. Jedenfalls ausgerechnet in dem Moment als meine Nichte gerade den Blick von mir abgewandt hatte und zur Tanzfläche sah, kam ich mit diesem Barhocker ins kippen und versuchte meine Füße aus dem Metallgerüst des Hockers zu ziehen.
Erst noch ganz ruhig und lässig, aber als ich feststellte dass sich meine Füße anscheinend hoffnungslos mit den Hackenschuhen im Gerüst des Hockers verklemmt hatten, wurde ich schon allmählich hektischer. Ich versuchte erstmal zum Tresen zu greifen, aber zu meinem Pech, musste ich feststellen, wie in Zeitlupe hatte mein Barhocker bereits begonnen sich langsam aber sicher, weit vom Tresen zu entfernen und nahm immer weiter an Abstand zu. Ich saß da also auf dem mittlerweile in einem Winkel von gut 80 ° befindlichen Hocker und versuchte die Aufmerksamkeit meiner Nichte zu erreichen. Ich wollte Hilfe sagen aber vor lauter Aufregung über diese missliche Situation und der stets zunehmenden Angst der Eskalation jener, kam da nur noch ein klägliches Gestammel aus meinem Mund.
Ich versuchte zu sprechen aber es kam nur „ Hi, hi, hi, hil, hil, hil,“ aus meinem Mund. Meine Nichte die das zum Glück mitbekommen hatte, meinte noch immer mit dem Blick zur Tanzfläche“ was stammelst du denn da, sprich deutsch“. Und endlich, mittlerweile hatte mein Hocker auch schon einen Winkel von guten 90° erreicht, drehte sie ihr Gesicht in meine Richtung und streckte mir mit einem bleichen Gesichtsausdruck der Unkenntnis dessen was ich da wieder gerade veranstaltete, wie unter Hypnose ihren Arm entgegen. Blitzschnell ergriff ich ihn und zog mich Grad um Grad wieder in die ursprüngliche Ausgangsposition meines Hockers zurück. Am Tresen angekommen, mit ganzen Bächen von Schweißperlen auf meiner Stirn, meinte ich total erschöpft: „Danke das war wirklich in allerletzter Sekunde“. Meine Nichte erwiderte mir darauf nur wie gewöhnlich in ihrer bekannt mitfühlenden charmanten art und weise: „Du bist so peinlich, lass uns sofort hier weg gehen“. Und so gingen wir nach Haus.
Der Erste Singleabend sollte schon am Nächsten Abend stattfinden. Also der folgende Samstag sein. Es sollten zur Promotionsarbeit als Liebesboten, auch noch zusätzlich von uns Mitternachts Snacks verteilt werden. Das war für meine Nichte und mich die schwierigste Aufgabe an diesem Abend da wir beide noch nie zuvor Gekellnert hatten. Wir waren an diesem ersten Single Abend auch nur zu zweit, denn wir hatten ja noch kein Team weil es der erste Abend, sozusagen ein Probeabend war. Unser Auftraggeber lies sich einfach nicht von der Absicht abbringen, uns beide mit riesigen Metergroßen Tabletts auf die Diskotheken Besucher los zu lassen.
Tja also und mindestens genau so locker wie wir mal eben diesen Singleabend aus dem Ärmel geschüttelt hatten, wurden wir nach zwei, drei, vier, oder auch fünf Drinks mal eben zu, natürlich nicht ganz perfekten, mit Stöckelschuhen bewaffneten, Kellnerinnen. Mit jedem Drink wurde der Abend amüsanter und es klappte mit den Leuten und den Briefen richtig gut. Es machte uns sehr viel Spaß und es war auch leichter als erwartet mit den Leuten in Kontakt zu kommen und vor allem, was viel wichtiger war, die Leute ließen sich von uns sehr gut animieren sich einander Briefe zu schreiben und dadurch kennen zu lernen.
Gerade als wir so richtig Spaß hatten, und die Diskothek zum platzen voll war, kam der Besitzer auf mich zu und teilte mir mit das gleich Mitternacht ist und unsere Tabletts mit den Snacks in der Küche aufs verteilen warteten. Ui, das würde sicher noch viel Spaßiger als der bisherige Abend werden, so nach dem ganzen Alkohol und mit den Mördermäßigen Stöckelschuhen an den nicht mehr ganz Federleichten Füßchen und dann noch dem zum bersten vollen Laden.
Also gingen wir in die Küche und nahmen dort unsere Tablettes mit den Mitternachtssnacks
entgegen. Ich trat aus der Küche wieder in den Diskothekenbereich und balancierte
dieses Tablett über meinen Kopf durch die Menge. Ich fühlte mich wie
eine Afrikanerin mit einem Zentnerschweren Korb auf dem Kopf, der man zusätzlich
auch noch Kokosnüsse unter die Füße geschnallt hatte. Ich hatte
ja nicht nur damit zu kämpfen, dieses Tablett über meinem Körper
gerade zu halten, sondern, mindestens genauso schwierig war es in meinem Zustand,
mit fortgeschrittenen Alkohol Pegel, auf den eigenen Füßen, welche
sich wie es mir vor kam, auf meterhohen Stöckeln befanden, zu stehen bzw.
was ja noch viel schlimmer war, auch noch darin zu laufen. Und meiner Nichte
erging es ja nach all den vielen Drinks die wir gemeinsam zum Aufbau der Courage
benötigt hatten, auch nicht anders als mir
Mit diesen viel zu hohen Hackenschuhen die Balance nicht zu verlieren, viel
mir aber dann wie ich sehr schnell und überrascht feststellte durch die
vielen Menschen um mich herum doch nicht so schwer. Die geradezu erdrückende
Fülle der Diskothek, erwies sich sogar als äußerst nützlich.
Dadurch dass bei jedem Schritt eine Masse von Menschen um mich herum war die
so dicht waren das ich von dieser Menge gedrückt und geschoben wurde, konnte
ich ja auch nicht umfallen. Also stürzte ich mich mit dieser Erkenntnis
und meinem Riesen Buffets über dem Kopf, in die hungrig über mich
herfallende, hin und her drängende laut grölende Menge.
Als ich gerade so schön am verteilen der Snacks war, gab es auf einmal einen größeren Ruck und ich fand mich auf dem Schoß eines Gastes wieder. Anscheinend hatte ich die Dreistufen der Minnitreppe übersehen und war nach unten geplumpst, aber zum Glück saß da an der Treppe dieser nette stämmige Herr, auf dessen Schoß ich nun gelandet war. Ich bedankte mich fürs nette auffangen, auch wenn es wohl nicht gerade seine Absicht gewesen war meinem Sturz abzufangen. Denn er sah mindestens genau so überrascht auf das leere Glas Bier in seiner rechten Hand, wie ich mich über mein verschwundenes Tablett wunderte. Beim fallen schien ich es aus Reflex weggeworfen zu haben und beim landen auf dem Schoß dieses Herren hatte sich sein eben noch volles Bier in einer Hebelwirkung in den Raum entleert.
Ich kletterte vom Schoß dieses Herren, der immer noch seinen
verwunderten Blick auf das leere Bierglas wandern lies, und mit betroffener
Stimme sagt: „ Oh wo ist denn mein Bier geblieben, war doch eben noch
voll?“ Und ich versprach ihm ein Neues Bier zu bestellen und bedankte
mich noch mal ganz herzlich. Rückte meinen Rock wieder zurecht und begab
mich auf die Suche nach diesem dummen Tablett. Als ich so am suchen war begegnete
ich meiner Nichte die ebenfalls ihr Tablett verloren hatte, sie war gestolpert
und hatte sich auf diese weise ihres Buffets entledigt. Nun so hatten wir dann
doch noch unseren ersten Kellnerversuch besser gemeistert als wir gedacht hatten,
so auf diese lässige ganz eigene Art waren wir dann doch mit unserem ersten
Mitternachtssnacks schneller und effektiver fertig geworden als wir es uns gedacht
hatten.
Am Sonntagmorgen war dann mein Münchhausen aus Thüringen zurück
und stand mit Frühstück vor meiner Tür. Als wir beim Frühstück
saßen, und er gerade einen Schluck Kaffee aus der Tasse nahm, erzählte
ich ihm, was ich geträumt hatte. “Stell dir mal vor was ich merkwürdiges
geträumt habe, ich habe doch Tatsache geträumt du betrügst mich“.
In diesem Moment setzte er die Tasse mit einem Ruck ab und spuckte sich den
ganzen Kaffee den er eben noch im Mund hatte auf seine Hose. Ich bin jemand
der sich viel mit seinen Träumen beschäftigt und deshalb auch gerne
darüber spricht was manchmal so alles für merkwürdiges Zusammenhangloses
Zeug in Träumen vorkommen kann. Darum hatte ich erst auch noch gar nicht
ernsthaft über den Inhalt meines Traumes weiter nachgedacht.
Dies änderte sich nun aber schlagartig nach dem ich seine
Reaktion darauf bemerkte. Er fing sofort an zu schreien was ich denn für
einen Blödsinn träume und was ich ihn da denn unterstellen würde.
Ich konnte ehrlich gesagt gar nicht mehr alle diese Eindrücke die da nun
so schnell auf mich ein prasselten in dieser Schnelligkeit verarbeiten. Und
so beobachtete ich ihn erstmal wie er seine Hose säuberte und hörte
seiner Verteidigung stillschweigend zu. Er verteidigte sich lauthals obwohl
ich ihn doch gar nicht angegriffen bzw. beschuldigt hatte, und das war doch
überaus interessant wie ich fand.
Nachdem er seine Hose gesäubert hatte, sprang er auf und meinte ihm sei nun der Appetit vergangen und wir sehen uns ja dann morgen, im Laden. An jenem Tag, nachdem die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen war, fühlte ich zum ersten Mal das ich belogen und betrogen werde. Ich meine nicht das es das erste Mal in meinem Leben gewesen wäre das ich mit einem Partner diese Erfahrungen machen musste, nein nur zum ersten male spürte ich es in meinem Bauch so richtig intensiv, klar und deutlich. Und ich nahm mir vor meine Augen offener zu halten und dem was ich da gerade fühlte auf dem Grund zu gehen.
Ich nutzte die kommende Woche dazu meinen so genannten Freund mit Argusaugen zu beobachten. Er war sehr viel unterwegs, übernahm ziemlich oft sogar die arbeiten der anderen Mitarbeiter, so wie einfachste Botengänge und brauchte dann aber dafür dreimal so viel Zeit wie gewöhnlich. Ich dachte mir er versucht eben jede Situation zu nutzen um sich von mir zu entfernen. Vielleicht ja um über alles nach zu denken, und deshalb war ich auch damit einverstanden das wir Widermahl das Wochenende getrennt verbrachten.
Am folgenden Montag im Laden angekommen, wurde ich von einem Mitarbeiter gefragt wo ich denn am Samstag war und ob es mir besser geht weil ich ja nicht mit in der Diskothek gewesen bin wie mein, Beziehungspartner. Und wer die nette Blondine war mit der er dort war. Ich versuchte mir nix anmerken zu lassen, sagte ja es geht mir jetzt schon viel besser danke und es war eine Geschäftsbekanntschaft.
Dann ging ich wieder nach hause, und überlegte alles in Ruhe. Kaum zu Hause angekommen klingelte mein Telefon und er wollte wissen warum ich denn wortlos gegangen bin. Ich erklärte ihm dass er mich nicht mehr anrufen soll und dass es mit uns erledigt ist, dann schaltete ich das Telefon leise und den Anrufbeantworter ein um mir nicht mehr weiter seine Lügengeschichten anhören zu müssen.
An jenem Tag rief er mich über dreißigmal an, und hinterließ ungefähr 20 Nachrichten auf dem Anrufbeantworter. Dann stand er zu guter letzt auch noch vor meiner Tür und schwor mir beim Augenlicht seines Sohnes und beim Leben seiner Mutter (die arme) das er mich noch nie betrogen hat, sondern mich ja nur mit der Reise zu seinen Eltern angelogen hätte um einige Tage alleine zu verbringen, also war das mit seiner Mutter auch erfunden gewesen. Letztendlich kniete er wie ein Schlosshund heulend vor mir und flehte um Verzeihung. Er gab alles zu und flehte unter schwüren sich zu ändern und an sich und seiner Lügerei zu arbeiten, weil ich die ganz besondere und immer gesuchte Frau in seinem Leben sei.
Eigentlich war ich damals schon so weit das ich ihn trotz seiner Heulnummer entsorgen wollte, nur kam noch erschwerend hinzu dass es auf eine bestimmte Zeit im Winter zuging. Das alles geschah nämlich zur Weihnachtszeit und nun muss ich dazu sagen, dass mir selbst Weihnachten nie so wichtig war, sondern für mich eher Silvester und Neujahr von viel größerer Bedeutung sind. Für Ihn aber, der ja wie er mir unter seinen Krokodilstränen mitteilte, angeblich so überaus christlich eingestellt, war diese Zeit sehr wichtig, so wichtig das er sich das Leben nehmen wollte wenn ich unsere Beziehung nun gerade jetzt wo er meine Nähe ja so sehr brauchte, beenden würde, und halt das Übliche. Ach was hätte diese Welt aber auch davon profitieren können.
Nun ich ließ mich also halbherzig und mit einem wirklich
äußerst schlechten Bauchgefühl, noch einmal umstimmen und sagte
einem gemeinsamen Weihnachtsfest zu. Er fing wie immer sofort an zu planen und
zu kaufen, wir brauchten einen Braten eine Ente oder eine Ganz,
oder was weiß ich was das für ein armes totes Tier war was er da
kaufte. Dann wollte er unbedingt einen Weihnachtsbaum, ich hatte noch nie einen
Weihnachtsbaum gehabt und verspürte auch diesmal kein besonderes Bedürfnis
nach so einem nur wegen Weihnachten gefällten, nicht mehr lebenden und
nadelnden Etwas in meinem Wohnzimmer. Na ja jedenfalls hatten wir dann also
einen Tannen Baum, nagelneuen und ziemlich teuren Baumschmuck und eben ein totes
Etwas was mal Federn hatte als es noch lebte, für unser Weihnachtsfest,
oh du Fröhliche…
Am Weihnachtsabend machte ich uns dann aber das Essen denn er
wollte seinen Braten, wie sich erst jetzt rausstellte, zum ersten Feiertag für
die Familie zubereiten. Sein Bruder sollte extra zum Fest angereist kommen und
er bereitete also dafür die Ente in meiner schönen neuen Einbauküche
zu. Er ließ die Soße überkochen und verbrannte dadurch die
schönen Herdplatten unwiderruflich. Aber das war nur das kleinere Übel
an jenem Weihnachten.
Am ersten Feiertag, nahm er seinen Braten und mich und wir fuhren in seine Wohnung.
Da war dann aber noch niemand aus seiner Familie zu sehen, sondern nur ein Bekannter,
der als DJ in der Diskothek in Marzahn arbeitete und ab und zu mal seine Wohnung
als Mitbewohner nutzte. Ich bemerkte zwar wieder diese merkwürdigen Blicke
die sich die Beiden Männer in meiner Anwesenheit austauschten, und es waren
genau diese Blicke, wie ich sie am ersten Abend von den Angestellten in dieser
Diskothek schon einmal bemerkt hatte. Ich ignorierte sie so gut es eben ging
und wir setzten uns an den Tisch in der Küche.
Mein Münchhausen begann Teller und Besteck raus zu legen und meinte sein Bruder verspätet sich wohl und er habe nicht soviel zeit hier mit dem Essen zu warten, denn er hätte noch was Wichtiges im Laden zu tun. So aßen wir also zu dritt die Ente, dann sprang er auf zog uns schon wieder die Teller weg und wir verließen seine Wohnung wieder.
Dann setzte er mich zu Hause ab, und wie ich später erfuhr, holte er nachdem er mich abgesetzt hatte seine zweite Partnerin jener zeit von zu Hause zum Weihnachtsessen ab. Wie ich über ein Jahr später erst erfuhr, hatte dieser Typ mit uns beiden gemeinsam zur gleichen Zeit eine Beziehung ohne dass wir Frauen etwas von unserer Existenz wussten. Und zeitweilig soll da sogar noch eine dritte Frau mitgewirkt haben. Wir fanden später sogar noch heraus dass er uns zu Geburts- und anderen Feiertagen genau dieselben Karten und Briefe schenkte. Bis hin zum eigenhändig von ihm geschriebenen Inhalt seiner Liebesbriefe waren sie Identisch, einfach unglaublich krank. Aber vielleicht gab es diese Karten und Briefe ja dort wo er sie erwarb auch immer im Dutzend gleich billiger, und so ein Angebot schien sich ja auch bei jemandem wie ihn zu rentieren.
Im Nachhinein ist mir heute auch klar, wieso er immer so auffallend Hecktisch und Hippelig war und nie mal ruhig irgendwo entspannen konnte, er wirkte immer wie auf dem Sprung und unter Zeitdruck. Er hatte eine so dermaßen schlechte Körperliche Verfassung dass er zeitweilig sogar über Impotenz klagte. Er war und ist eben ein wirklich Psychisch sehr kranker Typ.
Dessen Inhalt des Lebens nur aus Lügen, betrügen, hintergehen und ausnutzen seiner möglichst gleichzeitig angesammelten Frauen bestand, die er wie ein geisteskranker Gockel im Hühnerstall vorführte. Nach diesem Weihnachtsfeiertag, bekam ich einen Anruf in dem er mir mitteilte, dass er sich überlegt hatte mit seinem Bruder zur Familie nach Thüringen zu Fahren und den Rest der Woche dort verbringen würde. Er wäre am Silvester Morgen wieder hier und dann könnten wir uns ja noch überlegen was wir tun wollen.
Da ich ja wie immer Kontakt zu den Mitabeitern im Laden hatte, kam ich auch wieder mal nicht umhin zu erfahren, dass er nicht nur mit seinem Bruder, sondern auch noch mit einer anderen Frau zu seinen Eltern gefahren war. Ich war zwar nicht wirklich überrascht, nach allem was ich in dieser zwar sehr kurzen aber auch sehr leerreichen zeit unserer Beziehung nun schon mit ihm erlebt hatte, aber dennoch konnte ich nicht fassen wie dreist und abgebrüht dieser Scheißkerl doch war. Also holte ich mir noch mehr Infos ein und erfuhr auch noch dass er für Silvester in einem Hotel, das auch zu seinen Geschäftskontakten gehörte, ein Doppelzimmer gebucht hatte.
Wir hatten vor kurzem eine Werbekampagne in diesem Hotel gehabt und waren an jenem Tag von dem Besitzer zu einer Silvester Party eingeladen worden. Für mich stand ja außer Frage das ich woanders schlafen könnte, das ginge nicht wegen meiner Hunde und erst recht nicht an Silvester. Ausgerechnet in der Silvester Nacht die Tiere mit all dem Lärm der Knallerei alleine zu lassen würde mir nie und nimmer in den Sinn kommen. Darüber hatten wir ja gesprochen gehabt, also Fazit war dieses Doppelzimmer da wohl für jemand anderes als für mich geplant gewesen.
Ich machte also mal wieder wütend Schluss und er stand am Silvester morgen, wie immer heulend und um Verzeihung flehend vor meiner Tür. Ich ließ ihn diesmal aber eiskalt abblitzen und feierte ein klasse Silvesterfest mit einem lieben Langjährigen Bekannten im Hotel Addlon. Wir hatten schon öfters das Silvester miteinander verbracht, und er war wie immer damit einverstanden mich erst nach Mitternacht zum feiern abzuholen und so konnte ich wie ich es wollte, bis um 1:00 Uhr bei meinen Hunden verweilen, und danach dann trotzdem noch schön tanzen gehen.
Dieses ganze hin und her, also seine ständigen Lügengeschichten,
seine vielen spontanen Geschäftsreisen, die sich dann als andere Aktivitäten
herausstellten und mein Bedürfnis diese merkwürdige Beziehung zu beenden,
sowie sein ständiges heulen und Flehen ihm zu Verzeihen und ihn doch noch,
immer wieder und wieder eine Chance zu geben, dauerten dann aber noch ungefähr
zwei weitere Monate an. Wir sahen uns eigentlich fast gar nicht mehr sondern
ich bekam ständig irgendwelche Briefe mit Schwüren und Heiratsanträgen
und weiteren Offenbarungen.
Wie zu Beispiel das er ja noch zwei Kinder aus seiner ersten Ehe hätte und mit der letzten Frau noch verheiratet und gar nicht wirklich geschieden sei. Aber extra um mich jetzt heiraten zu können habe er nun die Scheidung eingereicht. Ich wurde dabei nicht mal gefragt ob ich ihn überhaupt heiraten wollte, was ich mir ungefähr genau so sehr wünschte wie Ausschlag. Dann gab es zudem noch ständige Nachrichten auf meinem Anrufbeantworter. Kaum zu glauben das wir eigentlich insgesamt nur sieben Monate, und davon gerade mal zwei Monate intensiv zusammen waren, aber es kam mir alles schon vor wie eine dunkle Ewigkeit von vielen Jahren.
Der entscheidende Tag, der den Anstoß dazu gab das ich es endlich schaffte ihn aus meinem Leben zu entsorgen, kam dann eine Woche vor Valentinstag. Wieder einmal winselte er am Telefon ich solle noch mal über alles Nachdenken, und er müsse mich unbedingt treffen um das wir über alles sprechen können. Als ich mich dann nach langem überlegen durchrang und für einen Termin im Laden anrief, erzählte mir ein Mitarbeiter, dass sich mein ja angeblich so sehr nach mir verzehrender Freund, eine Woche frei genommen hatte um mit einer anderen Frau zusammen ein Ferienhaus zumieten. Ich bedankte mich für seine Offenheit, verabschiedete mich endgültig und zum allerletzten Male von den Mitarbeitern des Ladens
Das passende Geschenk zum Valentinstag
Diesmal, da war ich mir ganz sicher, würde ich endlich und ein für
allemal mit ihm abschließen können.
Ich ging nach Hause und betrank mich. Ich war so wütend auf mich selber,
das ich ihm schon wieder fast geglaubt hätte und überlegte was ich
ihm als angemessene Rache zukommen lassen könnte.
Als erstes viel mir ein das er ja sicher sehr früh aufstehen musste um los zu fahren und seine neuste Errungenschaft auch sicher bei ihm übernachten wird und was sich da nun für Möglichkeiten meinerseits anboten um ihm diese Nacht unvergesslich zu bereiten. Ich kam zu dem Entschluss ihn erstmal durch ständige Telefonanrufe so lange zu nerven bis mir etwas einfallen würde, ja ich weiß noch nicht so die Hölle an Einfallsreichtum aber ich fing ja auch gerade erst mal an einen taktischen Plan zu entwerfen und darin die ganze Stärke der Gefühle meiner Wut und Rache zu entfalten.
Ich lies das Telefon also so lange klingeln bis er abhob, legte dann auf, wartete einige Minuten und wiederholte meine Missetat, wieder und wieder. Irgendwann hatte er dann leider den Hörer daneben gelegt und ich war recht enttäuscht, dass dieser Plan so jäh an dieser Stelle endete. Ich trank noch einen Schluck Wein, und überlegte mir aufs Neue wie ich weiterhin bei ihm für eine schlaflose Nacht sorgen könnte. Und da kam mir auch schon der nächste Einfall. Wie heißt es doch so schön:“die Polizei dein Freund und Helfer“ Also rief ich dort an und meldete den überfall eines Geisteskranken mit einem Messer, und einer bereits Verletzten Frau. Ich zählte die Minuten die der Einsatzwagen bis zur genannten Adresse wohl bräuchte, dann schätzte ich noch mal die Zeit die er brauchen würde die Polizei von dem Irrtum zu überzeugen, und nun noch um wieder den Hörer auf zu legen. Ich wählte erneut seine Nummer und siehe da, ein Freizeichen.
Glücklich und Zufrieden über meinen Erfolg drehte ich mich um und blätterte noch ein wenig in meinem Lieblings Frauenmagazin, dem Playgirl herum. Und da stand es dann, schwarz auf weiß und riesengroß direkt vor meinen Augen, ganz genau das was ich in meiner Situation jetzt brauchte. Nein nicht die nackten Männer, obwohl das wohl in diesem Moment, eine noch bessere Abwechslung gewesen wäre. Nein da stand doch Tatsache „Die vielen verschiedenen Möglichkeiten der Rache einer betrogenen Frau“ Ich las die Seiten dieses Beitrages und stellte erfreut fest wie unendlich viele nette Möglichkeiten der Rache es da gab. Angefangen mit dem Tip, für seinen Ex nette Zeitschriften zu Abonnieren wie zum Beispiel: Die fleißige Hausfrau, Wechseljahre das schaffst auch du, der kleine Strickkurs usw.
Bis hin zum Abmelden seines Telefonanschlußes, seiner Versicherung, Kündigung seines Bankkontos ach weshalb eigentlich nicht alles und seine Wohnung gleich mit. Ich trank den Rest der Flasche aus fühlte mich so zufrieden wie schon lange nicht mehr, drehte mich mit einem breiten Lächeln der Vorfreude in anbetracht meines neuen Schlachtplanes um und schlief nun ganz selig und Entspannt ein.
Am nächsten Morgen wurde ich durch meinen Alkoholrausch erst sehr spät wach und musste mich sputen um für meinen Plan, auch noch alle nötigen Bestandteile zu erhalten. Und ich brauchte dafür sehr ausgefallene Dinge, welche man nicht in jedem Laden erhält. Also da die Zeit knapp war wählte ich ein großes Kaufhaus in der Nähe und da sollte schon alles was ich brauchte zu bekommen sein.
Da ja Valentinstag vor der Tür stand, und mein krankhafter
Ex-Münchhausen in sechs Tagen zurück sein wollte hatte ich mir für
ihn eine ganz besondere Überraschung zum Valentinstag ausgedacht.
Eine Überraschung welche genau in fünf Tagen zur vollen Schönheit
heranreifen würde um mit jedem verstreichenden Tag, an dem er sich amüsierte,
immer vollkommener zu werden. Um ihn dann bei seiner Rückkehr mit der vollen
Pracht und Sinnlichkeit wie es ihm Zustehen würde, gebührend zu empfangen.
Ich hatte es mir wirklich nicht leicht gemacht ein ganz speziell auf ihn zugeschnittenes
Valentinstagsgeschenk zu finden und mir so unendlich viel Mühe bei der
ganz persönlich zugeschnittenen Individualität der Auswahl gegeben.
Schließlich sollte er ja auch bemerken wie wichtig mir Dieses Geschenk
und dieser ganz besondere Valentinstag waren und er sollte ja natürlich
auch ebenso unvergesslich für ihn werden.
Ich wollte auch in nichts seinem Einfallsreichtum an Ausreden nachstehen, er
hatte sich doch immer so große Mühe mit seinen Lügen gegeben,
darum lag es mir schon sehr am Herzen ihm auch meinerseits angemessenen Einfallsreichtum
zu beweisen.
Um meinen Plan den ich mir vorgenommen hatte, auch in die Tat umsetzten zu können benötigte ich als erstes Mal eine ganz besondere Kleinigkeit aus der Lebensmittelabteilung. Ich stapfte mit meinem noch leicht alkoholisierten Schritten und einem wohl noch stärker nach Alkohol duftenden Teng, zur Käsetheke. Bemühte mich extra die Dame die mich bediente nicht zu stark anzuhauchen und bestellte zwei Scheiben von einem schönen alten Esrom Käse. Bezahlte ihn, packte das Paket gut ein und stapfte weiter zur nächsten Abteilung.
Nun war mein nächstes Ziel die Zooabteilung, genauer gesagt die lebend
Futter Abteilung. Auf dem Weg dort hin kam ich an einem Regal vorbei wo lauter
merkwürdige Krabbeltierchen in kleinen Plastik Behältnissen saßen,
die für mich wie Grillen aussahen. Davor stand ein kleiner Junge mit seinem
Vater und ich schnappte ihr Gespräch auf. Der kleine meinte: „Oh
Papa guck mal die haben ja auch schwarze, las uns mal die schwarzen mitnehmen“.
Und der Vater antwortete: Um Gottes willen nein Junge, bloß nicht die
schwarzen, wir nehmen wieder die grünen Heimchen mit wie immer.
Und ich fragt total unwissend und ziemlich neugierig: „Entschuldigen sie bitte, aber wieso denn nicht die schwarzen?“ Und der nette Mann erklärte mir: Wenn ihnen mal ein grünes Heimchen ausbüchst ist das nur halb so wild aber wenn ihnen so ein schwarzes abhaut, das hören sie noch in einem Jahr hinter der Heizung irgendwo zirpen.“ Ich bekam wieder dieses ganz besondere, breite Lächeln, bedankte mich bei dem Herrn für die nette ausführliche Information und sagte zum bereits herangeeilten Verkäufer:“Zwei von den schwarzen Heimchen bitte „ Ich bemerkte noch wie der Vater des kleinen Jungen mir beim weggehen total verwirrt hinterher sah.
Als meine Heimchen verpackt waren fragte ich den Verkäufer nach Mottenlarven, und zu meiner Bestürzung waren keine vorrätig. Nein was war ich enttäuscht damit hatte ich nun gar nicht gerechnet. und überlegte schnell was es da wohl für einen gebührenden Ersatz geben könnte. Ich fragte was es denn noch so an Insekten Larven, die in drei bis fünf Tagen schlüpfen würden hier gäbe? Der Verkäufer durch mein komisches euphorisches Verhalten nun stutzig geworden, fragte mich doch allen ernstes was ich denn damit tun möchte und ich überlegte Blitz schnell und antwortete: „Ach meine Tochter hat in der Grundschule da so ein Biologie Projekt und dafür brauch ich die.“
Nun schien er wieder beruhigt zu sein und meinte: „Wir hätten da Fliegenlarven die schlüpfen sehr schnell und vermehren sich ebenso schnell weiter“. Dann sagte ich: „Oh ja die nehme ich“. Und er meinte:“ Wir haben da zwei verschiedene Sorten, welche wollen sie denn?“ Und ich wieder: „In wie fern unterscheiden die sich denn?“ Und er: “Na ja das eine sind normale Stubenfliegen und das andere die grünen großen Schmeißfliegen“ Und ich wieder begeistert: „Oh ja die will ich, wie viele sind denn da so drin? Und er erzählte mir dass also pro Packung ca. sechzig bis achtzig Fliegenlarven drinnen seien. Und ich bestellte also ein Paket von den Stubenfliegen und zwei Pakete von den Schmeißfliegen.
Vollkommen zufrieden, das ich alles was ich wollte erhalten hatte, verließ ich das Kaufhaus und schwebte geradezu von geballter positiver Energien umgeben nach Hause. Wenn man mich so ansah hätte man wohl eher gedacht das ich soviel Glückseligkeit ausstrahlte weil ich eine Million € bzw. damals waren es ja noch DM, in der Tasche hatte und nicht das ich da gerade einen Haufen von Insekten als Minnisöldnern angeheuert hatte, welche nun den Auftrag erteilt bekamen meine Rache zu vollziehen. Und ich war mir da völlig sicher diese kleinen Furchterregenden Geschöpfe würden Ihren Auftrag, auch ohne Extra Entlohnung, mit ganzer Hingabe und zu meiner vollen Zufriedenheit erledigen.
Zu Hause angekommen, genoss ich erst mal eine Tasse Kaffee, und überlegte
ob ich nun auch alles für meine Überraschungsaktion zusammen hatte.
Ich wartete bis es Abend wurde, nahm seine Wohnungsschlüssel und machte
mich mit meiner kleinen Armee in der Tasche auf den Weg ins Feindliche Gebiet.
Dort angekommen vergewisserte ich mich erst mal davon dass mich auch niemand
sah, und schlich mich in seine Wohnung.
Drinnen, packte ich meine mitgenommenen Gummihandschuhe aus und zog sie an.
Der Käse war ja für die Heizung gedacht gewesen, der würde sich
am besten zwischen Wand und Blech machen oder aber auch in den Gittern das bleibt
ganz der Kreativität des Gestalters überlassen je nach Geschmack wie
man es eben schöner findet.
Und die Heimchen, die setzt man am besten in der Spüle und im Badezimmerabfluss aus, da haben die es schön feucht so was mögen die. Zudem kommt durch die Schalltragkraft der Wasserrohre ihr Gesang auch viel besser zur Geltung und der Kenner weiß, so hat man auch viel mehr davon.
Nun nahm ich das Paket mit den Fliegenlarven, ich hatte sie vorher noch alle zusammen in ein großes Gefäß geschüttet, damit es beim Verteilen leichter und schneller von statten ging. Ich begann mit der Freilassung der kleinen Soldaten in der Küche.
Ich nahm eine kräftige Hand voll und warf die Fliegenmaden hinter dem Küchenschrank, in die Vorratskammer, Nahm den Linoleum etwas hoch und lies die süßen Kleinen da runter robben. Dann begab ich mich in den Flur, da hob ich an den Ecken den Teppich etwas an um den Kleinen ihren geheimen Einsatz dort zu erleichtern. Nun ging ich ins Schlafzimmer dort warf ich je eine Handvoll hinter den Schrank, eine unters Bett, und eine ins Korpus Delicti.
Nun wieder den Teppich etwas hoch und das gleiche Spiel noch mal
im Wohnzimmer. Hier bekamen nun auch noch die Palmen einige Untermieter zugeteilt.
Zu guter letzt stellte ich die Heizung noch auf 25°C, damit es die lieben
Tierchen auch schön warm hatten, schließlich sollten sie sich ja
reichhaltig vermehren nicht das meine ganzen Bemühungen und der Einsatz
der kleinen Soldaten womöglich noch umsonst gewesen sein sollte.
Zufrieden mit meiner Leistung, verließ ich seine Wohnung und fuhr nach Hause. Nun hieß es geduldig warten, auf das die lieben Kleinen sich auch prächtig vermehren. Was kam mir diese Woche lang vor.
Ich muss auch zugeben in dieser ganzen zeit des Wartens, hatte
ich immer wieder Gedanken wie: „Oh Gott, was hab ich da getan“,
aber zum Glück waren diese kleinen Schwäche Attacken nur kurzzeitig.
Denn niemand sonst auf Gottes weiter Welt hatte sich diese ganz besonderen kleinen
Geschenke zum Valentinstag so sehr verdient wie dieser, miese, verlogene, hinterhältige,
Frauen benutzende, Scheißkerl. Dieser Typ der das zerstören von Frauenseelen
die Männern noch vertrauen geradezu als Sportart betrieb. Das was ich getan
hatte war ganz genau das, was ihm zustand und so jemand wie er ganz nötig
mal brauchte.
Ich wusste dass ich an dem Freitagabend vor einer Woche, als ich von seiner
Aktion mit dem Haus und der anderen Frau erfahren hatte, ihn in meiner ersten
Wut, ziemlich wüst auf der Mailbox seines Handys beschimpft hatte. Es war
ja wie gewöhnlich abgeschaltet gewesen. Und ich wusste aber auch noch ganz
genau dass ich bei all meinem Beschimpfen sehr darauf geachtet hatte nicht zu
erwähnen dass ich von der anderen Frau wusste.
Am Montag als er zurück war von seiner Ferienwoche, rief ich ganz scheinheilig im Laden an und erklärte ihm dass ich jetzt einen Schlussstrich ziehen will und vorbeikomme um meine Wohnungsschlüssel ab zu holen und ihm seine dafür vorbei bringen würde. Ich dachte lieber schnell meine Schlüssel sicherstellen, bevor er noch auf ähnliche Aktionen kommt wie ich sie geliefert hatte. Er wiegelte jedoch ab und meinte: „Nein ich will meine Schlüssel nicht wieder haben und will mich auch nicht von dir trennen, und ich weiß auch ganz genau das du das auch nicht wirklich willst.“. Nun ich erwiderte ihm darauf zornig das er wohl der Letzte Mensch auf dieser Welt wäre der wüsste was ich denn wirklich will und was nicht.
Dann legte ich auf und machte mich auf den Weg dorthin. Unterwegs ging mir beim überlegen einfach nicht in den Kopf wieso er sich eigentlich immer noch gegen eine Trennung wehrte. Ich glaube genauso wenig wie er mich kannte, wäre ich oder überhaupt irgendein Mensch je in der Lage gewesen sein krankes Hirn zu verstehen.
Ich kam im Laden an und bemerkte seine Nervosität, er sprang
wie ein in die Enge gedrängtes Tier im Käfig hin und her und ich meinte
zu ihm: „Oh komme ich etwa Ungelegen, das tut mir jetzt aber leid. Du
erwartest doch nicht jemanden anderes oder?“ Ich konnte förmlich
seine Gedanken hören, so nach dem Motto:“weiß sie etwa was?“
Er strahlte eine solche Unsicherheit aus, wodurch ich mit jeder Sekunde an Sicherheit
gewann.
Er rannte immer noch wie ein Tiger von einer Seite des Zimmers zur anderen und
griff sich dabei ständig an die rutschenden Hosen, eine echt eklige Angewohnheit
wie ich schon immer fand, nur diesmal passte sie im Ironischem Sinne richtig
gut zu dieser Situation. In den Freudschen Analysen sollte dieses ständige
an die Hosen fassen, beim Mann eine Triebgeleitete Lebenseinstellung darlegen,
na war ja wohl nicht all so weit gefehlt von Herrn Dr. Freud, jedenfalls bei
diesem Exemplar der männlichen Gattung war seine Einschätzung voll
ins schwarze getroffen.
Beim hin und her tigern sprach er, nein er schrie die ganze zeit: Da will ich einmal mit meinem Sohn eine Woche Urlaub machen und dann bekomme ich hier eine Szene geliefert, du bist ja so was von eifersüchtig und überhaupt!“ Und ich sah ihn an und meinte nur mit einem Zynischen Grinsen im Gesicht:“ Wie jetzt, du denkst ich bin sauer weil du ohne was zu sagen eine Woche mit deinem Sohn weggefahren bist?“ Und er sah mich nun noch etwas verstörter an als sowieso schon. Und auf seiner Stirn bildeten sich schon langsam Schweißperlen die ihm runter rannen. Und ich lehnte mich, klar im Vorteil entspannt zurück und sagte: „ Aber nein wo denkst du hin es ist doch völlig in Ordnung wenn du mit deinem Sohn in den Urlaub fährst.“ Und er sah mich nun gar nix mehr verstehend an und meinte: „Und warum willst du dann jetzt deine Schlüssel haben?“ Ich glaube fast er war sich seiner Sache so sicher dass er wirklich nicht von selber darauf kam.
Ich beugte mich ihm entgegen und sah ihn grinsend an, er war glaube ich nun schon kurz vorm Ohnmächtig werden. Ich legte ein ungläubiges Gesicht auf und meinte: „Wie jetzt du weißt es gar nicht?“ Und er wieder total zitterig: „ Was denn?“ Und ich antwortete mit meinem Sarkastischsten Tonfall und einem eben so ausdrucksvollem Gesichtsausdruck: „Das tut mir aber jetzt echt leid für Dich, das du das noch gar nicht wusstest das ich bescheit weiß von deiner netten Gesellschaft.“ Und er sah mich nur noch mit einem Kaninchenblick und offen stehendem Mund an. „Tja das tut mir aber Leid dass du es auf diese art erfahren musst dass ich schon längst alles weiß von dir und deiner Ferien Freundin.
Nun konnte ich förmlich die fallenden Groschen in ihm klimpern
hören. Er hörte endlich mit der hin und her Rennerei auf und setzte
sich sehr langsam und zögernd zu mir an den Tisch.
Er hatte jetzt einen sehr nachdenklichen Gesichtsausdruck bekommen und man konnte
ihm ansehen wie gestresst sein Gehirn die neuen Erkenntnisse verarbeitet. Er
sah mich prüfend an und fragte mich dann sehr zögernd und nachdenklich,
ob ich in letzter Zeit mal in seiner Wohnung gewesen war. Ich setzte meinen
Scheinheiligsten Gesichtsausdruck auf und fragte: “Was? wieso? Wie kommst
du denn jetzt darauf?“
Er sah immer noch angestrengt nachdenkend aus, und meinte nur: „Na ich dachte ja nur, weil da so merkwürdiges in meiner Wohnung passiert ist“. Es war echt nicht so einfach, mich zurück zu halten und das brave, unwissende Engelchen zu spielen. Mit äußerster Körperbeherrschung sagte ich dann wieder sehr zynisch: Na wer weiß vielleicht ja noch eine weitere deiner betrogenen Frauen, die ein wenig mehr Courage hat und sich nicht so einfach alles was du ihr angetan hast Gefallen läst wie ich?“.
Nun sprang er wieder schreiend auf und ich wusste durch seine Reaktion, dass ich mit dieser Vermutung nicht so falsch gelegen hatte. Er schrie wieder das ist ja nicht zu fassen, was du gleich denkst nur weil ich mal zufällig mit jemand befreundetem zwei Häuser nebeneinander gemietet hatte. Und alles auch nur damit die Kinder zusammen spielen können.
Ich sagte ihm er solle doch endlich aufhören mit seiner ständigen Lügerei, denn ich wusste ja auch bescheit über das eine Haus in dem sie zu viert gewohnt hatten. Und in Rücksicht auf seine arme Mutter solle er doch besser nicht mehr bei ihrem Leben schwören und auch sein armer Sohn täte mir echt leid, was muss das für ein mieser Vater sein der beim Augenlicht des achtjährigen Sohnes vorsätzlich Lügt. Dann fragte ich noch:“Sag mal wissen deine Eltern überhaupt wie sehr du als ihr Sohn missraten bist?“ Und er sah mich nur sprachlos an.
Dann stand ich auf zückte seinen Wohnungsschlüssel und einen seiner letzten Briefe an mich aus der Tasche und hielt ihm alles entgegen. Der Brief war ganze vier Seiten lang und beinhaltete seine Liebesschwüre und seine Erkenntnis das jetzt alles anders wird, er an sich arbeiten wolle, und mich nie mehr belügen wollte denn das sei ich ihm wert und das er nun seine Scheidung beantragt hatte damit wir immer zusammen bleiben und heiraten könnten usw. Ich sagte dass ich ihm den unbedingt noch wieder geben muss. Da ja nicht eine einzige Zeile der Wahrheit entspreche und einen solchen Brief will ich nicht mal meinem Mülleimer zumuten, weil der sonst Ausschlag bekommen würde. Er sprang regelrecht rückwärts und meinte: „ nein ich will ihn nicht zurück haben, bitte behalte ihn“.
Und dann sagte er noch: „Ich will auch meine Schlüssel nicht zurück, ich will das du noch mal über alles nachdenkst und wir in Ruhe noch mal über alles reden, aber nicht heute“.
Ich konnte das zwar alles immer noch nicht viel besser verstehen, wieso er immer noch an allem festhalten wollte wo er doch jetzt wusste das ich ihn nichts mehr von seinen Lügengeschichten abkaufen würde. Aber ich war mir über eines ganz sicher, nämlich dass ich nur mit einem ganz klaren Schlussstrich aus diesem Büro gehen würde. Da er den Brief und die Schlüssel nicht haben wollte, warf ich ihm letztendlich beides vor die Füße und forderte meine Wohnungsschlüssel von ihm zurück.
Er begann meine Schlüssel von seinem Bund zu trennen und meinte während dessen: „Du kannst deine Schlüssel haben, aber bitte nimm meine wieder mit“. Ich konnte mich nicht mehr zurückhalten und platzte jetzt, mit meinem geliebten und von ihm so gehassten Sarkasmus, und der Wahrheit heraus:“ Na ja wenn du hoffst ich könnte deine Schlüssel behalten um deine Valentinstags Geschenke wieder zu entsorgen dann hast du dich getäuscht, ich hoffe du hattest viel Freude damit, du hast sie dir mehr als verdient“. Und er war auf einmal wieder ganz weiß.
Er wirkte so richtig wie vom LKW überrollt. Er setzte sich hin und mit leiser Stimme sagte er zu mir: „Wie du warst das also doch, du hast mir all dieses Ungeziefer in meiner Wohnung verteilt?“ Und ich strahlte über das ganze Gesicht, es wahr so schön mal wieder so richtig von herzen lachen zu können, wo es doch die letzten sieben Monate seit er in mein Leben getreten war so gar nichts mehr zu lachen gegeben hatte. Ich antwortete darauf: Also weißt du, alleine das du dir nicht sicher warst ob ich es denn nun wahr, sagt für mich doch wieder eine ganze Menge aus. Wie vielen von deinen vielen Frauen haben denn alles Schlüssel von deiner Wohnung?“ „Und wie viele derer die Schlüssel haben hätten einen Grund dich mit so etwas zu überraschen“?
Er sprang wieder auf und fing wie immer an sich in seinen Ausreden zu winden und wollte doch Tatsache immer noch dass ich seine Schlüssel wieder mitnehme und noch mal über alles in Ruhe nachdenke. Jedenfalls sagte ich dann er solle mir jetzt meine Schlüssel geben, bevor ich vielleicht doch noch zornig werde.
Er fing wieder mit dem Gesülzt an, er wisse ganz genau dass ich das alles gar nicht wirklich will, und mich auch nicht wirklich von ihm trennen will und ihn sicher noch liebe und das mir das hier alles morgen schon sehr leid tun würde und ich es ganz sicher bereuen werde.
Und dann, wurde ich durch seine Äußerungen, doch wirklich noch einmal ganz kurz etwas zorniger, ich ging auf ihn zu und sagte: „ Jetzt pass mal gut auf mein Lieber Freund, das einzige was ich wirklich sehr bereue ist der Tag an dem sich unsere Wege kreuzten und ich dich kennen lernte, denn das war wohl der schwärzeste Tag in meinem Leben, da mein Schutzengel anscheinend Urlaub hatte.
Und bereuen tue ich nur das ich diesen Schlussstrich hier erst heute ziehe und dich nicht schon viel früher zum Teufel gejagt habe, wo so jemand wie du nämlich hingehört. Und unterstehe dich mich jemals wieder an zu rufen oder auch nur einen Brief zu schreiben. Und solltest du nur ein einziges Mal vor meiner Tür stehen werde ich eine Einstweilige Verfügung gegen dich erwirken lassen.
Ich will nie mehr in meinem ganzen restlichen Leben etwas von dir hören oder sehen. Ich hoffe du hast mir gut zugehört und alles genau verstanden, denn du bist wirklich das allerletzte, und um dir zu verdeutlichen wie sicher ich mir mit dieser Entscheidung bin, ich würde einen mit Hundekot getränkten Schuh deiner Gesellschaft jederzeit vorziehen“!
Dann drehte ich mich um und lies ihn mit offenem Mund, schneeweißem Teng und ausnahmsweise mal völlig sprachlos, was bei diesem Herrn Münchhausen nur sehr selten vorkam, im Büro stehen. Es war so ein echt tolles Gefühl mit ihm abgerechnet zu haben, ich fühlte mich unendlich befreit und wusste nun kann endlich mein Leben weiter gehen und mit den Rauschneiden dieses bösartigen, äußerst ekeligen, eitrigen Abszesses nur wieder besser werden.
Ich verließ den Laden und fuhr nach Hause. Als ich, noch
immer sehr nachdenklich über das was gerade geschehen war, in der vollen
Bahn stand, bemerkte ich dass mich ein junger Mann durch die Menschenmenge hindurch
anlächelte. Er hatte wohl meinen ins leere starrenden Blick falsch interpretiert
und wohl angenommen ich würde ihn ansehen. Als mir sein euphorischer Blick
auffiel und ich merkte das er sich langsam auf mich zu bewegte, drehte ich schlagartig
ab und verlies Kopfüber,
und noch dazu eine Station zu früh, den Zug. Ich hatte wirklich fürs
erste mal wieder vollkommen genug von den Männern, und das letzte wonach
mir in diesem Moment der Sinn lag war eine neue Bekanntschaft mit so einem Dreibeiner.
Ich wollte niemanden mehr Kennen lernen.
Die folgenden Wochen waren zwar noch gezeichnet von einigen wenigen Telefonanrufen
wo jedoch niemand auf den Anrufbeantworter sprach und wenn ich dran ging sofort
aufgelegt wurde. Es war mir völlig klar das er das war, aber ich war auch
zufrieden das er sich an meine Worte hielt und mich im großen und ganzen
in Ruhe lies und somit endlich aus meinem Leben verschwand.
Nun ja er verschwand dann aber doch noch nicht so ganz aus meinem Leben. Von gemeinsamen Bekannten bekam ich ab und zu noch Meldungen, wie z.B. das er nun schon über zehn Fliegenfänger von der Decke zu hängen hatte aber es einfach nicht schaffte die Fliegenplage in seiner Wohnung ein zu dämmen. Das waren auch im nach hinein immer noch sehr beglückende Nachrichten, welche mein Herz noch lange zeit zum hüpfen und mir einfach immer wieder das schöne Gefühl der Genugtuung für alles mir durch diesen miesen Kerl widerfahrene brachten.
Dieses Gefühl der fast vollkommenen Glückseligkeit durch Rache kann ja so erholsam für die so tief verletzte Seele sein und ich kann es nur einem Jeden der so hintergangen und betrogen wurde wie ich in jenem Fall, zur leichteren Überwindung des Ganzen Schmerzes empfehlen.
Also ging ich meinen neuen Lebensweg, nun wieder als Single, aber dennoch sehr mitgenommen von dieser letzten Erfahrung, weiter. Ich hatte wie meistens nach beendeten Beziehungen erstmal keinerlei bedarf mehr nach männlicher Gesellschaft. Diesmal aber fühlte ich dass etwas anders war, ich merkte dass mir diese vergangenen sieben Monate tiefere Wunden in meiner Seele zugefügt hatten, und starke einbuße in mein zukünftiges Vertrauen in Männer hinterlassen hatten. Intensivere Vertrauenseinbußen durch so viele Lügen eines einzigen Mannes der schlimmer war als irgendein Mann aus einer meiner Beziehungen vorher. Darum brauchte ich vorerst mehr als je zuvor meine Ruhe und zog mich, wie ein Verletztes Tier, in seine Höhle zur Genesung zurück.
Irgendwann in diesen langen Monaten meiner Genesung, kam es dann,
dass ich mich wieder mal sehr einsam fühlte und Niemand meiner Bekannten
zeit für mich hatte. Es war ja ein Feiertag, (der Erste Mai) und alle hatten
schon irgendetwas vor. Nach langem Zögern, kam mir wieder die Nummer der
Dateline in den Sinn.
Ich hatte mir ja eigentlich geschworen, und nach diesem letzten Horror Typen
noch eindringlicher als je zuvor, nie, wirklich ganz bestimmt nie wieder dort
an zu rufen.
Aber ich war eben wirklich sehr alleine und ich wollte ja auch nur mit Jemandem reden, nix weiter, keine Treffen, nur reden. Also suchte ich die Nummer raus und wählte mich sehr zögernd in den Live Treff der Line ein, eben wirklich nur für ein hoffentlich nettes Gespräch.
Ich hörte mir erstmal alle Vorstellungen an, und nachdem ich so ca. 12
Namen angehört hatte, war da eine sehr nette Stimme zu hören. Er sagte
nur seinen Namen und ich hörte mir noch einmal alle Namen von vorne an.
Ich dachte mir, gut also wenn er noch da ist wenn ich ein zweites Mal alle durch
bin, dann klingle’ ich ihn für ein Live Gespräch an. Zu meiner
Freude war der Mann mit der äußerst netten Stimme noch da und somit
bimmelte ich ihn an. Zu meiner großen Enttäuschung befand er sich
schon in einem Gespräch und war für mich nicht zu sprechen. Ich versuchte
es noch einige Male, und hinterließ ihm dann eine Nachricht. Ich hatte
die Hoffnung dass er sich, wenn er sein momentanes Gespräch beendet hatte,
dann bei mir melden würde.
Im Live Treff bekam ich dann auch schon einen anderen Gesprächspartner und unterhielt mich einigermaßen gut mit diesem. Als es allerdings im Gespräch bimmelte und ich hörte das es dieser Mann mit der netten Stimme war, drückte ich meinen alten Gesprächspartner sofort weg und begrüßte diesen Mann mit der netten Stimme. Wir unterhielten uns sehr nett über dies und das vor allem aber darüber, dass wir uns hier auf der Dateline nur unterhalten und nicht Treffen wollten. Er erzählte mir dass er auch aus Berlin stammte und wir stellten fest, dass wir sogar beide gar nicht mal weit von einander Entfernt wohnten. Dann erzählte er das er auch einen Hund hatte, eine 12 jährige Bullterrier Hündin. Das machte ihn gleich noch viel sympathischer als er mir sowieso schon war. Ich konnte es kaum glauben. So viele Gemeinsamkeiten, und das alles Zufällig?
Ich erzählte ihm von meinen Hunden und er wurde neugierig
die seltene Rasse meines großen Hundes mal an zu sehen. Also, so basierend
auf unsere Wohnnähe und durch die Tatsache das wir beide neugierig auf
unsere Hunde waren, nahmen wir dann schließlich doch die Möglichkeit
eines eventuellen Treffens in Angriff.
Er gab mir seine Privatnummer und ich sollte zwei Tage später noch mal
zwecks einer Terminvereinbarung bei ihm durchrufen. Wir verabschiedeten uns
und ich legte auf, und ging schlafen.
An dem Abend als ich ihn anrufen sollte, hatte ich dann aber wieder große Bedenken. Ich überlegte hin und her ob ich es denn wirklich tun sollte, ich dachte, was ist wenn er mich schon längst vergessen hat, und ich mich mit meinem Anruf dann zum Narren mache? Na ja, jedenfalls nach etlichem hin und her überlegen, rief ich ihn dann aber doch wie vor zwei Tagen verabredet, noch an. Ich war wieder total fasziniert von seiner so sanften stimme, ich habe so eine Stimme noch bei keinem anderen Mann zuvor gehört. Wir machten dann schließlich ein Treffen aus. Es sollte am nächsten Abend stattfinden.
Mir ging der Klang seiner Stimme nicht mehr aus dem Kopf und ich musste mich selber streng daran erinnern, was mir alles mit diesen Line Bekanntschaften schon widerfahren war. Und weil mir das für mein restliches Leben vollkommen reicht, würde dieses Treffen mit ihm auf keinen Fall mehr als nur ein freundschaftliches Treffen werden, ganz egal wie nett und anziehend ich seine stimme auch finde und wie sympathisch er mir auch immer persönlich sein würde. Er hatte wirklich eine außerordentlich sympathische Stimme und die ganze zeit während unseres Gespräches am Telefon war er immer sehr freundlich.
Ich wurde neugierig auf diese sanfte Stimme,
Da ich ja gestehen muss, dass ich eine von den besonders vielseitig interessierten,
leicht wissbegierigen, um es nicht neugierig zu nennen, weiblichen Exemplaren
bin, musste ich mich und meine Geistigen Vorstellungskräfte über die
Gestalt des Besitzers dieser Stimme, stark Einhalt gebieten. Ich rief mir sicherheitshalber
die hässlichsten Möglichkeiten an Aussehens Variationen für ihn
vor Augen, um wie immer einer all zu großen Enttäuschung vor zu bauen.
Schließlich ist es ja auch so das kein Mensch, einer Vorstellung die sich
ein anderer der Stimme nach gemacht hat entsprechen kann. Also versuchte ich
dem in alt gewohnter Dante-Line weise, gleich einen Geistigen Riegel vor zu
schieben. Wobei es mir noch nie so schwer viel wie in seinem Fall, der Klang
seiner Stimme verursachte jedes Mal ein Gefühl der Vertrautheit in mir.
Also mit all diesen nüchternen und klaren Vorstellungen in
meinem Kopf, hielt ich mich fest unter Kontrolle. Nun konnte unser Treffen kommen,
ich hatte mich vollkommen und unumstößlich im Griff. Ich ergriff
meine Hunde legte ihnen Halsband und Leine an und verlies mit ihnen gemeinsam
die Wohnung. Es war eine Ecke in meiner Nähe. Genauer gesagt handelte es
sich um den Eckladen vor dem ich schon einmal vor längerer zeit verabredet
gewesen war. Dort wo ich doch dieses peinliche Erlebnis hatte und fast einmal
den falschen date Partner angesprochen hatte. Diesen fremden, sehr Gutaussehenden
Mann, der sich dann leider als nicht der Richtige herausgestellt hatte. Der
Mann der nur zufälliger weise die gleiche Kleidung hatte, wie sie mir von
meinem Blind Date Partner beschrieben worden war. Also wie schon so oft zuvor
und wie immer auf alles gefasst, machte ich mich auf den Weg zu dem Treffen
mit jenem Mann, dessen Stimme mich so faszinierte.
Unser erstes Treffen und ich konnte es nicht fassen,
Wir hatten so viele Gemeinsamkeiten, einfach unglaublich ich war begeistert. Und dann noch seine schöne alte Hündin, ein Mann der so lange mit seinem Hund lebte, und für ihn sorgte, das zeugte von Beständigkeit.
Als eines Abends mein Telefon klingelte, und eine mir fremde Frau sich meldete. Sie sprach mit zitternder stimme, stellte sich vor und fragte mich ob mir ihr Name etwas sagen würde. Ich meinte: „ nein, wieso und woher sollte ich dich denn kennen? „ Und sie erwähnte den Namen jenes zuletzt aus meinem Leben so stilvoll entsorgten Herrn Münchhausen. Und sie offenbarte mir, das sie vor kurzem raus bekommen hatte, dass er mit uns beiden zur gleichen zeit eine Beziehung hatte. Nun musste ich mich doch erstmal hin setzen um ihren Worten weiter folgen zu können.
Ich erfuhr das sie fast ganz genau zur selben zeit mit ihm zusammen gekommen
war wie ich und mittlerweile mit ihm zusammen gezogen war. Sie habe ihn mehrere
Male des Fremdgehens überführt. Und im Gegensatz zu dem Münchhausen
den ich kannte, den weinerlichen flehenden um Verzeihung bettelnden, kannte
sie einen ganz anderen, nämlich den aggressiven, ihre Tür eintretenden
und sie bedrohenden Münchhausen. Ich fand das unglaublich, aber durch sein
Psychologiestudium, war er wohl wirklich perfekt in der Lage Menschen einzuschätzen
und jeweils die Richtige Beeinflussungstour für jede Frau passend aus zu
wählen.
Meiner Meinung nach sollten eine solche bewusst eingesetzte Macht und der Missbrauch eines solchen Studiums wie in seinem Falle für so jemand bösartigen wie ihn strafbar sein, und die Möglichkeit bestehen Rechtlich geahndet zu werden. Jedenfalls rückte sie dann zu guter Letzt damit heraus, das sie wegen seines Verhaltens genauso am Ende war wie ich seinerzeit, und sie bat mich um Hilfe. Sie fragte ob ich bereit wäre ihr zu helfen damit sie es schaffen könne endlich mit ihm Abzuschließen, weil sie sich schon zu schwach fühlte mit ihm und seinen Lügen alleine noch weiter fertig zu werden. Sie sprach sogar von Suizid Gedanken und das sie sich selber und ihre Gefühle nicht mehr verstehen kann. Ich sprach ihr Mut zu und sagte sie kann mit meiner vollen Unterstützung rechnen, denn schließlich war er ja der Fiesling der uns beide betrogen hatte.